Auf der 76. Internationalen Filmfestspiele Berlin wurden zwei vielbeachtete Titel präsentiert, die die Gespräche über die diesjährigen Auszeichnungen dominieren. Das Drama „Queen at Sea“ von Lance Hammer mit Juliette Binoche behandelt das Thema Alter und Demenz und begeistert die Kritiker. Gleichzeitig versetzt der brasilianische Politthriller „Der Geheimagent“ mit Wagner Moura in der Hauptrolle die Zuschauer in die dunklen Zeiten der Militärdiktatur und gehört zu den Favoriten für die prestigeträchtigen Auszeichnungen.

Das große Comeback von Lance Hammer

Der Regisseur kehrt nach 18 Jahren Pause mit dem Drama „Queen at Sea“ zurück, in dem Juliette Binoche die Tochter spielt, die sich um ihren an Demenz leidenden Vater kümmert.

Brasilianischer Thriller mit Oscar-Nominierungen

Der Film „Der Geheimagent“ von Regisseur Kleber Mendonça Filho hat bereits 4 Oscar-Nominierungen erhalten und ist einer der Favoriten des Berlinale.

Wagner Moura über Politik

Der aus „Narcos“ bekannte Schauspieler verkörpert einen Professor, der im Brasilien des Jahres 1977 vor der Militärdiktatur flieht, und greift das Thema der historischen Aufarbeitung auf.

Die Bühnen des Berlinale wurden zum Schauplatz großer Comebacks und politischer Manifeste. Der Film „Queen at Sea“ von Regisseur Lance Hammer ist ein Werk, auf das fast achtzehn Jahre gewartet wurde. Der Regisseur, der 2008 mit dem Film „Ballast“ debütierte, kehrt mit einer intimen Studie über Demenz zurück. In den Hauptrollen sind Juliette Binoche und Tom Courtenay zu sehen. Kritiker beschreiben die Produktion als schmerzhaft, aber außergewöhnlich schön, die sich auf die schwierige Familiendynamik angesichts fortschreitenden Gedächtnisverlusts konzentriert. Binoche betont in Interviews, dass die Rolle der Künstler darin bestehe, die Herzen und das Leben der Zuschauer zu verändern, und nicht darin, politische Meinungen zu äußern. Die Internationalen Filmfestspiele Berlin, bekannt als Berlinale, wurden 1951 gegründet und gelten seit Jahrzehnten als eines der politisch engagiertesten A-Klasse-Filmfestivals der Welt.Einen völlig anderen Ton setzt dem Festival „Der Geheimagent“ (Originaltitel „El agente secreto“), das neueste Werk von Kleber Mendonça Filho. Die Handlung spielt im Jahr 1977 in der brasilianischen Stadt Recife, zur Zeit der brutalen Militärdiktatur. Der Hauptcharakter, gespielt von Wagner Moura, ist ein Professor, der vor politisch-mafiosen Verstrickungen Zuflucht sucht. Der Film, der bereits für vier Oscars nominiert ist, analysiert die Abneigung Brasiliens, sich mit seiner eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Moura, bekannt für seine Rolle als Pablo Escobar, spricht offen über seine Befürchtungen angesichts des heutigen politischen Klimas weltweit und die Notwendigkeit, autoritären Tendenzen Widerstand zu leisten. Wichtig ist, dass Filme die Herzen und das Leben der Menschen verändern; wir Künstler sind nicht hier, um Meinungen zu äußern. Beide Produktionen, obwohl genretechnisch völlig unterschiedlich, verbindet ein hohes künstlerisches Niveau und eine universelle Botschaft über die menschliche Würde. Während sich „Queen at Sea“ auf die Mikroebene zwischenmenschlicher Beziehungen konzentriert, operiert „Der Geheimagent“ auf der Makroebene und analysiert die Mechanismen von Macht und Angst. Die polnische Premiere des Films von Mendonça Filho findet bereits am 21. Februar im Krakauer Małopolski Ogród Sztuki (Kleinpolnischer Kunstgarten) statt, was dem nationalen Publikum einen schnellen Zugang zur Festival-Spitze ermöglicht. Juliette Binoche (Oscars): 1, Wagner Moura (Golden Globes - nom.): 1, Kleber Mendonça Filho (Cannes - Auszeichnungen): 1, Lance Hammer (Spirit Awards - nom.): 6

Mentioned People

  • Juliette Binoche — Französische Schauspielerin, Oscar-Preisträgerin, Star des Films „Queen at Sea“.
  • Wagner Moura — Brasilianischer Schauspieler, Darsteller der Professor-Rolle im Film „Der Geheimagent“.
  • Kleber Mendonça Filho — Brasilianischer Regisseur, Schöpfer des Oscar-nominierten Films „Der Geheimagent“.
  • Lance Hammer — Amerikanischer Regisseur, der nach langer Pause mit einem Wettbewerbsfilm zum Berlinale zurückkehrt.