Der Krieg in der Ukraine fordert Opfer unter jungen Männern aus Kenia. Ausländischen Medien zufolge sind bereits etwa tausend Personen mit gefälschten Arbeitsverträgen als Fahrer oder Wachleute nach Russland gereist. Statt legaler Beschäftigung werden sie militärisch ausgebildet und an die Front geschickt. Ihre Familien fordern die Regierung in Nairobi zum Eingreifen auf. Russland äußert sich nicht zu den Vorwürfen.
Falsche Arbeitsversprechen
Junge Kenianer reisen nach Russland im Glauben an Verträge für zivile Arbeiten. Tatsächlich werden sie zwangsweise in die Armee eingezogen.
Schätzungsweise tausend Opfer
Laut Informationen der Deutschen Welle beläuft sich die Zahl der von russischen Rekrutierern betrogenen Personen aus Kenia auf etwa tausend.
Fehlende Kampferfahrung
Die meisten Rekruten haben keine militärische Ausbildung und gelangen ohne Vorbereitung an die Front in der Ukraine.
Druck auf die kenianische Regierung
Die Familien der Getöteten und Vermissten fordern die Behörden in Nairobi zum Eingreifen und zu Aufklärung durch Moskau auf.
Russland schweigt zu den Vorwürfen
Der Kreml äußert sich offiziell nicht zur Rekrutierung von Ausländern, was diplomatische Maßnahmen erschwert.
Das Drama der Familien aus Kenia erlangt internationale Aufmerksamkeit. Wie ausländische Medien berichten, darunter die spanische Zeitung „El Mundo“ und der katarische Sender „Al Jazeera“, sind Hunderte junger Männer aus dem afrikanischen Staat Opfer eines internationalen Systems aus Betrug und Zwangsrekrutierung für die russische Armee geworden. Sie reisen in der Hoffnung auf Verdienstmöglichkeiten aus und erhalten Versprechen auf Arbeit als LKW-Fahrer, Wachleute oder Maschinenführer in Russland. Bei ihrer Ankunft stellt sich heraus, dass die Verträge ungültig sind und ihre Pässe eingezogen werden. Die russische Armee leidet seit Beginn der großangelegten Invasion in der Ukraine im Februar 2022 unter Personalproblemen. Bereits nach der Annexion der Krim im Jahr 2014 führte Russland informelle Rekrutierungen von Söldnern durch, unter anderem über die Wagner-Gruppe, die in Syrien und afrikanischen Ländern aktiv war. Die Tradition der Nutzung von Ausländern in den russischen Streitkräften hat eine lange Geschichte, die bis in die Zarenzeit und die Sowjetunion zurückreicht. Statt ziviler Arbeit gelangen die Männer in Ausbildungszentren, wo sie einer zwangsweisen militärischen Schulung unterzogen werden. Anschließend werden sie ohne jegliche Kampferfahrung an die Front in der Ukraine geschickt. „"This is the Russian military, and once you are here, you either fight or die."” — Betrogener Kenianer, der an die Front in der Ukraine gelangte – so lautete die Information, die laut Berichten von „Al Jazeera“ einer der betrogenen Kenianer von seinem Ausbilder erhielt. Bibiana Wangari, die Mutter von Charles Waithaki, bestätigt, dass ihr Sohn durch eine Minenexplosion auf ukrainischem Gebiet ums Leben kam. Seine Leiche konnte weder gefunden noch in sein Heimatland überführt werden.<kluczowa-liczba wartość=
Mentioned People
- Dancan Chege — Betrogener Kenianer, der nach einem Arbeitsversprechen als Fahrer an die Front in der Ukraine gelangte.
- Bibiana Wangari — Mutter von Charles Waithaki, der auf der russischen Seite in der Ukraine kämpfte und fiel.
- Charles Waithaka — Junger Kenianer, der nach Zwangsrekrutierung an der Front in der Ukraine fiel.