Śląsk Wrocław hat ein Einlassverbot für Fans von Wisła Kraków für das bevorstehende Spiel in der I liga angekündigt und dies mit Sicherheitsbedenken begründet. In Reaktion darauf kündigte die Führung des 'Weißen Sterns' an, eine Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft zu stellen, und fordert harte Strafen für den Wrocławer Verein, darunter Punktabzug und Stadionsperre. Der Streit hat in der polnischen Fußballszene für Aufsehen gesorgt und eskaliert die bisherige Krise im Zusammenhang mit dem Boykott der Krakauer Fans.

Keine Wisła-Fans in Wrocław

Śląsk Wrocław hat offiziell die Aufnahme einer organisierten Fangruppe aus Krakau abgelehnt und beruft sich auf eine Gefährdung der Sicherheit.

Strafanzeige bei der Staatsanwaltschaft

Wisła Kraków kündigte an, den Rechtsweg zu beschreiten und die Sache bei den Strafverfolgungsbehörden gegen die Handlungen von Śląsk vorzulegen.

Forderung nach Disziplinarstrafen

Der Weiße Stern fordert vom PZPN einen Punktabzug für Śląsk sowie die Schließung des dortigen Stadions als Vergeltung für die Diskriminierung.

Spannungen bei Cracovia

Parallel dazu läuft ein interner Konflikt bei Cracovia, wo Fans gegen die Handlungen der neuen Anteilseigner des Vereins protestieren.

Die Entscheidung der Führung von Śląsk Wrocław, Fans von Wisła Kraków nicht zum Topspiel in der zweithöchsten Spielklasse zuzulassen, hat einen beispiellosen Konflikt zwischen den Vereinen ausgelöst. Grundlage der Entscheidung der Wrocławer sollen Sicherheitsbedenken im Stadion sein, was in den weiteren Kontext eines inoffiziellen Boykotts der Fans des Krakauer Vereins durch andere Mannschaften in Polen passt. Wisła Kraków reagierte umgehend mit einer emotionalen und sachlichen Stellungnahme, in der sie tiefe Empörung über diese Wendung der Dinge ausdrückt. Präsident Jarosław Królewski kündigte an, dass der Verein die Diskriminierung seiner Anhänger nicht zulassen und rechtliche Schritte gegen den Veranstalter des Spiels einleiten werde. Der Verein aus Krakau hat eine Liste radikaler Forderungen an die Disziplinarorgane des Polnischen Fußballverbands (PZPN) formuliert. Wisła fordert nicht nur die Verhängung hoher Geldstrafen gegen Śląsk Wrocław, sondern auch die Prüfung von Sanktionen in Form von Minuspunkten sowie die vollständige Schließung des Stadions in Wrocław für Zuschauer. Von Bedeutung ist, dass die Sache ihren Weg zur Staatsanwaltschaft finden soll, da die Krakauer in den Handlungen des Konkurrenten Verstöße gegen die Vorschriften zur Organisation von Massenveranstaltungen und potenzielle Kompetenzüberschreitungen sehen. Seit den tragischen Ereignissen in Radłów im August 2023, bei denen ein Fan nach Auseinandersetzungen zwischen Hooligan-Gruppen ums Leben kam, haben Fans von Wisła Kraków mit massiven Einlassverweigerungen bei Auswärtsspielen in ganz Polen zu kämpfen. Im Schatten des Streits um den Stadionzutritt bei Śląsk hat der Krakauer Verein eine ungewöhnliche Marketingaktion durchgeführt, im Rahmen derer er den örtlichen Zoo und dessen Capybaras unterstützen will, was als ironischer Kommentar zur Argumentation der Wrocławer gedacht ist. Gleichzeitig überträgt sich die angespannte Atmosphäre in Krakau selbst auch auf den Rivalen von Wisła – Cracovia. Dort brachten die Fans während des Spiels gegen Piast Gliwice lautstark ihre Unzufriedenheit mit der Eigentümersituation im Verein zum Ausdruck, lehnten sich gegen neue Ordnungen auf und betonten ihre Verbundenheit zur Tradition. Die Lage im Krakauer Fußball wird zunehmend vielschichtiger und verbindet sportliche, rechtliche und gesellschaftliche Aspekte. „Wisła Kraków jako klub czuje się oburzona obecną sytuacją i podejmie wszelkie kroki prawne, aby chronić swoich kibiców przed bezpodstawną dyskryminacją.” — Präsident Jarosław Królewski Diese Ereignisse werfen einen Schatten auf den Ruf der polnischen Fußballwettbewerbe und zeigen eine tiefe Polarisierung sowie die Unfähigkeit der Wettbewerbsorganisatoren, ein systemisches Problem bei der Aufnahme organisierter Gruppen zu lösen. Die Organisation von Massenveranstaltungen in Polen erfordert die strikte Einhaltung von Sicherheitsverfahren, auf die sich Śląsk beruft, die nach Ansicht von Wisła jedoch missbraucht werden. Die Entscheidungen der Disziplinarorgane könnten entscheidend für die Tabellenkonstellation sein, wenn es tatsächlich zu einem Punktabzug für die Mannschaft aus Wrocław kommt.

Mentioned People

  • Jarosław Królewski — Präsident und Mehrheitsgesellschafter von Wisła Kraków, Initiator der rechtlichen Schritte gegen Śląsk.
  • Kacper Duda — Fußballspieler von Wisła Kraków, der im nächsten Ligaspiel nicht auflaufen wird.