Der Veranstalter des deutschen Diskussionsclubs Business Club hat die Presse von der bevorstehenden Veranstaltung in Schwerin auf Wunsch des Chefs der Möbelkette Höffner, Rolf Hoffmeister, ausgeschlossen. Die Entscheidung führte zur Absage der Veranstaltung durch die SPD-nahe Friedrich-Ebert-Stiftung, die Gastgeberin war, sowie zum Protest von Vertretern jüdischer Gemeinschaften. Kritiker bewerteten diesen Schritt als Angriff auf die Pressefreiheit, zumal sich Medien zuvor hätten anmelden können. Aufgrund der Kontroversen sagte die Stiftung das Treffen ab, ohne einen Ersatztermin zu nennen.
Ausschluss von Journalisten auf Wunsch
Auf Wunsch von Rolf Hoffmeister, dem Eigentümer der Möbelkette Höffner, schloss der Veranstalter des Business Clubs Journalisten von der Veranstaltung aus, obwohl diese sich zuvor hätten anmelden können. Die Entscheidung wurde als Einschränkung der Pressefreiheit kritisiert.
Protest und Absage durch SPD-nahe Stiftung
Die mit der deutschen Sozialdemokratie (SPD) verbundene Friedrich-Ebert-Stiftung, die Gastgeberin des Treffens in Schwerin war, sagte die gesamte Veranstaltung als Reaktion auf die Entscheidung zum Ausschluss der Medien ab. Die Organisation wertete dies als unzulässige Einschränkung der Pressefreiheit.
Kritik jüdischer Gemeinschaften
Vertreter der jüdischen Gemeinschaft, darunter der Zentralrat der Juden in Deutschland, verurteilten die Entscheidung und wiesen darauf hin, dass der Ausschluss der Medien Transparenz und offene Debatte erschwert, insbesondere im Kontext des geplanten Podiums über Antisemitismus.
Kontroversen um den Diskussionsclub Business Club, dessen Treffen in Schwerin nach der Entscheidung des Veranstalters abgesagt wurde, die Medien auf Wunsch von Rolf Hoffmeister, dem Eigentümer der Möbelkette Höffner, auszuschließen. Der Veranstalter, die Firma Media Consult Team, verhängte ein Presseverbot und informierte darüber erst wenige Tage vor der für den 11. März geplanten Veranstaltung. Der Gastgeber des Treffens, die Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) – eine Einrichtung, die eng mit der SPD verbunden ist – reagierte mit der sofortigen Absage des gesamten Vorhabens. Vertreter der Stiftung, darunter ihr Geschäftsführer für die Region Mecklenburg-Vorpommern, Andreas Hüchtermann, werteten diese Entscheidung eindeutig als unzulässige Einschränkung der Pressefreiheit. „Für uns als einer Stiftung, die eng mit sozialdemokratischen Werten verbunden ist, ist klar, dass Pressefreiheit ein Grundwert ist, der nicht verhandelbar ist”, erklärte Hüchtermann. Die Pressefreiheit ist in Deutschland seit 1949 durch das Grundgesetz garantiert und bildet eine der Grundlagen der Demokratie, die auch als Reaktion auf die Erfahrungen mit Zensur in der Zeit des Nationalsozialismus und der DDR geprägt wurde. Politische Stiftungen wie die FES oder die Konrad-Adenauer-Stiftung (CDU) spielen in Deutschland eine wichtige Rolle im öffentlichen Leben, indem sie Debatten organisieren und politische Bildung fördern. Die Entscheidung stieß auf scharfe Kritik des Zentralrats der Juden in Deutschland. Dessen Sprecher, Alexander Rasumny, betonte, dass der Ausschluss von Journalisten aus einer öffentlichen Debatte, insbesondere wenn es um ein so wichtiges Thema wie Antisemitismus gehen soll, dem Geist einer offenen Diskussion widerspricht. Die Veranstaltung in Schwerin sollte sich auf den Kampf gegen Antisemitismus im Alltag konzentrieren, zu den Podiumsteilnehmern gehörten unter anderem Alexander Rasumny und Bernd Fabritius, der Beauftragte der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten. Kontroversen erregte die Tatsache, dass Rolf Hoffmeister, der den Ausschluss der Medien gefordert hatte, in der Vergangenheit Äußerungen getätigt hat, die vom Zentralrat der Juden kritisiert wurden. In einem Interview mit der „Jüdischen Allgemeinen” im Jahr 2021 hatte Hoffmeister gesagt, dass „Juden sehr gut organisiert” seien, was nach Ansicht des Rates eine Reproduktion antisemitischer Stereotype darstellte. Der Unternehmer erklärte später, seine Worte seien aus dem Zusammenhang gerissen worden, und er distanziere sich entschieden von Antisemitismus. Der Veranstalter, Media Consult Team, verteidigte die Entscheidung in einer Mitteilung an die Medien und behauptete, das Ziel sei die Schaffung eines „geschützten Raums” für eine offene und ehrliche Diskussion unter den Teilnehmern gewesen. Das Unternehmen ist bekannt für die Organisation exklusiver Business-Club-Treffen mit prominenten Politikern und Unternehmern, oft hinter verschlossenen Türen. Diesmal jedoch, wie aus der Korrespondenz hervorgeht, forderte Hoffmeister direkt, dass Journalisten nicht an der Veranstaltung teilnehmen dürfen, worauf der Veranstalter einging. Die FES betonte, dass sie selbst keine Einwände gegen die Anwesenheit der Presse geäußert habe und erst in letzter Minute von dem Verbot erfahren habe.
Perspektywy mediów: Liberale Medien (Süddeutsche, ZEIT) stellen den Vorfall als eindeutigen Angriff auf die Pressefreiheit und Ausdruck autoritärer Bestrebungen der Wirtschaft dar, die versucht, die öffentliche Debatte zu kontrollieren. Das konservative WELT, ebenfalls kritisch, konzentriert sich stärker auf das organisatorische Versagen und die Kontroversen um die Person Hoffmeister und stellt die systemische Dimension der Gefahr für die Demokratie weniger in den Vordergrund.
Mentioned People
- Rolf Hoffmeister — Eigentümer und Chef der Möbelkette Höffner, der den Ausschluss der Medien von der Business-Club-Veranstaltung forderte.
- Andreas Hüchtermann — Geschäftsführer der Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) für die Region Mecklenburg-Vorpommern, der die Veranstaltung absagte.
- Alexander Rasumny — Sprecher des Zentralrats der Juden in Deutschland, der die Entscheidung zum Ausschluss der Medien kritisierte.
- Bernd Fabritius — Beauftragter der Bundesregierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, einer der eingeladenen Podiumsteilnehmer.