Pakistan hat massive Luftangriffe auf afghanisches Territorium durchgeführt und erklärt den Übergang in einen offenen Krieg mit den in Kabul herrschenden Taliban. Nach offiziellen Mitteilungen aus Islamabad kamen bei der mehrtägigen Operation über 330 Kämpfer ums Leben. Obwohl die afghanischen Behörden zunächst wütend reagierten, deuten jüngste Berichte auf Verhandlungsbereitschaft angesichts der steigenden Opferzahlen und mächtigen Explosionen unter anderem in Dschalalabad und Kabul hin.

Bilanz der Opfer der Operation

Pakistan gibt an, dass bei mehrtägigen Luftangriffen und Bodenoperationen über 330 Taliban-Kämpfer getötet wurden.

Explosionen in Städten

Starke Explosionen wurden in Kabul und Dschalalabad registriert, was die breite Reichweite der pakistanischen Militäroffensive bestätigt.

Bereitschaft zu Verhandlungen

Die Taliban haben trotz anfänglicher Drohungen Gespräche mit Islamabad zur Deeskalation der Spannungen angeboten.

Die Beziehungen zwischen Pakistan und Afghanistan haben nach einer Reihe von Luft- und Bodenangriffen einen kritischen Punkt erreicht, die Pakistan als „offenen Krieg“ gegen den Terrorismus bezeichnete. Islamabad, das jahrzehntelang komplizierte Beziehungen zu den Taliban unterhielt, wirft Kabul nun vor, terroristischen Gruppen Unterschlupf zu gewähren, die die innere Sicherheit Pakistans destabilisieren. Der pakistanische Premierminister erklärte entschieden, dass „die Geduld des Staates erschöpft ist“, was zu Angriffen auf mindestens 22 Standorte tief im afghanischen Territorium führte. Die Militäroperationen konzentrierten sich nicht nur auf Grenzgebiete, sondern betrafen auch wichtige städtische Zentren, einschließlich der Hauptstadt Kabul. Die Beziehungen der beiden Staaten werden durch den Streit um die Durand-Linie bestimmt, eine 1893 von den Briten festgelegte Grenze, die afghanische Regierungen nie anerkannt haben, was seit Jahrzehnten zu bewaffneten Zwischenfällen und diplomatischen Spannungen führt.Die Lage an der Front ändert sich dynamisch. Den neuesten Mitteilungen der pakistanischen Armee zufolge ist die Zahl der getöteten „Terroristen und Taliban“ von ursprünglich gemeldeten 274 auf über 330 Personen gestiegen. Zeugen in Dschalalabad berichten unterdessen von mächtigen Explosionen, die die Stadt am Samstagmorgen erschütterten, was auf eine Fortsetzung der Offensive trotz Appellen der internationalen Gemeinschaft zur Zurückhaltung hindeutet. Die italienische Hilfsorganisation Emergency berichtet von einer Atmosphäre der Angst unter der Zivilbevölkerung, die eine Rückkehr zu den dunkelsten Jahren des bewaffneten Konflikts befürchtet. Als Reaktion auf die Eskalation haben die Außenministerien vieler Länder, darunter das italienische Farnesina, ihre Bürger aufgefordert, Afghanistan umgehend zu verlassen. „Our patience has come to an end. We will not allow terrorism to be exported from Afghan soil into our territory.” (Unsere Geduld ist am Ende. Wir werden nicht zulassen, dass Terrorismus von afghanischem Boden auf unser Territorium exportiert wird.) — Premierminister von PakistanTrotz früherer Vergeltungsankündigungen haben Vertreter der Taliban begonnen, Gesprächsbereitschaft zu signalisieren, um weiteres Blutvergießen zu verhindern. Dies ist eine bedeutende rhetorische Veränderung im Vergleich zu den ersten Stunden nach den Luftangriffen, als Kabul Pakistan schwerwiegende Verletzung der Souveränität und Aggression vorwarf. Experten weisen jedoch darauf hin, dass der Konflikt aufgrund regionaler Verflechtungen und der Interessen von Großmächten wie China, denen Destabilisierung in der Region aufgrund von Infrastrukturinvestitionen äußerst ungelegen kommt, äußerst verworren ist. Nach der Machtübernahme der Taliban in Kabul im Jahr 2021 hoffte Islamabad zunächst auf eine Beruhigung der Lage an der Grenze, doch die zunehmende Aktivität der Tehrik-i-Taliban Pakistan (TTP) führte zu einer rapiden Verschlechterung der gegenseitigen Beziehungen.

Mentioned People

  • Shehbaz Sharif — Premierminister von Pakistan, der das Ende der Geduld gegenüber dem Terrorismus verkündete und eine militärische Antwort ankündigte.