In der spanischen Hauptstadt steigt die Spannung vor dem Rückspiel der Champions League zwischen Real Madrid und Benfica Lissabon. Hauptthema der Debatten ist jedoch nicht die Sporttaktik, sondern Rassismusvorwürfe gegen den Gastspieler Gianluca Prestianni sowie kontroverse Äußerungen von José Mourinho. Die Atmosphäre wurde zusätzlich durch offizielle Entschuldigungen der Königlichen an China nach dem unglücklichen Verhalten des Verteidigers Dean Huijsen in den sozialen Medien angeheizt.

Konflikt um Rassismus

Courtois und Arbeloa verurteilten Prestianni für die Beleidigungen gegen Vinícius und kritisierten Mourinho für deren Verharmlosung.

Diplomatische Entschuldigungen

Real Madrid entschuldigte sich offiziell bei China für den Beitrag von Dean Huijsen, der als höchst geschmacklos und xenophob eingestuft wurde.

Mourinhos Strategie

Der Portugiese isoliert die Mannschaft von den Madrider Medien und bereitet das Benfica-Team auf eine extrem feindselige Tribünenatmosphäre vor.

Vor dem für Mittwoch geplanten Rückspiel in der Champions League konzentriert sich die Medienaufmerksamkeit auf eine Reihe außersportlicher Ereignisse. Auf einer Pressekonferenz verteidigten Thibaut Courtois und Trainer Álvaro Arbeloa Vinícius Júnior, der zum Ziel von Beschimpfungen durch den Benfica-Spieler Gianluca Prestianni geworden war. Courtois äußerte tiefe Enttäuschung über die Haltung von José Mourinho und warf ihm vor, rassistische Angriffe zu relativieren. Laut dem Torhüter von Real seien Versuche, die Beleidigungen mit der Torjubel-Art des Brasilianers zu rechtfertigen, inakzeptabel und verletzend. Gleichzeitig musste sich Real Madrid einer Imagekrise auf dem asiatischen Markt stellen. Der junge Verteidiger Dean Huijsen teilte online einen Beitrag, der als rassistisch gegenüber Einwohnern Chinas angesehen wurde, was den Klub zu einer offiziellen Entschuldigungserklärung zwang. Der Spieler veröffentlichte auch ein Video, in dem er Reue zeigt. Dieser Vorfall fiel zeitlich mit der wachsenden Abneigung der Madrider Fans gegenüber Benfica-Anhängern zusammen, zusätzlich angeheizt durch Berichte über eine kontroverse Vergangenheit des für die Leitung des Spiels bestimmten Schiedsrichters. Die Beziehungen zwischen Real Madrid und José Mourinho bleiben seit seinem Weggang vom Klub im Jahr 2013 komplex; obwohl der Portugiese dem Klub die ersehnte Meisterschaft brachte, war seine Amtszeit von tiefen Gräben in der Kabine und zahlreichen Konflikten mit den Medien geprägt. Aus sportlicher Perspektive hat Mourinho, nun Trainer von Benfica, einen speziellen Plan entwickelt, um seine Spieler vor einer feindseligen Aufnahme im Bernabéu zu schützen. Der portugiesische Trainer, bekannt für seine Vorliebe für psychologische Spiele, vermeidet direkte Konfrontationen mit Journalisten, was als Versuch interpretiert wird, die Aufmerksamkeit vom Skandal um Prestianni abzulenken. Auf dem Spielfeld ist die Situation ebenso angespannt, da Real nach einem schwierigen Spiel in Lissabon Rückstände aufholen muss und gleichzeitig mit internen personellen Problemen und dem Druck der öffentlichen Meinung in ethischen Fragen konfrontiert ist. „Si para decirle eso no se tapa la boca, imaginad lo que le dice cuando se la tapa.” (Wenn er das sagt, ohne sich den Mund zuzuhalten, stellt euch vor, was er sagt, wenn er ihn zudeckt.) — Thibaut Courtois „Nada de lo que hizo Vinicius justifica el acto de racismo que sufrió.” (Nichts, was Vinícius getan hat, rechtfertigt den Rassismusakt, den er erlitten hat.) — Álvaro Arbeloa

Mentioned People

  • Thibaut Courtois — Torhüter von Real Madrid, der die Haltung von José Mourinho scharf kritisierte.
  • Jose Mourinho — Trainer von Benfica, der auf den Stadion seines ehemaligen Arbeitgebers zurückkehrt.
  • Vinicius Júnior — Opfer rassistischer Angriffe, Schlüsselspieler im Angriff der Königlichen.