Nicolas Rimoldi, Vorsitzender der rechtspopulistischen Partei Mass-Voll, wurde vom Gericht in Frauenfeld wegen Verleumdung des Andenkens an die verstorbene Verkehrsministerin Doris Leuthard verurteilt. Der Politiker musste eine Geldstrafe auf Bewährung zahlen und die Prozesskosten tragen. Der Fall betraf Online-Kommentare, in denen Rimoldi Leuthard aufgrund ihrer Entscheidungen zur Geschwindigkeitsbegrenzung auf Schweizer Autobahnen als "Mörderin" bezeichnete. Der Prozess erregte Aufsehen, da er die Grenzen der Meinungsfreiheit und den Respekt vor öffentlichen Personen nach ihrem Tod berührt.
Verurteilung wegen Verleumdung einer Verstorbenen
Das Bezirksgericht in Frauenfeld befand Nicolas Rimoldi der Straftat der Verleumdung für schuldig. Es ging um Kommentare in sozialen Medien, in denen der Politiker die 2023 verstorbene ehemalige Verkehrsministerin Doris Leuthard als "Mörderin" bezeichnete. Grundlage des Vorwurfs war der Schutz des Andenkens und der Ehre verstorbener Personen.
Geldstrafe auf Bewährung
Die verhängte Strafe war eine Geldstrafe auf Bewährung. Die genaue Höhe der Geldstrafe wurde nicht in allen Quellen offengelegt. Rimoldi wurde außerdem verpflichtet, die Prozesskosten zu tragen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig, da der Verurteilte das Recht hat, Berufung einzulegen.
Hintergrund: Streit um Geschwindigkeitsbegrenzungen
Die verleumderischen Äußerungen bezogen sich auf die Verkehrspolitik von Doris Leuthard aus ihrer Zeit als Vorsteherin des Eidgenössischen Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation. Rimoldi, ein Befürworter höherer Geschwindigkeiten, kritisierte die während ihrer Amtszeit eingeführten Begrenzungen auf 80 km/h auf bestimmten Autobahnabschnitten und argumentierte, solche Entscheidungen seien schädlich.
Reaktion und politischer Kontext
Nicolas Rimoldi ist Vorsitzender und Gründer der Partei Mass-Voll, die als rechtspopulistisch beschrieben wird. Die Partei ist für kontroverse Kampagnen bekannt, die oft Themen wie Einwanderung und die Souveränität der Schweiz aufgreifen. Der Fall löste eine Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit im öffentlichen Leben aus, insbesondere im Hinblick auf verstorbene Personen.
Das Bezirksgericht im schweizerischen Frauenfeld hat Nicolas Rimoldi, den Vorsitzenden der rechtspopulistischen Partei Mass-Voll, wegen Verleumdung der verstorbenen ehemaligen Verkehrsministerin Doris Leuthard verurteilt. Das Urteil wurde am 5. März 2026 gefällt. Rimoldi hatte in Online-Kommentaren Leuthard als "Mörderin" bezeichnet, wobei er sich auf ihre Entscheidung bezog, niedrigere Geschwindigkeitsbegrenzungen auf bestimmten Autobahnabschnitten in der Schweiz einzuführen. Das Gericht wertete diese Aussagen als Straftat der Verleumdung, die die Persönlichkeitsrechte der verstorbenen Politikerin verletzte. Die verhängte Strafe war eine Geldstrafe auf Bewährung, und der Politiker wurde verpflichtet, die Prozesskosten zu tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, da Rimoldi das Recht auf Berufung hat. Doris Leuthard war eine einflussreiche Schweizer Politikerin der Christlichdemokratischen Volkspartei. Sie war von 2006 bis 2018 Mitglied des Bundesrates und übte in zwei Amtszeiten das Amt der Bundespräsidentin aus. Sie starb 2023 nach langer Krankheit. Ihre Verkehrspolitik, einschließlich der Förderung nachhaltiger Mobilität und Geschwindigkeitsbegrenzungen, war in manchen Automobilkreisen umstritten.Der Fall Rimoldi fügt sich in eine breitere Debatte über die Grenzen der Meinungsfreiheit im Internet und die Pflicht zum Respekt gegenüber öffentlichen Personen nach ihrem Tod ein. Die Staatsanwaltschaft argumentierte, dass der Schutz der Ehre mit dem Tod nicht erlösche, während die Verteidigung Rimoldis sich auf den Kontext politischer Kritik berufen könnte. Nicolas Rimoldi, Gründer der Partei Mass-Voll, ist für provokante Auftritte und Kampagnen gegen Einwanderung und die Institutionen der Europäischen Union bekannt.„Das war politische Kritik. Meiner Meinung nach haben ihre Entscheidungen die Freude am Autofahren in der Schweiz getötet.” — Nicolas Rimoldi
Mentioned People
- Nicolas Rimoldi — Vorsitzender und Gründer der Schweizer Partei Mass-Voll, wegen Verleumdung verurteilt.
- Doris Leuthard — Ehemalige Verkehrsministerin und Bundespräsidentin der Schweiz, verstorben 2023, deren Andenzen Gegenstand der Verleumdung war.