In ganz Deutschland findet ein zweitägiger Warnstreik im Sektor des öffentlichen Verkehrs, statt, der von der Gewerkschaft Verdi organisiert wurde. Der Protest erfasste fast alle Bundesländer und führte zur Stilllegung von Bussen, Straßenbahnen und U-Bahnen in den größten Metropolen wie Berlin, München und Frankfurt. Etwa 90.000 Beschäftigte fordern bessere Arbeitsbedingungen und eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit. Die Situation verursachte enorme Schwierigkeiten für Millionen Reisende und massive Staus auf den Bundesstraßen.

Bundesweite Reichweite des Protests

Der Streik erfasste fast alle deutschen Bundesländer und legte den Verkehr in fast 130 Verkehrsunternehmen lahm.

Kernforderungen von Verdi

Die Gewerkschafter fordern eine Verkürzung der Arbeitszeit, eine Verbesserung der sozialen Bedingungen sowie zusätzliche Urlaubstage für 90.000 Beschäftigte.

Verkehrschaos in den Städten

In Berlin und München stehen U-Bahnen und Straßenbahnen still, was zu riesigen Staus auf den Zufahrtsstraßen führte.

Preisanstieg bei privaten Beförderungen

Das Fehlen einer Alternative in Form des öffentlichen Nahverkehrs verursachte einen sprunghaften Anstieg der Preise in Apps wie Uber um bis zu 100%.

Das deutsche öffentliche Verkehrssystem befindet sich aufgrund eines weitreichenden Warnstreiks in einem Zustand nahezu vollständiger Lähmung. Die Protestaktion, die von der mächtigen Gewerkschaft Verdi initiiert wurde, begann am Freitagmorgen und soll bis einschließlich Samstag dauern. Hauptschauplatz des Protests wurden Verkehrsunternehmen, die dem Tarifvertrag TV-N unterliegen. Obwohl in Bayern die Verhandlungen in einem anderen Verfahren stattfinden, hat die Gewerkschaft Verdi auch diese Region, einschließlich München, mit der Protestaktion erfasst. Das einzige Bundesland, in dem für diesen Zeitraum keine Streiks geplant waren, war Niedersachsen. Das Ausmaß ist beispiellos, da sich über 90.000 Beschäftigte aus fast 130 städtischen Verkehrsbetrieben an der Aktion beteiligten. Die Situation für Fahrgäste in den größten Ballungsräumen ist kritisch. In Berlin stellte das städtische Unternehmen BVG den Betrieb der meisten U-Bahn- und Straßenbahnlinien ein, und nur wenige Busse von privaten Subunternehmern fuhren auf den Strecken. Ein ähnliches Szenario spielt sich in Nordrhein-Westfalen ab, wo die Staus auf den Autobahnen in der Hauptverkehrszeit eine Gesamtlänge von 300 Kilometern überschritten. Personen, die versuchten, die Blockaden mithilfe von Fahrdienstplattformen zu umgehen, stießen auf ein weiteres Problem: Die Preise in Apps wie Uber in Berlin stiegen im Vergleich zu den Standardtarifen fast auf das Doppelte. Die Gewerkschafter argumentieren, dass der Rekord-Personalmangel und die übermäßige Arbeitsbelastung sie zu radikalen Schritten zwingen, um von den Arbeitgebern echte strukturelle Reformen zu erzwingen. Der deutsche Verkehrssektor kämpft seit Jahren mit einer Protestwelle, doch die derzeitige Eskalation resultiert aus der Überlagerung der demografischen Krise mit der schwierigen Finanzlage der Kommunen nach der Pandemie. Seit 2023 hat die Häufigkeit von Streiks in der kritischen Infrastruktur Deutschlands deutlich zugenommen, was Experten auf den Inflationsdruck zurückführen.Die Verhandlungen sind festgefahren, da die gewerkschaftlichen Forderungen sich nicht nur auf Lohnerhöhungen, sondern vor allem auf die Verkürzung der Arbeitswoche und die Verlängerung der Ruhezeiten konzentrieren. Die Arbeitgeber behaupten, dass die Erfüllung dieser Forderungen zu einem drastischen Anstieg der Betriebskosten der Städte führen würde, was letztlich die Steuerzahler treffen würde. Unterdessen schließen die Verdi-Führungskräfte weitere, noch schmerzhaftere Protestaktionen in den kommenden Wochen nicht aus, wenn die kommunale Seite kein zufriedenstellendes Angebot vorlegt. Der Vorsitzende der Gewerkschaft betonte, dass die derzeitige Mobilisierung ein klares Signal an die Politiker sei, dass ohne Investitionen in das Humankapital der öffentliche Verkehr den Herausforderungen der ökologischen Transformation nicht gewachsen sein werde. „Was die Arbeitgeber derzeit anbieten, ist ein Hohn gegenüber den Beschäftigten, die täglich unter enormem Stress stehen.” — Vertreter von Verdi Aus wirtschaftlicher Sicht verursacht der Verkehrskollaps millionenschwere Verluste, insbesondere im Dienstleistungs- und Handelssektor, wo Arbeitnehmer nicht zu ihren Arbeitsplätzen gelangen konnten. Verkehrsexperten weisen darauf hin, dass der Streik kurzfristig zwar äußerst belastend ist, aber tiefere strukturelle Probleme der deutschen Bahn und des Stadtverkehrs offenlegt, die eine sofortige Modernisierung erfordern. Bis zur Lösung des Konflikts wird Fahrgästen empfohlen, auf die S-Bahn zurückzugreifen, die von der Deutschen Bahn betrieben wird und in der Regel nicht an der aktuellen Welle städtischer Proteste teilnimmt, obwohl es auch dort aufgrund von Systemüberlastung zu Verspätungen kommen kann.

Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Notwendigkeit, die Arbeitsbedingungen und das Recht der Arbeitnehmer auf angemessene Löhne in Zeiten hoher Inflation zu verbessern. Konservative Medien werfen den Gewerkschaften vor, das Leben von Millionen Bürgern zu lähmen und die wirtschaftliche Stabilität des Landes zu untergraben.