Der ehemalige Taoiseach Bertie Ahern und der ehemalige Sinn-Féin-Führer Gerry Adams traten vor dem Auswärtigen Ausschuss des irischen Parlaments auf. Gemeinsam erörterten sie die Lehren aus dem nordirischen Friedensprozess, die auf den israelisch-palästinensischen Konflikt angewandt werden könnten. Sie betonten die Einzigartigkeit jedes Konflikts, wiesen aber auf universelle Herausforderungen bei der Umsetzung von Vereinbarungen hin. Ahern warnte davor, den Konfliktsparteien zu erlauben, sich "durch Schießen einen Platz am Verhandlungstisch zu erkämpfen".
Nutzung der Erfahrungen aus Irland
Ehemalige irische Führungspersönlichkeiten legten einem Parlamentsausschuss Erkenntnisse aus dem Friedensprozess vor, der zum Karfreitagsabkommen führte, im Kontext des Konflikts im Nahen Osten.
Einzigartigkeit von Konflikten und universelle Prinzipien
Ahern betonte, dass "keine zwei Konflikte gleich sind", wies aber auf bestimmte allgemeine Prinzipien hin, wie die Notwendigkeit von Gesprächen mit allen Seiten unter Wahrung der Gleichheit der Wertschätzung.
Herausforderung der Friedensumsetzung
Die entscheidende Herausforderung in jedem Friedensprozess ist die effektive Umsetzung der Vereinbarung und die Aufrechterhaltung des Prozesses trotz Schwierigkeiten, was den Kern einer dauerhaften Beendigung der Gewalt darstellt.
Bedarf an einer einheitlichen palästinensischen Führung
In der Diskussion wurde die These laut, dass die Palästinenser für den Erfolg jeglicher Friedensverhandlungen eine vereinte und anerkannte Führung benötigen, die ihre Interessen vertreten könnte.
Der ehemalige irische Premierminister, Bertie Ahern, und der ehemalige Sinn-Féin-Führer, Gerry Adams, nahmen an einer Anhörung vor dem irischen Oireachtas teil. Das Treffen wurde vom Auswärtigen Ausschuss organisiert und zielte darauf ab, zu analysieren, ob die Erfahrungen aus dem nordirischen Friedensprozess für die Lösung des israelisch-palästinensischen Konflikts nützlich sein könnten. In ihren Beiträgen bezogen sich beide Politiker direkt auf ihre Rollen bei den Verhandlungen, die zur Unterzeichnung des Karfreitagsabkommens im Jahr 1998 führten.
Der Konflikt in Nordirland, auch bekannt als "The Troubles", dauerte vom Ende der 1960er Jahre bis zur Unterzeichnung des Karfreitagsabkommens. Es handelte sich um einen bewaffneten und politischen Konflikt zwischen Unionisten (hauptsächlich Protestanten, die für den Verbleib im Vereinigten Königreich waren) und Nationalisten (hauptsächlich Katholiken, die die Vereinigung Irlands anstrebten). Dabei kamen über 3600 Menschen ums Leben. Der Friedensprozess war langwierig und erforderte das Engagement aller Konfliktparteien sowie externer Vermittler.
Bertie Ahern wies in seinem Beitrag auf einen fundamentalen Unterschied zwischen Konflikten hin und stellte fest: „"No two conflicts are the same"” — Der ehemalige Taoiseach (Premierminister) Irlands, eine Schlüsselfigur im nordirischen Friedensprozess.. Dennoch wies er darauf hin, dass bestimmte universelle Lehren gezogen werden können. Er betonte, dass es entscheidend sei, Gespräche mit allen Konfliktbeteiligten auf der Grundlage von Parity of esteem, also der Gleichheit der Wertschätzung, zu führen. Gleichzeitig gab er eine eindeutige Warnung aus und erklärte, dass keiner Seite erlaubt werden dürfe, sich "durch Schießen einen Platz am Verhandlungstisch zu erkämpfen". Das bedeutet, dass Gewalt kein Ticket sein darf, um den Status eines Verhandlungspartners zu erlangen. Die Hauptherausforderung, auf die er hinwies, sei nicht der Abschluss einer Vereinbarung selbst, sondern deren Umsetzung und die Aufrechterhaltung des Friedensprozesses in schwierigen Phasen, was er als "entscheidende Herausforderung" bezeichnete.
In der Diskussion, deren Widerhall die irischen Medien verzeichneten, kam das Thema der palästinensischen Situation auf. Die Teilnehmer wiesen darauf hin, dass für jede Chance auf einen dauerhaften Friedensprozess im Nahen Osten eine einheitliche und anerkannte palästinensische Führung unerlässlich sei. Die Zersplitterung der Autorität zwischen der Palästinensischen Autonomiebehörde im Westjordanland und der Organisation Hamas im Gazastreifen stelle ein ernsthaftes Hindernis dar. Gerry Adams, der Erfahrung damit hatte, eine Seite zu vertreten, die lange Zeit von offiziellen politischen Prozessen ausgeschlossen war, konnte Perspektiven zur Einbeziehung solcher Akteure in den Dialog teilen. Die irische Presse kommentierte das Ereignis mit der Bemerkung, dass, obwohl die Absichten edel seien, die Diskussion selbst etwas entfernt von der direkten, blutigen Realität des Konflikts in Gaza erscheinen mochte.
Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen den Wert der Weitergabe von Friedenserfahrungen und das Potenzial des Dialogs als Werkzeug zur Lösung selbst der hartnäckigsten Konflikte. Konservative Medien könnten den Vergleich des Konflikts in Nordirland mit dem Nahen Osten in Frage stellen und ihn als naiv und die radikalen religiösen und geopolitischen Unterschiede ignorierend ansehen.
Mentioned People
- Bertie Ahern — Ehemaliger Taoiseach (Premierminister) Irlands, Schlüsselfigur im Friedensprozess in Nordirland.
- Gerry Adams — Ehemaliger Führer der irischen Partei Sinn Féin, beteiligt am nordirischen Friedensprozess.