Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hat die Zukunft des gemeinsam mit Frankreich und Spanien entwickelten Kampfflugzeugs der sechsten Generation FCAS offen infrage gestellt. Während Berlin Gespräche über den Kauf weiterer amerikanischer F-35-Maschinen führt, nehmen die technologischen und operativen Differenzen zwischen den europäischen Partnern zu. Die Lage im Verteidigungssektor wird zusätzlich durch Produktionsstillstände bei Airbus und den wachsenden Druck der USA auf die Verbündeten angesichts globaler Spannungen erschwert.
Krise des FCAS-Projekts
Kanzler Friedrich Merz hat öffentlich den Sinn einer Fortsetzung des gemeinsamen Projekts mit Frankreich zum Bau eines Kampfflugzeugs der sechsten Generation im Wert von 100 Mrd. Euro infrage gestellt.
Deutschland kauft F-35
Berlin verhandelt über den Kauf von mehr als 35 zusätzlichen F-35-Maschinen, was auf einen Verzicht auf den Bau einer europäischen Alternative zugunsten amerikanischer Technologie hindeuten könnte.
Produktionsstillstände bei Airbus
Der Konzern Airbus hat die Produktionsprognosen bis 2027 aufgrund von Verzögerungen bei Pratt & Whitney gesenkt, was das beliebteste Modell A320neo betrifft.
Rekordgewinne der Rüstungsindustrie
Der britische Gigant BAE Systems verzeichnete einen Umsatzanstieg um 10 % auf 30,66 Mrd. Pfund dank steigender Ausgaben der NATO-Staaten.
Das Bauprojekt des Systems FCAS mit einem geschätzten Wert von 100 Mrd. Euro befindet sich in der tiefsten Krise seit seiner Gründung im Jahr 2017. Kanzler Friedrich Merz hat öffentlich angedeutet, dass Deutschland sich aus dem Vorhaben zurückziehen könnte, und dabei auf grundlegende Unterschiede zwischen den Bedürfnissen von Berlin und Paris hingewiesen. Laut dem deutschen Regierungschef benötigt Frankreich eine Maschine, die von Flugzeugträgern aus operieren und Atomwaffen tragen kann, was nicht in die aktuelle Doktrin und die Bedürfnisse der Bundeswehr passt. Ein weiterer destabilisierender Faktor sind Kompetenzstreitigkeiten zwischen den Konzernen Dassault Aviation, Airbus und dem spanischen Unternehmen Indra. Die deutsch-französische Rüstungszusammenarbeit leidet seit Jahrzehnten unter widersprüchlichen industriellen Interessen, wie etwa der Spaltung beim Bau des Eurofighters, die zur Entwicklung des eigenständigen französischen Kampfflugzeugs Rafale führte. Gleichzeitig intensiviert Deutschland die Zusammenarbeit mit den USA. Inoffiziellen Informationen zufolge erwägt Berlin den Kauf von mehr als 35 zusätzlichen Kampfflugzeugen F-35, was die ursprüngliche Bestellung von 2022 fast verdoppeln würde. Experten weisen darauf hin, dass die Wahl der amerikanischen Konstruktion eine schnellere Zertifizierung für den Transport von Atomsprengköpfen im Rahmen des Programms Nuclear Sharing ermöglicht, was angesichts der Rhetorik von Donald Trump Priorität hat. Auf technologischer Ebene gibt es Kontroversen um die Datensouveränität bei der F-35; der niederländische Verteidigungsminister schlug die Möglichkeit eines „Jailbreakens” der Software dieser Maschinen vor, um die nationale Kontrolle darüber zu erhöhen. „Die Franzosen benötigen im Rahmen der nächsten Generation von Kampfflugzeugen ein Flugzeug, das Atomwaffen tragen und von Flugzeugträgern aus operieren kann. Das ist etwas, was wir derzeit in der deutschen Armee nicht brauchen.” — Friedrich Merz Die Lage in der europäischen Luftfahrtindustrie wird durch Probleme bei Airbus verschärft, der die Produktionspläne für das Modell A320neo bis Ende 2027 überarbeitet hat. Grund sind kritische Lieferverzögerungen bei Triebwerken des Unternehmens Pratt & Whitney. Trotz dieser Schwierigkeiten verzeichnet der europäische Verteidigungssektor Rekordgewinne, was die Ergebnisse von BAE Systems bestätigen, dessen Umsatz um 10 % auf über 30 Mrd. Pfund gestiegen ist. Gleichzeitig demonstrieren die Vereinigten Staaten operative Bereitschaft, indem sie Hunderte Soldaten und Dutzende Maschinen zur Basis Lajes auf den Azoren verlegen, was als Vorbereitung auf strategisch weitreichendere Operationen interpretiert wird. 100 mld — Euro beträgt der geschätzte Wert des gefährdeten FCAS-Projekts Seit 2022, nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine, haben die meisten europäischen Staaten beschlossen, die Modernisierung ihrer Armeen drastisch zu beschleunigen, was fertige Lösungen aus den USA gegenüber langjährigen nationalen Projekten begünstigt.Medien mit liberalem Profil betonen die Gefahr für die europäische Einheit und die strategische Autonomie der EU angesichts der Dominanz der US-Industrie. | Konservative Redaktionen konzentrieren sich auf die Rationalisierung der Verteidigungsausgaben und die Notwendigkeit, sofort einsatzfähige Waffen angesichts der Bedrohung aus dem Osten zu besitzen.
Mentioned People
- Friedrich Merz — Kanzler Deutschlands, der die Beteiligung seines Landes am FCAS-Projekt infrage gestellt und den Bau deutscher Atomwaffen ausgeschlossen hat.
- Hanno Pevkur — Verteidigungsminister Estlands, der den Wunsch äußerte, dass die estnische Industrie an der Produktion von CV90-Fahrzeugen beteiligt wird.
- Gijs Tuinman — Niederländischer Verteidigungsminister, der mit der Aussage über die Möglichkeit einer Modifikation der F-35-Software eine Diskussion auslöste.