Die Führung der spanischen Volkspartei unter Alberto Núñez Feijóo hat die direkte Kontrolle über die Koalitionsverhandlungen mit der Partei Vox übernommen. Das neue Rahmenabkommen, das als landesweit verbindlich bezeichnet wird, soll die Krise in Extremadura und Aragonien beenden. Gleichzeitig hat Vox seine Position gemäßigt und verzichtet vorerst auf die Forderung nach sofortigem Eintritt in die Regionalregierungen zugunsten eines gemeinsamen politischen Programms.
Zentralisierung der Verhandlungen
Die nationale Führung der PP übernimmt die Entscheidungsbefugnis in den Regionen, um Konsistenz in Botschaft und Strategie gegenüber Vox in ganz Spanien zu gewährleisten.
Anforderung der Haushaltsstabilität
Das Rahmenabkommen der PP verpflichtet den Koalitionspartner zur Unterstützung von vier aufeinanderfolgenden Haushalten in jeder Region.
Vox ändert Prioritäten
Die Partei Abascals verzichtet vorübergehend auf Forderungen nach Postenbesetzungen und konzentriert sich darauf, ihre Forderungen in die Regierungsprogramme einzubringen.
Wahlen in Kastilien und León
Die Zentrale Wahlkommission hat ein Debattenformat genehmigt, das auf drei Parteien beschränkt ist, was die größten politischen Blöcke vor der März-Wahl begünstigt.
Die Zentralführung der Volkspartei (PP) hat beschlossen, die bisherige Strategie der regionalen Autonomie in den Gesprächen mit Vox aufzugeben. Das in der Parteizentrale in der Calle Génova erarbeitete Dokument enthält zehn Punkte, die eine einheitliche Grundlage für alle künftigen Regierungsabkommen bilden sollen. Die entscheidende Forderung der Volkspartei ist die Erlangung einer Garantie von Vox für die Unterstützung der Haushalte über die gesamte vierjährige Legislaturperiode, um Instabilität und möglichem parlamentarischem Erpressungsdruck während der Amtszeit vorzubeugen. Diese Änderung erfolgt in einem kritischen Moment für María Guardiola und Jorge Azcón, die PP-Kandidaten in Extremadura bzw. Aragonien, deren Investiturprozesse festgefahren sind. Vox, vertreten durch Generalsekretär Ignacio Garriga, kündigte eine „Zurücksetzung“ der Verhandlungen an. Die Partei von Santiago Abascal stimmt zu, programmatische Forderungen wie Steuersenkungen oder Bürokratieabbau priorisiert zu behandeln und die Diskussion über die Besetzung konkreter Ministerposten vorerst zurückzustellen. Die Beziehungen zwischen PP und Vox sind angespannt, seit beide Parteien 2022 in die erste gemeinsame Regionalregierung in Kastilien und León eingetreten sind, was als Wendepunkt in der spanischen Politik nach der Dominanz der beiden großen Volksparteien galt. Im Hintergrund der Koalitionsgespräche läuft der Wahlkampf für die Wahlen in Kastilien und León am 15. März. Die Zentrale Wahlkommission hat bereits bestätigt, dass an den Fernsehdebatten nur Vertreter von PP, PSOE und Vox teilnehmen werden, wobei Beschwerden kleinerer linker und regionaler Gruppierungen abgewiesen wurden. „Nadie quiere una repetición electoral, ahora bien no contemplo traicionar nuestros votos.” (Niemand will eine Wiederholungswahl, allerdings sehe ich nicht vor, unsere Wählerstimmen zu verraten.) — Santiago Abascal Sowohl Feijóo als auch Abascal streben danach, eine Wiederholungswahl zu vermeiden, die vom rechten Wählerpotenzial negativ aufgenommen werden könnte. Die neue Vereinbarung sieht auch Widerstand gegen die Klimapolitik vor, die nach Ansicht beider Seiten Arbeitsplätze zerstört und Energiekosten erhöht.
Mentioned People
- Alberto Núñez Feijóo — Vorsitzender der spanischen Volkspartei, Initiator des Rahmenabkommens für Pakte mit Vox.
- Santiago Abascal — Vorsitzender der Partei Vox, verhandelt die Bedingungen für die Unterstützung von PP-Regionalregierungen.
- María Guardiola — PP-Kandidatin für das Präsidentenamt in Extremadura, deren Gespräche mit Vox bisher in einer Sackgasse waren.
- Cuca Gamarra — Vizegeneralsekretärin der Volkspartei, bestätigte das Engagement der nationalen Führung in den Verhandlungen.