Lech Wałęsa hat in einer Reihe von Interviews eine zweipolige Bewertung der Außenpolitik Donald Trumps gegenüber Russland und Wladimir Putin dargestellt. Dem ehemaligen polnischen Präsidenten zufolge könnte der derzeitige amerikanische Führer aufgrund seiner scheinbaren Nachgiebigkeit gegenüber dem Kreml als „Verräter“ oder „Handlanger Moskaus“ wahrgenommen werden. Wałęsa lässt jedoch die Möglichkeit zu, dass es sich um eine „phänomenale“ und „außergewöhnlich intelligente“ Strategie handelt, die darauf abzielt, einen Atomkrieg zu vermeiden, indem Russland nicht in eine ausweglose Situation gedrängt wird. Ein solches Spiel würde Zeit gewinnen und Europa dazu zwingen, sich eigenständig gegen die Bedrohung aus Moskau zu organisieren.

Der ehemalige polnische Präsident Lech Wałęsa stellte in Interviews mit der Nachrichtenagentur AFP und polnischen Medien am 24. und 25. Februar 2026 eine kontroverse, zweigleisige Analyse der Politik Donald Trumps gegenüber Russland vor. Seine weit verbreiteten Aussagen offenbaren eine tiefe Zerrissenheit in der Bewertung des amerikanischen Führers. Einerseits räumt Wałęsa ein, dass Trump „heute scheinbar nachgiebig gegenüber Russland wirkt, einfach ein Verräter“. Dieses Bild des „Handlangers Moskaus“ ergibt sich aus seiner wahrgenommenen Nachgiebigkeit gegenüber den Handlungen und der Rhetorik Wladimir Putins. Andererseits lässt der Nobelpreisträger eine viel komplexere Interpretation zu. Trump könnte ein „außergewöhnlich intelligenter, verantwortungsvoller Politiker“ sein, der ein „sehr russisches und sehr intelligentes Spiel“ führt. Sein Kern besteht laut Wałęsa darin, bewusst zu vermeiden, die Vereinigten Staaten in eine offene, anti-putinistische Front hineinzuziehen. „Trump sait que si les États-Unis rejoignent le chœur antipoutinien, Poutine n'aura pas d'autre choix et devra utiliser l'arme atomique” — Lech Wałęsa. Dieses „Freundschafts“-Spiel hat dem ehemaligen Präsidenten zufolge zwei wesentliche Ziele. Erstens, Zeit zu gewinnen, indem die Gefahr eines direkten Atomkonflikts zwischen den Großmächten abgewendet wird. Zweitens, die Verbündeten in Europa dazu zu zwingen, mehr Verantwortung für ihre eigene Sicherheit zu übernehmen. „Er zwingt Europa, sich gegen Putin zu organisieren, ohne die Vereinigten Staaten. Denn wenn die Vereinigten Staaten ins Spiel kommen, wird es einen Atomkrieg geben“, erklärte Wałęsa. Lech Wałęsa, als Führer von „Solidarność“ und Friedensnobelpreisträger von 1983, äußert sich seit Jahrzehnten zu internationalen Angelegenheiten und nimmt oft die Rolle eines Kommentators mit unkonventionellen Ansichten ein. Seine Bewertungen der zeitgenössischen Politik sind oft kontrovers und weit entfernt vom Mainstream der Experten-Debatten. Diese Äußerungen fielen im Kontext des Jahrestags der russischen Invasion in der Ukraine. In einem älteren Artikel vom 24. Februar (Wprost) äußerte Wałęsa auch eine persönliche Reflexion und gab bekannt, dass er nach dem Fall des Kommunismus einen geheimen Plan für den gleichzeitigen Beitritt Polens und der Ukraine zu den Strukturen von <przypis title=