Das polnische Bankwesen steht vor einer Reihe von Herausforderungen. PKO BP hat eine schwerwiegende Störung der Transaktionssysteme überwunden, während die Bank Pekao S.A. vor gefälschten E-Mails warnt. Gleichzeitig verzeichnet die Polizei gigantische Verluste von Bürgern durch Vishing und Investitionsbetrug. Die Situation wird durch den globalen Trend eines Anstiegs der Kriminalität auf der Plattform Telegram verschärft, wo die Zahl der Zahlungsbetrugsfälle innerhalb eines Jahres um über 200 Prozent gestiegen ist.

Störung und Unterbrechungen bei PKO BP

Die größte Bank in Polen stellte den Zugang zu den Systemen nach einer Störung wieder her, kündigt jedoch weitere technische Arbeiten an, die Abhebungen und Zahlungen einschränken.

Alarm bei der Bank Pekao S.A.

Die Institution warnt vor gefälschten E-Mail-Nachrichten mit Anhängen, die dazu dienen, die Log-in-Daten der Kunden zu stehlen.

Explosion der Kriminalität auf Telegram

Die Zahl der mit Zahlungen verbundenen Betrugsfälle auf diesem Messenger stieg 2025 um 233% und wurde zu einem globalen Problem.

Die letzten Tage brachten eine Häufung negativer Ereignisse im Finanzsektor, die sich direkt auf die Sicherheit und den Komfort der Kunden der größten Institutionen in Polen auswirken. Die größte polnische Bank, PKO BP, kämpfte mit einer umfangreichen Störung der Service-Systeme iPKO und der mobilen App IKO. Kunden meldeten über viele Stunden hinweg die Unmöglichkeit, Überweisungen durchzuführen, sowie fehlenden Zugang zur Kontostandsanzeige. Obwohl die Bank sich offiziell für die Unannehmlichkeiten entschuldigte und die volle Funktionalität der Systeme wiederherstellte, wurden bereits weitere technische Unterbrechungen angekündigt, die auch Kartenzahlungen und Abhebungen an Geldautomaten betreffen sollen. Parallel intensivierte sich eine Welle von Phishing-Kampagnen, die auf Kunden der Bank Pekao S.A. abzielen. Betrüger versenden E-Mail-Nachrichten mit gefährlichen Anhängen, deren Öffnen die Infektion des Geräts und den Verlust von Mitteln droht. Experten für Cybersicherheit weisen auf die extrem hohe Dynamik des Kriminalitätsanstiegs im Messenger Telegram hin. Laut Daten aus dem italienischen und spanischen Markt hat sich diese Plattform zum am schnellsten wachsenden Verbreitungskanal für Zahlungsbetrug entwickelt und verzeichnete einen Anstieg von 233% im Jahresvergleich. Seit der Verbreitung des Electronic Banking Ende der 90er Jahre haben sich die Betrugsmethoden von einfachen Telefonanrufen zu technisch hochentwickelten Social-Engineering-Kampagnen entwickelt, die künstliche Intelligenz nutzen. Die Situation betrifft auch Nutzer von Plattformen wie Revolut oder Netflix, wo Kriminelle Mechanismen anwenden, die auf dem Versenden gefälschter Links zur Aktualisierung von Zahlungsdaten basieren. Die Polizei warnt auch vor dem zunehmenden Phänomen des Vishings. Allein in einem der beschriebenen Fälle verlor eine Einwohnerin Polens über 200.000 Złoty nach einem Gespräch mit einem angeblichen Bankberater. Die Behörden appellieren, bei der Entgegennahme von SMS-Nachrichten über angebliche Strafzettel oder Nachzahlungen von Straßengebühren besondere Vorsicht walten zu lassen, wo ein Fehler in einem Buchstaben der URL zur Diebstahl der Bankidentität führen kann.