Die deutsche Wirtschaft sieht sich mit zunehmenden strukturellen Schwierigkeiten konfrontiert. Laut dem neuesten Bericht der Firma EY ist die Beschäftigung in der Industrie allein im Jahr 2025 um 120.000 Personen gesunken, was einem fast doppelt so schnellen Tempo entspricht wie im Vorjahr. Gleichzeitig weist eine Analyse des ifo-Instituts auf ein gigantisches Preisgefälle zwischen den Bundesländern hin, wobei Ostdeutschland die Auswirkungen der Inflation stark zu spüren bekommt, trotz optimistischer Signale beim Anstieg der Reallöhne.
Drastischer Beschäftigungsrückgang
Die deutsche Industrie verlor 124.000 Beschäftigte im Jahr 2025, was einem Beschäftigungsrückgang von 2,3% im Jahresvergleich entspricht.
Ungleiche regionale Inflation
In den Jahren 2020-2025 stiegen die Preise in Brandenburg um 1,8 Prozentpunkte stärker als der Bundesdurchschnitt von 21,8%.
Schwarze Wolken über Berlin
Fast 25% der Unternehmen in der Region Berlin-Brandenburg fürchten aufgrund der anhaltenden Stagnation die Einstellung ihrer Geschäftstätigkeit.
Schwache Investitionsstimmung
Der Erwartungsindex des ZEW fiel auf 58,3 Punkte, was einen schwierigen Start ins Jahr 2026 für die deutschen Finanzmärkte ankündigt.
Die Lage im deutschen Industriesektor hat sich Ende 2025 drastisch verschlechtert. Aus den von EY gesammelten Daten geht hervor, dass die Zahl der Beschäftigten in der Industrie unseres westlichen Nachbarn auf 5,38 Millionen Personen gesunken ist. Das bedeutet einen Rückgang um 124.000 Arbeitsplätze innerhalb von nur zwölf Monaten. Am stärksten betroffen war der Automobilsektor, der traditionell die Exportlokomotive des Landes darstellte. Experten weisen darauf hin, dass die Entlassungswelle vor allem größere Wirtschaftseinheiten mit mehr als 50 Beschäftigten traf. Das deutsche Wirtschaftsmodell basierte jahrzehntelang auf billiger Energie aus Russland und starken Exporten nach China. Die Aggression Russlands gegen die Ukraine im Jahr 2022 und die Änderung der Handelspolitik Pekings zwangen Berlin zu einer schmerzhaften Energie- und Industriewende. Parallel zur Krise auf dem Arbeitsmarkt sehen sich die Einwohner Deutschlands mit den Auswirkungen jahrelangen Preisanstiegs konfrontiert. Eine Analyse des ifo-Instituts zeigt, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen in Deutschland in den Jahren 2020–2025 im Durchschnitt um 21,8 Prozent gestiegen sind. Die höchste Inflationsdynamik wurde in Brandenburg verzeichnet, wo dieser Index um 1,8 Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt lag. Am entgegengesetzten Pol befand sich Hamburg, das die Teuerungsphase am mildesten durchlief. Dennoch beobachten Ökonomen in den ostdeutschen Ländern einen positiven Trend, wo ein starker Lohnanstieg den Kaufkraftverlust des Geldes weitgehend ausglich. 124 Tsd. — Personen verloren 2025 ihren Arbeitsplatz in der deutschen Industrie Die Prognosen für das Jahr 2026 bleiben uneindeutig. Obwohl die IHK ein Wirtschaftswachstum auf bescheidenem Niveau von 1 Prozent vorhersagt, sind die Stimmungen unter den Investoren, gemessen am Index des ZEW, unerwartet gesunken. Unternehmer in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern beklagen das Fehlen von Wachstumsimpulsen, und jedes vierte Unternehmen in der Hauptstadt fürchtet, angesichts anhaltender Stagnation die Geschäftstätigkeit einstellen zu müssen. „Das Ausmaß des Beschäftigungsabbaus in der deutschen Industrie war Ende 2025 fast doppelt so hoch wie im Jahr 2024.” — EY-Bericht Kumulierte Inflation in den Bundesländern (2020-2025): Brandenburg: 23.6, Sachsen: 23.5, Sachsen-Anhalt: 23.4, Bremen: 23.4, Bundesdurchschnitt: 21.8, Hamburg: 19.8 Veränderung der Beschäftigung in der deutschen Industrie: Anzahl der Beschäftigten: 5,50 Mio. (2024) → 5,38 Mio. (2025); Umfang des Abbaus: ~64 Tsd. → 124 Tsd.
Medien mit liberalem Profil betonen den Anstieg der Reallöhne in den ostdeutschen Ländern als Erfolg, der den Lebensstandard angleicht. | Konservative Titel unterstreichen den dramatischen Verlust an Wettbewerbsfähigkeit der Industrie und die Fehler in der Energiepolitik der Regierung.
Mentioned People
- Manja Schreiner — Generaldirektorin der Industrie- und Handelskammer in Berlin, verantwortlich für den Bericht über die Krise in der Hauptstadt.