Die politische Lage in Frankreich hat sich nach dem Tod von Quentin Deranque drastisch verschärft. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des mutmaßlichen Wiederauflebens der aufgelösten Gruppe La Jeune Garde eingeleitet. Im Zentrum der Kontroversen steht die Partei La France insoumise, deren Führung den mit Schlägertrupps in Verbindung stehenden Abgeordneten Raphaël Arnault verteidigt. Die Regierung wirft der Partei von Jean-Luc Mélenchon eine totalitäre Haltung gegenüber freien Medien vor und beschuldigt sie, vor den anstehenden Wahlen gefährliche gesellschaftliche Stimmungen anzuheizen.
Ermittlungen zu La Jeune Garde
Die Staatsanwaltschaft in Paris prüft, ob die aufgelöste antifaschistische Schlägertruppe illegal unter neuen Namen weiter aktiv ist.
Scharfe Vorwürfe der Regierung gegen LFI
Regierungssprecherin Maud Bregeon bezeichnete die Methoden der linken Partei im Zusammenhang mit ihren Angriffen auf die Pressefreiheit als totalitär.
Appell von Präsident Macron
Das Staatsoberhaupt rief die politischen Parteien auf, ihre Beziehungen zu aggressiven extremistischen Gruppen unverzüglich aufzuklären.
Beerdigung von Quentin Deranque
Die Trauerfeierlichkeiten in Vaucluse finden in einer Atmosphäre höchster politischer Spannung und verstärkter Sicherheitskontrollen statt.
Frankreich versinkt in einer tiefen Auseinandersetzung über die Aktivitäten radikaler politischer Gruppen nach dem tragischen Lynchmord in Lyon. Die Staatsanwaltschaft in Paris untersucht offiziell den Verdacht der illegalen Wiederbelebung der Organisation La Jeune Garde, die trotz formeller Auflösung angeblich unter neuen Namen weiter operiert haben soll. Die Ermittler prüfen Verbindungen zwischen den alten Strukturen und dem Umfeld des Abgeordneten Raphaël Arnault, der weiterhin unter dem politischen Schutz seiner Partei steht. Die Haltung der Partei La France insoumise (LFI) hat eine beispiellose Reaktion der Regierung ausgelöst. Die Regierungssprecherin Maud Bregeon bezeichnete öffentlich die Haltung der LFI gegenüber den Medien als „totalitär und verschwörungstheoretisch”. Der Konflikt wurde durch Äußerungen von Manuel Bompard verschärft, der behauptete, die Medien seien von der extremen Rechten infiltriert und müssten „bekämpft” werden. Präsident Emmanuel Macron rief alle politischen Kräfte auf, sich kategorisch von gewaltanwendenden Gruppen zu distanzieren, was als direkter Angriff auf das Linksbündnis verstanden wurde. Seit 1936 erlaubt die französische Gesetzgebung die Auflösung von Gruppen, die republikanische Grundsätze verletzen. Dies diente ursprünglich dem Kampf gegen faschistoide paramilitärische Verbände, die die Stabilität des Staates bedrohten. Als Reaktion auf die Eskalation der Spannungen kündigte die Regierung die Schaffung einer neuen „Schwarzen Liste” ultragewalttätiger Organisationen an, die sowohl Schlägertrupps der extremen Linken als auch identitäre Kollektive, einschließlich der Gruppe Némésis, umfassen soll. Die Sicherheitsbehörden überwachen die Lage im ganzen Land, insbesondere in der Region Vaucluse, wo das Begräbnis des ermordeten Quentin Deranque stattfinden wird. Unterdessen hat die Familie des Opfers über ihren Anwalt dazu aufgerufen, die politische Instrumentalisierung ihrer Tragödie zu beenden, die für fast alle politischen Lager in Frankreich zu Wahlkampfmunition geworden ist. „Ça devrait tous nous révolter: le rapport de La France insoumise à la presse est totalitaire et complotiste.” — Maud Bregeon
Mentioned People
- Jean-Luc Mélenchon — Führer von La France insoumise, beschuldigt, politische Gewalt zu relativieren.
- Maud Bregeon — Regierungssprecherin der französischen Regierung, die LFI für autoritäre Bestrebungen kritisiert.
- Raphaël Arnault — LFI-Abgeordneter und Gründer von La Jeune Garde, zentrale Figur in den Kontroversen um den Lynchmord.
- Mathilde Panot — Vorsitzende der LFI-Fraktion in der Nationalversammlung.
- Manuel Bompard — Koordinator von La France insoumise.