Spanische Notare schlagen Alarm über den Rückzug von Investoren vom Wohnungsmarkt in Katalonien. Junge Menschen erwarben im vergangenen Jahr nur eine von zehn verkauften Immobilien. Trotzdem steigen die Wohnungspreise weiter – im Jahr 2025 überschritten sie in fast der Hälfte der spanischen Provinzen 10 %. Die Notare haben ein Portal mit „realen Preisen“ von Transaktionen gestartet, um die Markttransparenz zu erhöhen.

Rückgang der Investorentätigkeit

Notare verzeichnen einen deutlichen Rückzug von Investoren vom katalanischen Immobilienmarkt, was ein Signal für eine sinkende Attraktivität des Anlagesektors ist.

Junge Menschen am Rande des Marktes

Personen im Alter von 35 Jahren und darunter kauften im Jahr 2025 nur 10,4 % aller verkauften Wohnungen, was die Krise der Verfügbarkeit unterstreicht.

Weiterer Preisanstieg

Die Wohnungspreise steigen weiter und überschritten im Jahr 2025 in 22 der 50 spanischen Provinzen 10 %, was den Markteintritt erschwert.

Neues Portal mit notariellen Daten

Der Consejo General del Notariado hat ein Portal mit Daten zu realen Transaktionspreisen gestartet, um die Transparenz zu verbessern und Käufern zu helfen.

Der spanische Wohnungsmarkt zeigt ein Bild tiefer Generationenungleichheiten und sich wandelnder Investitionstrends. Laut Daten aus notariellen Registern erwarben Personen bis 35 Jahre im Jahr 2025 nur 10,4 % aller verkauften Wohnungen. Dies ist der niedrigste gemeldete Anteil junger Käufer seit Jahren und illustriert das Ausmaß des Problems mit dem Zugang zu Wohneigentum für jüngere Generationen. Gleichzeitig steigen die Preise weiter und erschweren den Markteintritt.Der spanische Immobilienmarkt durchlief nach dem Platzen der Blase im Jahr 2008 eine tiefe Krise, die zu Massenräumungen und Preisverfall führte. Seitdem, insbesondere in Großstädten, ist ein starker Aufwärtstrend zu beobachten, angeheizt durch ausländische Investoren und Kurzzeit-Tourismus, der die Preise außerhalb der Reichweite lokaler Einkommen getrieben hat.Zudem signalisieren die Notare einen neuen Trend – den Rückzug traditioneller Investoren vom Markt in der Region Katalonien. „Los inversores se están retirando de la vivienda en Catalunya“ – stellen sie in einer Mitteilung fest. Diese Umkehr könnte durch Vorschriften für Kurzzeitvermietung, einen Rückgang der vorhersehbaren Rentabilität oder allgemeine wirtschaftliche Unsicherheit verursacht sein. Trotzdem lässt der Preisdruck nicht nach. Im vergangenen Jahr stiegen die Wohnungspreise in 22 der 50 spanischen Provinzen um über 10 %. Der nationale Durchschnitt des Anstiegs lag bei 7,3 %, aber Regionen wie die Balearen (13,9 %), Kantabrien (11,9 %) oder Madrid (10,2 %) verzeichneten zweistellige Sprünge. Um die Transparenz für Käufer zu erhöhen, hat der Consejo General del Notariado das Portal „Precios de la Vivienda“ gestartet. Es präsentiert Daten zu realen Transaktionspreisen aus notariellen Urkunden, um bei fundierten Entscheidungen zu helfen und gegen falsche Bewertungen vorzugehen. Das Portal wird vierteljährlich aktualisiert. Im Kontext der Rentabilität zeigen Daten für Januar 2026, dass 7,09% — dies die Nettorendite aus der Vermietung einer Wohnung in Spanien ist. Das ist ein Rückgang von etwa einem Prozentpunkt im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres, was die Vorsicht der Investoren erklären könnte.

Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Krise der Wohnungsverfügbarkeit für junge Menschen und den Bedarf an öffentlichen Interventionen und verweisen auf den Notarbericht als Beweis für ein Marktversagen. Konservative Medien könnten die Rolle transparenter Marktdaten, wie das Notarportal, als bessere Lösung gegenüber Regulierungen hervorheben und den Rückzug der Investoren als Marktkorrektur interpretieren.