Der peruanische Kongress hat einen Antrag auf Amtsenthebung des Interimspräsidenten José Jerí angenommen. Die Entscheidung fiel nur vier Monate nach seiner Amtsübernahme infolge eines Korruptionsskandals. Der Politiker wurde bezichtigt, bezahlte Protektion gewährt und nicht offengelegte Kontakte zu chinesischen Unternehmern unterhalten zu haben. Dies ist bereits der achte Wechsel an der Staatsspitze im letzten Jahrzehnt, was die chronische politische Instabilität in diesem Andenstaat vertieft.
Abstimmung im Kongress
Für die Entfernung von José Jerí stimmten 75 Abgeordnete, was eine deutliche Mehrheit darstellt und zur sofortigen Vakanz des Amtes des Präsidenten von Peru führt.
Korruptionsvorwürfe
Dem Präsidenten wurde Einflusshandel sowie die Verschleierung von Treffen mit chinesischen Investoren vorgeworfen, die Gegenstand staatlicher Ermittlungen waren.
Chronische Instabilität
Dies ist bereits der achte Wechsel an der Spitze in den letzten zehn Jahren; Jerí bekleidete die Interimsfunktion nur vier Monate.
Am Dienstag beschloss der peruanische Kongress, Interimspräsident José Jerí aus dem Amt zu entfernen. Für den Antrag auf Impeachment stimmten 75 Abgeordnete, bei 24 Gegenstimmen und 3 Enthaltungen. Der 39-jährige Jerí, Jurist und ehemaliger Parlamentspräsident, bekleidete das Amt des Staatsoberhauptes nur 108 Tage. Die Opposition warf ihm Verstrickung in einen Skandal um illegale Beschäftigungen und bezahlte Protektion vor. Der unmittelbare Grund für die Entlassung war die Verschleierung von Treffen mit chinesischen Geschäftsleuten, die unter Beobachtung der staatlichen Dienste standen. Der Sturz der Regierung Jerí ist eine weitere Etappe der seit 2016 andauernden institutionellen Krise in Peru. Der Staat kämpft mit einer Rekordfluktuation an Führungspersonen – in den letzten zehn Jahren hatte das Land acht Präsidenten. Jerí übernahm die Macht im Oktober und ersetzte Dina Boluarte, die ebenfalls in einem Skandalumfeld abgesetzt wurde. Obwohl seine Ernennung ursprünglich Stabilität vor den für April geplanten allgemeinen Wahlen bringen sollte, führten neue Korruptionsvorwürfe schnell zur Lähmung seiner Verwaltung. Die Situation in Peru ist in der Region einzigartig aufgrund einer speziellen verfassungsrechtlichen Konstruktion, die es dem Parlament erlaubt, den Präsidenten wegen "anhaltender moralischer Unfähigkeit" zu entlassen. Diese unpräzise Formulierung wurde in den letzten Jahren wiederholt für politische Kämpfe genutzt, was zu einer fast vollständigen Erosion des Bürgervertrauens in die staatlichen Institutionen führte. Derzeit hat das Parlament die Position des Präsidenten als vakant erklärt. Das Land steht angesichts einer weiteren abrupten Nachfolge weniger als zwei Monate vor der landesweiten Abstimmung. Beobachter weisen darauf hin, dass eine so tiefe Polarisierung und häufige Wechsel an der Machtspitze die Wirtschaft und die internationalen Beziehungen Perus negativ beeinflussen, insbesondere im Kontext ausländischer Investitionen im Bergbausektor. Abstimmung über die Amtsenthebung des Präsidenten: Dafür: 75, Dagegen: 24, Enthaltungen: 3 8 — Präsidenten regierten Peru in weniger als einem Jahrzehnt „Meine Anwesenheit in der Regierung sollte eine Brücke zur Demokratie sein, nicht eine Quelle weiterer Spaltungen in der Nation.” — José Jerí Kurzes Mandat von José Jerí: Oktober 2025 — Vereidigung; 16. Februar 2026 — Misstrauensantrag; 17. Februar 2026 — Amtsenthebung Medien betonen die Notwendigkeit, Korruption an der Machtspitze zu bekämpfen und staatliche Strukturen von informellen Einflüssen zu säubern. | Kommentatoren weisen auf den Missbrauch des Instruments der Präsidentenabberufung durch das Parlament hin, was stabile Regierungen der Rechten unmöglich macht.
Mentioned People
- José Jerí — Interimspräsident von Peru, der im Februar 2026 nach einem Korruptionsskandal abgesetzt wurde.
- Dina Boluarte — Vorgängerin von Jerí im Amt der Präsidentin, ebenfalls von der Macht entfernt.