Kanzler Friedrich Merz hat die Zukunft des gemeinsamen französisch-deutschen Projekts für ein Kampfflugzeug der sechsten Generation FCAS offen in Frage gestellt. Angesichts der festgefahrenen Verhandlungen mit den französischen Partnern neigt Berlin dazu, über 35 zusätzliche amerikanische F-35-Maschinen zu kaufen. Gleichzeitig kündigte der Regierungschef einen Kampf gegen Anonymität im Netz sowie eine Verschärfung der Vorschriften zu Nepotismus an und zielte damit auf Praktiken von AfD-Politikern.
Krise des FCAS-Projekts
Kanzler Merz hat den Sinn des gemeinsamen mit Frankreich geplanten Kampfflugzeugs der sechsten Generation in Frage gestellt, was das 100 Mrd. Euro teure Rüstungsprogramm infrage stellt.
Neue F-35-Kampfflugzeuge
Berlin verhandelt über den Kauf von über 35 zusätzlichen amerikanischen F-35-Flugzeugen, was die militärische Abhängigkeit Deutschlands von den Vereinigten Staaten vertieft.
Kampf gegen Anonymität
Der Regierungschef plädiert für eine Klarnamenpflicht im Netz und erwägt ein Verbot sozialer Medien für Kinder, um die öffentliche Debatte zu schützen.
Ende des Nepotismus in der AfD
Angesichts von Skandalen in der Partei AfD kündigt der Kanzler eine Verschärfung des Abgeordnetengesetzes an, um es Parlamentariern zu untersagen, Familienmitglieder einzustellen.
Die Verteidigungsbeziehungen zwischen Berlin und Paris haben ihren tiefsten Punkt seit Jahren erreicht, nachdem Kanzler Friedrich Merz erklärt hat, dass Deutschland nicht dasselbe Flugzeug wie Frankreich brauche. Das FCAS-Projekt, dessen Kosten auf 100 Milliarden Euro geschätzt werden, wird durch Konflikte zwischen den Konzernen Dassault Aviation und Airbus gelähmt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters führt die deutsche Regierung bereits fortgeschrittene Gespräche über den Kauf einer weiteren Charge von F-35-Kampfflugzeugen vom Konzern Lockheed Martin, um die Kapazitäten der Luftwaffe im Falle eines endgültigen Scheiterns des europäischen Programms zu sichern. Seit der Unterzeichnung des Élysée-Vertrags im Jahr 1963 bildet die deutsch-französische Zusammenarbeit das Fundament der europäischen Integration, doch der Rüstungssektor wird regelmäßig zur Arena des Wettstreits um nationale Industrieinteressen und technologische Souveränität. Während einer Rede anlässlich des politischen Aschermittwochs in Trier sprach der Kanzler auch Themen der inneren und digitalen Sicherheit an. Merz sprach sich für die Einführung einer Klarnamenpflicht im Internet aus und argumentierte, dass die öffentliche Debatte Offenheit erfordere. Zudem kündigte er als Reaktion auf Berichte über die Einstellung von Familienmitgliedern durch Abgeordnete der AfD eine Novelle des Abgeordnetengesetzes an, um dem Phänomen des Nepotismus ein Ende zu setzen. „Ich will echte Namen im Internet sehen. Ich will wissen, wer spricht.” — Friedrich Merz Der Regierungschef betonte außerdem, dass sich Russland unter der Führung von Wladimir Putin in einem Zustand der „tiefen Barbarei“ befinde, was ein schnelles Ende des Krieges auf diplomatischem Weg ausschließe. >35 — zusätzliche F-35-Kampfflugzeuge könnte Deutschland bestellen Im wirtschaftlichen Bereich kündigte Finanzminister Lars Klingbeil an, noch in diesem Jahr ein Konzept für eine Steuerreform vorzulegen. Ziel sei die Entlastung von Personen mit niedrigen und mittleren Einkommen, wobei eine Erhöhung der Mehrwertsteuer als Finanzierungsquelle ausgeschlossen wurde. Gleichzeitig erklärte Kanzler Merz, sich für eine zweite Amtszeit bei den Wahlen 2029 bewerben zu wollen, und berief sich dabei auf seine gute Gesundheit und die Langlebigkeit seiner Eltern. Deutsche Kaufpläne für F-35: Bestellung aus dem Jahr 2022: 35 Stück → unverändert; Geplante zusätzliche Bestellung: 0 Stück → über 35 Stück; Gesamtflotte (Prognose): 35 Stück → über 70 Stück
Mentioned People
- Friedrich Merz — Bundeskanzler Deutschlands, CDU-Vorsitzender, kündigt Kampf gegen Anonymität im Netz an und distanziert sich von französischen Rüstungsprojekten.
- Lars Klingbeil — Bundesfinanzminister, kündigte an, ein Konzept für eine Steuerreform zur Entlastung der Mittelschicht vorzubereiten.
- Emmanuel Macron — Präsident Frankreichs, Mitinitiator des FCAS-Projekts, derzeit im Streit mit Berlin über die Gestaltung der europäischen Verteidigungszusammenarbeit.