Die makroökonomischen Daten vom Februar aus den größten Volkswirtschaften der Eurozone lieferten unterschiedliche Ergebnisse. Während die Inflation in Deutschland auf 1,9% abgebremst ist und damit unter das Inflationsziel gefallen ist, wurde in Frankreich ein starker Preisanstieg von 1% verzeichnet. Diese Situation stellt die Europäische Zentralbank vor neue Herausforderungen bei der Gestaltung der Geldpolitik, insbesondere angesichts sinkender Energie- und steigender Lebensmittelpreise in der gesamten Region.
Deutschland unter Ziel
Die Inflation in Deutschland sank auf 1,9% und erreichte damit ein Niveau unterhalb des Ziels der Europäischen Zentralbank dank günstigerer Energie.
Preissprung in Frankreich
Frankreich verzeichnete einen unerwarteten monatlichen Inflationsanstieg von 1%, der auf eine Überarbeitung der Energiepreise zurückzuführen ist.
Stabilisierung in Spanien
Die Inflation in Spanien blieb bei 2,3% im Jahresvergleich, was auf eine Stabilisierung der Preise in der Mittelmeerregion hindeutet.
Die neuesten Verbraucherpreisindizes in Europa zeichnen das Bild einer Zwei-Geschwindigkeiten-Wirtschaft. Das deutsche Statistische Bundesamt (Destatis) meldete einen Rückgang der jährlichen Preisdynamik auf 1,9%. Dies ist ein besseres Ergebnis als von Analysten prognostiziert, die eine Beibehaltung des Index um die 2% erwartet hatten. Als Hauptfaktor für die Bremse der Teuerung bei unseren westlichen Nachbarn erwiesen sich niedrigere Energiepreise, die den anhaltenden Preisdruck im Dienstleistungs- und Lebensmittelsektor ausglichen. In den einzelnen Bundesländern war die Situation jedoch unterschiedlich – von einer Stabilisierung in Sachsen bis zu einem Anstieg von 2,2% in Hessen. Inflation in Frankreich überraschte die Märkte in die entgegengesetzte Richtung. Das französische Statistikamt Insee meldete einen monatlichen Preissprung von 1%, der hauptsächlich auf das Auslaufen staatlicher Strompreisbremsen und einen Anstieg der Haushaltsausgaben zurückgeführt wird. Dennoch deuten die Daten zum französischen BIP-Wachstum für das vierte Quartal 2025 (0,2%) darauf hin, dass diese Wirtschaft eine gewisse Widerstandsfähigkeit gegenüber Preisschocks zeigt, auch wenn der Kostendruck höher bleibt als in Deutschland. Die Europäische Zentralbank verfolgt seit 2022 eine restriktive Geldpolitik, indem sie die Zinssätze auf historisch hohe Niveaus angehoben hat, um die durch die Energiekrise und die Pandemie ausgelöste Inflation zu zügeln. In Spanien bleibt die Lage stabil, und der jährliche Preisindex hielt sich bei 2,3%. Wie in Deutschland spielten dort Rückgänge am Strommarkt eine Schlüsselrolle, die die Anstiege in anderen Kategorien ausglichen. Die unterschiedlichen Daten aus den drei größten Volkswirtschaften der Eurozone werden die anstehenden Entscheidungen der EZB über mögliche Senkungen der Zinssätze erschweren. Investoren verfolgen diese Daten aufmerksam und sehen in ihnen Signale für das Tempo der geldpolitischen Lockerung in den kommenden Monaten des Jahres. „En février, l'inflation en France fait un bond de 1%, selon l'Insee” (Im Februar macht die Inflation in Frankreich einen Sprung von 1%, so das Insee) — Insee (Französisches Nationales Institut für Statistik und Wirtschaftsstudien)