Die jüngste Bestandsaufnahme der Wisente im polnischen Teil des Białowieża-Urwalds ergab 1176 Individuen, was das höchste Ergebnis in der Geschichte der Überwachung dieser Art darstellt. Die diesjährige Zählung bestätigt den ausgezeichneten Zustand der Population und die Wirksamkeit langfristiger Schutzprogramme. Der Anstieg der Individuenzahl um über 300 Tiere im Vergleich zum Vorjahr ist sowohl auf natürliches Wachstum als auch auf spezifische Winterbedingungen zurückzuführen, die eine präzise Zählung der an den Fütterungsstellen versammelten Herde erleichterten.

Historischer Rekord der Individuenzahl

Im Białowieża-Urwald wurden 1176 Wisente gezählt, was das höchste Ergebnis seit Beginn der Wiederansiedlung der Art ist.

Hoher natürlicher Zuwachs

In der Herde wurden bis zu 122 junge Kälber beobachtet, was auf einen sehr guten Gesundheitszustand der Population hindeutet.

Günstige Zählbedingungen

Der schneereiche Winter und Frost erleichterten die Bestandsaufnahme, da sie die Tiere dazu brachten, sich an festen Fütterungsstellen zu versammeln.

Die soeben abgeschlossene Winterinventur der Wisente im polnischen Teil des Białowieża-Urwalds brachte ein historisches, rekordverdächtiges Ergebnis. Mitarbeiter des Białowieża-Nationalparks zählten zusammen mit Förstern 1176 in freier Wildbahn lebende Individuen. Dies ist ein deutlicher Sprung im Vergleich zu den Daten vom Anfang des Jahres 2025, als nur etwa 870 Tiere gezählt wurden. Naturschützer weisen jedoch darauf hin, dass ein so großer Anstieg nicht allein auf einen plötzlichen natürlichen Zuwachs zurückzuführen ist, sondern vor allem auf das günstige Wetter. Eine dicke Schneedecke und Frost veranlassten fast alle Wisentgruppen, zu den Futterstellen zu kommen, was das Risiko minimierte, Tiere zu übersehen, die sich in tiefen Waldgebieten aufhielten. Der Białowieża-Urwald spielte eine Schlüsselrolle bei der Rettung der Art vor dem völligen Aussterben. Nachdem 1919 im Urwald der letzte Vertreter der Flachlandlinie in freier Wildbahn getötet worden war, wurde die Population dank nur weniger Individuen aus Zoos und privaten Zuchten wiederhergestellt, und die ersten Tiere kehrten 1952 in die Freiheit zurück. Die Analyse der Herdenstruktur zeigte eine positive Entwicklung der Population: Unter den gezählten Tieren wurden 122 Kälber aus diesem Jahr identifiziert. Die Überwachung des Fortpflanzungsprozesses ist entscheidend für die Erhaltung des dynamischen Gleichgewichts des Ökosystems. Wissenschaftler betonen, dass eine so große Herde eine logistische Herausforderung darstellt. Sie ist mit der Notwendigkeit verbunden, enorme Mengen Heu zu den Futterstellen zu liefern und potenzielle Gruppen zu überwachen, die auf landwirtschaftliche Flächen außerhalb des Waldes abwandern könnten. 1176 — Wisente leben derzeit im polnischen Teil des Białowieża-Urwalds Die systematische Bestandsaufnahme findet jedes Jahr Ende Januar/Anfang Februar statt. Dabei wird die Methode der direkten Beobachtung an Fütterungsstellen und die Analyse von Spuren genutzt, was die Unterscheidung von Alter und Geschlecht der einzelnen Individuen ermöglicht. Derzeit beherbergt der polnische Teil des Białowieża-Urwalds die größte frei lebende Population des Flachlandwisents weltweit, was diese Region zum wichtigsten Glied im globalen Schutzsystem dieser Art macht. Dynamik des Wisentbestandes im Białowieża-Urwald: 2024: 870, 2025: 1100, 2026: 1176 Der Erfolg der Förster und Wissenschaftler in Białowieża ist ein Beweis dafür, dass strenger Schutz kombiniert mit aktivem Populationsmanagement messbare Ergebnisse bringt. Naturschützer betonen jedoch, dass die Erreichung einer so hohen Individuenzahl in Zukunft die Suche nach neuen Gebieten für wandernde Gruppen erfordert, um einen übermäßigen Druck auf die lokalen Baumbestände zu vermeiden.