Die deutsche Zentralbank, die Bundesbank, schloss das Jahr 2025 mit einem Verlust von 8,6 Milliarden Euro ab. Dies ist das Ergebnis des rapiden Anstiegs der Zinssätze, der die Institution zwang, hohe Zinsen an Geschäftsbanken für deren Einlagen zu zahlen. Gleichzeitig verdeutlichen zahlreiche Insolvenzen im Handwerkssektor und gemischte Ergebnisse von Giganten wie Merck oder DHL die komplexe Lage in der größten Volkswirtschaft der Eurozone.

Milliardenschwerer Verlust der Bundesbank

Die deutsche Zentralbank verzeichnete 2025 einen Verlust von 8,6 Mrd. Euro aufgrund hoher Zinssätze.

Krise im Handwerk

Die Zahl der Insolvenzen im Handwerkssektor ist die höchste seit über einem Jahrzehnt.

Hausse auf dem Goldmarkt

Die deutschen Edelmetallreserven gewannen an Wert dank Rekordpreisen an den Warenbörsen.

Pessimismus in der Pharmabranche

Der Konzern Merck prognostiziert einen Gewinnrückgang aufgrund auslaufender Patente und Wechselkursschwankungen.

Die Deutsche Bundesbank hat die offiziellen Finanzergebnisse für das Jahr 2025 bekannt gegeben und einen Nettoverlust von 8,6 Milliarden Euro offengelegt. Diese Situation ist eine direkte Folge der restriktiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank, die durch Zinserhöhungen gegen die Inflation kämpfte. Infolgedessen musste die Bundesbank Milliarden Euro an Geschäftsbanken zahlen, die Einlagen bei der Zentralbank halten, während die Erträge aus zuvor gekauften, niedrig verzinsten Anleihen unverändert blieben. Diese Verluste wurden hauptsächlich durch die Auflösung von in früheren Jahren angesammelten Rücklagen ausgeglichen, was bedeutet, dass die Bundesbank erneut keinen Gewinn an den deutschen Bundeshaushalt ausschütten wird. Vor dem Hintergrund der Probleme der Zentralbank steht der Zustand der deutschen Goldreserven im Kontrast. Dank einer globalen Hausse auf dem Edelmetallmarkt verzeichnete der Wert des deutschen Goldes einen starken Anstieg, was die Bilanz der Institution technisch stärkt, sich aber nicht direkt auf die operative Liquidität auswirkt. Unterdessen bereiten Daten aus der Realwirtschaft Sorgen. Laut einem Bericht von Creditreform erreichte die Zahl der Insolvenzen im deutschen Handwerk den höchsten Stand seit 2014. Unternehmen kämpfen mit hohen Energiekosten, einem Mangel an qualifizierten Arbeitskräften und einer nachlassenden Inlandsnachfrage, was besonders kleine und mittlere Unternehmen trifft, die das Rückgrat der dortigen Wirtschaft bilden. Nach der Finanzkrise von 2008 führten Zentralbanken weltweit eine Politik der quantitativen Lockerung durch und kauften Staatsanleihen auf. Der 2022 begonnene Zinserhöhungszyklus kehrte diese Dynamik um und machte alte Anleihenportfolios im Vergleich zu den neuen Finanzierungskosten unrentabel. Die Kapitalmärkte reagierten auch auf die Finanzberichte wichtiger Konzerne. Der Pharmariese Merck KGaA warnte vor einem erwarteten Gewinnrückgang im Jahr 2026, was mit dem Wettbewerb durch Generika und ungünstigen Währungsschwankungen, einschließlich eines schwächeren Dollars, zusammenhängt. Das Logistikunternehmen DHL überraschte Analysten trotz einer allgemeinen wirtschaftlichen Verlangsamung mit positiven Ergebnissen im Segment für Brief- und Paketsendungen. Im Rüstungssektor treiben Fusionen und Rekordaufträge die Ergebnisse von Unternehmen wie Renk an, obwohl Investoren angesichts konservativer Prognosen für die Zukunft vorsichtig bleiben. Das Gesamtbild wird durch den Schweizer Markt vervollständigt, wo der Franken außergewöhnlich stark bleibt, was eine Herausforderung für Exporteure darstellt. „Es ist noch keine Zeit zum Feiern, da unsere Rentabilitätsgrundlagen unter dem Druck hoher Zinsen bleiben.” — Präsident der Bundesbank, verantwortlich für die Geldpolitik Deutschlands.

Mentioned People

  • Joachim Nagel — Präsident der Bundesbank, verantwortlich für die Geldpolitik Deutschlands.
  • Martin Hoffmann — CEO des Unternehmens On, dessen Gehalt mit dem des Chefs des Konzerns Roche gleichzog.