Astronomen berichten von einer extrem schnellen Transformation eines der größten bekannten Sterne im Universum – WOH G64. Das im Großen Magellanschen Wolke befindliche Objekt hat innerhalb weniger Jahre die Phase eines roten Überriesen verlassen und ist in das Stadium eines gelben Hyperriesen übergegangen, was ein deutliches Signal für eine bevorstehende kosmische Katastrophe ist. Wissenschaftler unter der Leitung von Gonzalo Muñoz-Sanchez gehen davon aus, dass sich der Stern auf eine Explosion als Supernova oder einen Kollaps zu einem Schwarzen Loch vorbereitet. Dieser in der Zeitschrift „Nature Astronomy“ beschriebene Prozess bietet eine einzigartige Gelegenheit, die Endstadien im Leben eines massereichen Sterns in Echtzeit zu beobachten.

Stürmischer evolutionärer Wandel

Der Stern WOH G64 hat in überraschend kurzer Zeit, innerhalb weniger Jahre, die Phase eines roten Überriesen verlassen und ist zu einem seltenen gelben Hyperriesen geworden. Die beobachtete schnelle Erwärmung des Objekts und das intensive Abstoßen äußerer Materieschichten deuten auf einen beschleunigten Countdown bis zum Ende seines Lebens hin.

Vorbote einer kosmischen Katastrophe

Wissenschaftler sind sich einig, dass die beobachteten Veränderungen ein deutliches Vorspiel zum letzten Akt im Leben des Sterns sind. Das wahrscheinlichste Szenario ist der Ausbruch einer Supernova von unvorstellbarem Ausmaß, obwohl auch ein stiller Kollaps zu einem Schwarzen Loch möglich ist. Die Explosion würde in unserer galaktischen Nachbarschaft stattfinden.

Einzigartige Forschungschance

Die direkte Beobachtung eines so fortgeschrittenen Stadiums in der Evolution eines massereichen Sterns ist ein äußerst seltenes Ereignis. Diese Prozesse laufen normalerweise über Tausende oder Millionen von Jahren ab, während Wissenschaftler sie nun in menschlichen Zeitskalen verfolgen können, was wertvolle Daten für astrophysikalische Modelle liefert.

Kosmischer Koloss mit Rekordparametern

WOH G64 ist einer der größten bekannten Objekte im Universum, mit einem Radius von über 1500 Sonnenradien. Trotz seiner gigantischen Größe ist er in kosmischen Zeitmaßstäben ein relativ junger Stern, dessen Alter auf nur etwa fünf Millionen Jahre geschätzt wird.

Astronomen sind Zeugen eines äußerst seltenen und beschleunigten kosmischen Spektakels – der letzten Momente im Leben eines der größten bekannten Sterne, WOH G64. Das Objekt in der Nachbargalaxie Großen Magellanschen Wolke durchläuft einen dramatischen evolutionären Wandel von der Phase eines roten Überriesen zum Stadium eines gelben Hyperriesen. Entscheidend ist die Geschwindigkeit dieser Veränderung – ein Prozess, der nach Standardmodellen der Sternentwicklung Tausende von Jahren dauern sollte, spielt sich hier in nur wenigen Jahren ab. Beobachtungen, die seit etwa 2014 besonders deutlich sind, zeigen eine schnelle Erwärmung des Sterns und ein heftiges Abstoßen seiner äußeren Schichten in den Weltraum. Ein Wissenschaftlerteam unter der Leitung von Gonzalo Muñoz-Sanchez vom Nationalen Observatorium in Athen hat die Forschungsergebnisse in der renommierten Zeitschrift „Nature Astronomy“ vorgestellt. Den Forschern zufolge ist die beobachtete Transformation ein eindeutiges Signal, dass sich der massereiche Stern auf den letzten Akt seiner Existenz vorbereitet. Für ein Objekt mit den Parametern von WOH G64 bedeutet dies höchstwahrscheinlich den Ausbruch einer Supernova von unvorstellbarem Energieausmaß. Ein alternatives Szenario, bei dem der Stern ohne spektakuläre Explosion direkt zu einem Schwarzen Loch kollabiert, kann jedoch nicht ausgeschlossen werden. Unabhängig vom Ausgang wird dieses Ereignis in unserer kosmischen Nachbarschaft stattfinden. Die Erforschung der Endstadien massereicher Sterne bildet die Grundlage der modernen Astrophysik. Die Theorie sagt voraus, dass Sterne, die deutlich massereicher als die Sonne sind, ihr Leben in spektakulären Supernova-Explosionen beenden, die schwere Elemente, die für die Entstehung von Planeten und Leben notwendig sind, im Kosmos verteilen. Direkte Beobachtungen dieser Prozesse sind jedoch aufgrund ihrer kosmischen Zeitskala äußerst selten. WOH G64 bietet daher eine einzigartige Gelegenheit, theoretische Modelle zu überprüfen. Das Phänomen ist umso wertvoller, als es einen Stern mit nahezu rekordverdächtigen Parametern betrifft. Sein Radius, der 1500 Sonnenradien übersteigt, macht ihn zu einem der größten bekannten Himmelskörper. Paradoxerweise ist dieser kosmische Koloss aus evolutionärer Perspektive ein Säugling – man schätzt, dass er erst vor etwa fünf Millionen Jahren gezündet hat. Zum Vergleich: Die Sonne existiert seit etwa 4,6 Milliarden Jahren und befindet sich erst in der Mitte ihres Lebens. Die Beobachtungen von WOH G64 werden von einem weltweiten Netzwerk von Teleskopen durchgeführt, was eine kontinuierliche Überwachung ihres Zustands ermöglicht. Die kommenden Monate und Jahre könnten entscheidende Momente in ihrer Evolution bringen und Astronomen einen beispiellosen Einblick in die Mechanismen bieten, die den Tod der größten Sterne regieren. „„It's like watching a slow-motion countdown to an explosion. Changes we usually think of as static over millennia are happening right before our eyes.”” — Gonzalo Muñoz-Sanchez, Astronom am Nationalen Observatorium in Athen, Leiter des Forschungsteams, das die Transformation des Sterns WOH G64 analysiert. Das Ereignis stellt keine direkte Bedrohung für die Erde dar, aber seine Beobachtung wird von grundlegender Bedeutung für die Wissenschaft sein. Eine Supernova-Explosion in unserer galaktischen Nachbarschaft wäre monate- oder sogar jahrelang mit bloßem Auge am Himmel sichtbar und würde zu einem der hellsten Punkte des Nachthimmels.

Mentioned People

  • Gonzalo Muñoz-Sanchez — Astronom am Nationalen Observatorium in Athen, Leiter des Forschungsteams, das die Transformation des Sterns WOH G64 analysiert.