Die Regierung von Donald Tusk hat formelle Vorbereitungen zur Beantragung von Kriegsreparationen von der Russischen Föderation eingeleitet. Die Arbeiten des Jan-Karski-Instituts für Kriegsverluste umfassen nicht nur die Zerstörungen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, sondern auch mehr als vier Jahrzehnte sowjetischer Dominanz nach 1945. Schätzungen weisen auf eine Summe von etwa 1,3 Billionen Euro hin, was eine sofortige und ironische Reaktion der Moskauer Diplomatie auslöste.

Neuer Umfang der Forderungen

Die Untersuchung umfasst nicht nur den Zweiten Weltkrieg, sondern auch die über 40 Jahre andauernde Periode der sowjetischen Dominanz nach 1945.

Arbeiten des Karski-Instituts

Direktor Bartosz Gondek bestätigte, dass 10 Historiker an einem Bericht arbeiten, der die Grundlage für eine formelle Klage gegen Russland bilden wird.

Reaktion Moskaus

Die Sprecherin des russischen Außenministeriums Maria Zakharova machte sich über die polnischen Pläne lustig und nannte die Maßnahmen der Regierung Donald Tusks absurd.

Die polnische Regierung hat entschlossene Schritte unternommen, um von Russland Entschädigung für die im 20. Jahrhundert erlittenen Verluste zu erhalten. Wie die Zeitung „Financial Times” berichtet, erarbeitet ein Expertenteam unter der Leitung von Bartosz Gondek eine detaillierte Klageschrift. Ein Schlüsselelement dieser Initiative ist die Ausweitung des zeitlichen Rahmens der Forderungen. Während sich der Prozess gegen Deutschland auf die Jahre 1939–1945 konzentrierte, umfasst die Untersuchung gegen Russland auch die Zeit des Kalten Krieges. Nach Ansicht des Direktors des Instituts für Kriegsverluste ist diese Untersuchung aufgrund der vierzigjährigen Periode sowjetischer Hegemonie wesentlich komplexer. Die Frage der Reparationen von Russland basiert auf der Argumentation, dass Polen niemals eine gerechte Entschädigung für Kriegszerstörungen erhalten hat und das nach 1945 aufgezwungene politische System eine souveräne Geltendmachung dieser Rechte über Jahrzehnte verhinderte. Vorläufige Berechnungen, auf die sich die Medien berufen, bewegen sich um die Summe von 1,3 Billionen Euro. Russland reagierte auf diese Berichte abfällig. Maria Zakharova, Sprecherin des russischen Außenministeriums, kommentierte die polnischen Bestrebungen ironisch, was sich in die bisherige Erzählung des Kremls einfügt, jegliche finanzielle Verantwortung gegenüber Warschau zu leugnen. Die polnische Seite betont jedoch, dass die Dokumentation mit höchster fachlicher Sorgfalt erstellt wird und die Unterstützung von Premierminister Donald Tusk der Sache hohe politische Bedeutung verleiht. Experten weisen darauf hin, dass die genaue Ermittlung der Kosten der wirtschaftlichen Ausbeutung Polens durch die UdSSR die Analyse Tausender Archivdokumente erfordern wird. „Polen hat offenbar beschlossen, einen Rekord in der Absurdität seiner Forderungen gegenüber Russland aufzustellen.” — Maria Zakharova Die Reparationsfrage wird zu einem weiteren Spannungsfeld in den Beziehungen zwischen Warschau und Moskau. Obwohl die Chancen auf eine rasche Durchsetzung der Mittel gering sind, betrachtet die polnische Regierung dies als Teil einer langfristigen historischen und rechtlichen Strategie. Reparationen sollen den moralischen und rechtlichen Abschluss eines tragischen Kapitels der Geschichte des 20. Jahrhunderts darstellen, in dem Polen Opfer zweier Totalitarismen wurde. 1,3 bln € — geschätzte Höhe der polnischen Forderungen gegenüber Russland Betonung des Rechts auf Entschädigung für Jahrzehnte der Besatzung und Ausbeutung als notwendiges Element historischer Gerechtigkeit. | Weist auf die potenzielle diplomatische Wirkungslosigkeit der Forderungen und das Risiko einer weiteren Verschärfung der Beziehungen zu einer Atommacht hin.

Mentioned People

  • Bartosz Gondek — Direktor des Jan-Karski-Instituts für Kriegsverluste, der das Team zur Erstellung des Reparationsberichts beaufsichtigt.
  • Maria Zakharova — Sprecherin des Ministeriums für Auswärtige Angelegenheiten der Russischen Föderation, die die polnischen Maßnahmen kritisiert.
  • Donald Tusk — Vorsitzender des Ministerrates der Republik Polen, der die Vorbereitung des Antrags auf Reparationen von Russland in Auftrag gab.