Der ehemalige Präsident des FC Barcelona, Josep Maria Bartomeu, hat am Donnerstag vor einem Untersuchungsrichter ausgesagt. Es geht um Zahlungen an einen Anwalt, der ihn im Prozess um Unregelmäßigkeiten beim Transfer von Neymar vertreten hatte. Bartomeu behauptet, die Zahlung von 1,7 Millionen Euro an den Anwalt Gonzalo González Franco sei mündlich mit dem Klub vereinbart worden, obwohl sie dem Vorstand nicht formell zur Genehmigung vorgelegt wurde. Der Fall betrifft eine Vereinbarung zwischen dem Klub und der Staatsanwaltschaft, die eine langwierige Untersuchung zum Transfer Neymars von Santos im Jahr 2013 beendete.

Aussagen des ehemaligen Präsidenten

Josep Maria Bartomeu sagte vor Gericht aus, dass er mit dem Klub die Zahlung von 1,7 Millionen Euro zur Deckung der Verteidigungskosten im Neymar-Fall vereinbart habe. Sein Anwalt, Gonzalo González Franco, vertrat sowohl den Klub als auch Bartomeu persönlich in den Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft, die mit einem Vergleich endeten.

Mündliche Vereinbarung mit dem Klub

Bartomeu behauptet, die Zahlung sei mündlich mit der Klubführung vereinbart worden und habe darauf abgezielt, eine Einigung mit der Staatsanwaltschaft zu erzielen, wodurch weitere rechtliche Konsequenzen für Barcelona vermieden werden konnten. Es gab jedoch keinen formellen Vorstandsbeschluss oder die Zustimmung der Revisionskommission für eine solche Transaktion.

Hintergrund des Neymar-Falls

Der Fall betrifft den Transfer Neymars von Santos zu Barcelona im Jahr 2013, um den sich eine Untersuchung zu möglichen finanziellen Unregelmäßigkeiten und Korruption drehte. Im Jahr 2022 schloss der Klub einen Vergleich mit der Staatsanwaltschaft, zahlte eine Geldstrafe und vermied einen Strafprozess.

Rolle des Anwalts Franco

Der Anwalt Gonzalo González Franco, an den die Mittel überwiesen wurden, war der persönliche Rechtsbeistand Bartomeus und vertrat die Interessen sowohl des Präsidenten als auch des Klubs in den Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft. Seine Vergütung wurde zum Gegenstand einer Untersuchung zu möglicher Untreue mit Klubmitteln.

Der ehemalige Präsident des FC Barcelona, Josep Maria Bartomeu, ist vor einem Gericht in Barcelona erschienen, um die Umstände einer Zahlung von 1,7 Millionen Euro an seinen persönlichen Anwalt, Gonzalo González Franco, zu erklären. Diese Zahlung stand im Zusammenhang mit Verhandlungen, die Franco mit der spanischen Staatsanwaltschaft im sogenannten „caso Neymar” geführt hatte. Bartomeu sagte aus, dass dieser Betrag mündlich mit dem Klub als notwendige Verteidigungskosten vereinbart worden sei, um einen Vergleich zu erreichen und das langwierige Strafverfahren zu beenden.

Der Transfer Neymars von Santos zum FC Barcelona im Jahr 2013 lastete jahrelang auf dem katalanischen Klub. Die Vorwürfe umfassten Korruption, Untreue und finanzielle Unregelmäßigkeiten im Zusammenhang mit dem tatsächlichen Wert der Transaktion, der offiziell 57,1 Millionen Euro betrug, nach Ermittlungen aber deutlich höher gewesen sein könnte. Im Jahr 2022 schloss der Klub unter der damaligen Führung einen Vergleich mit der Staatsanwaltschaft, zahlte eine Geldstrafe von 7,9 Millionen Euro und vermied so einen Strafprozess. Diese Entscheidung beendete eine fast ein Jahrzehnt dauernde Untersuchung, ließ aber Fragen zu den Anwaltskosten offen.

Laut den Aussagen Bartomeus zielte die mündliche Vereinbarung mit dem Klub über die Übernahme der Anwaltshonorare genau darauf ab, diese Einigung zu erreichen. Der ehemalige Präsident betonte, dass die Handlungen Francos für den Klub vorteilhaft gewesen seien, da sie noch schwerwiegendere finanzielle und imagebezogene Konsequenzen verhindert hätten. Die Tatsache, dass die Transaktion jedoch nicht formell vom Vorstand oder der Revisionskommission des Klubs genehmigt wurde, wirft Fragen zu ihrer Rechtmäßigkeit auf und ist Gegenstand einer separaten Untersuchung zu möglicher Untreue.

„El pago se pactó con el club para cerrar el caso Neymar y evitar más problemas.” (Die Zahlung wurde mit dem Klub vereinbart, um den Neymar-Fall zu schließen und weitere Probleme zu vermeiden.) — Josep Maria Bartomeu

Der Anwalt Gonzalo González Franco vertrat sowohl Bartomeu als auch den FC Barcelona in den Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft. Seine Rolle als Vermittler zwischen Klub und Strafverfolgungsbehörden war entscheidend für die Erarbeitung des Vergleichs. Die Vergütung in Höhe von 1,7 Millionen Euro für diese Arbeit wurde direkt vom Konto des Klubs auf das Konto der Kanzlei Franco überwiesen. Die Ermittler prüfen nun, ob ein solches Vorgehen innerhalb der geltenden Leitungs- und Finanzverfahren des größten Fußballklubs Kataloniens lag.

Perspektywy mediów: Liberale Medien heben Mängel in der Unternehmensaufsicht und Kontroversen um informelle finanzielle Absprachen hervor. Konservative Medien konzentrieren sich auf die berechtigte Notwendigkeit der Verteidigung des Klubs und den Erfolg, schwerwiegendere Sanktionen vermieden zu haben.

Mentioned People

  • Josep Maria Bartomeu — Ehemaliger Präsident des FC Barcelona, der zu Anwaltszahlungen aussagt.
  • Gonzalo González Franco — Anwalt, der Bartomeu und den FC Barcelona in den Verhandlungen mit der Staatsanwaltschaft im Neymar-Fall vertrat.
  • Neymar — Brasilianischer Fußballspieler, dessen Transfer von Santos zum FC Barcelona im Jahr 2013 Gegenstand einer Untersuchung war.