Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat eine radikale Beschleunigung seines Sparprogramms als Reaktion auf strukturelle Probleme des Sektors in Europa angekündigt. Das Unternehmen bestätigte bereits die Streichung von 4.800 Arbeitsplätzen, und Hunderte weitere Stellen aus Berlin sollen nach Indien verlagert werden. Diese Entscheidung löste heftige Proteste der Beschäftigten aus, und Gewerkschaften werfen dem Vorstand Vertrauensbruch vor, obwohl das Unternehmen milliardenschwere staatliche Unterstützung erhält.

Massenentlassungen

Der Konzern BASF bestätigte die Streichung von 4.800 Arbeitsplätzen, was Teil eines umfassenden Sparprogramms zur Verbesserung der Finanzergebnisse ist.

Verlagerung nach Indien

Hunderte Stellen aus dem Servicezentrum in Berlin sollen nach Asien verlagert werden, was massive Proteste der Beschäftigten auf den Straßen der deutschen Hauptstadt auslöste.

Strukturelle Krise des Sektors

Der Vorstand verweist auf hohe Energiekosten und schwache Nachfrage in Europa als Hauptfaktoren, die eine Verlagerung der Aktivitäten in kostengünstigere Regionen erzwingen.

Der deutsche Chemiegigant BASF durchlebt eine der schwierigsten Phasen seiner modernen Geschichte, was zu drastischen Personalentscheidungen und einer Restrukturierung der globalen Operationen führt. Der Vorstand des Unternehmens hat offiziell bestätigt, dass im Rahmen bisheriger Sanierungsmaßnahmen bereits 4.800 Stellen gestrichen wurden, doch das ist noch nicht das Ende der Kürzungen. Hauptgrund für den Pessimismus sind die anhaltende Flaute im Chemiesektor, die hohen Energiekosten in Deutschland und der regulatorische Druck, die den Konzern zwingen, Rentabilität außerhalb Europas zu suchen. Besondere Kontroversen lösten die Pläne für das Berliner Servicezentrum aus, von wo Hunderte Arbeitsplätze nach Indien verlagert werden sollen. Beschäftigte in Berlin gingen auf die Straße und demonstrierten gegen eine Strategie, die sie als "Verrat" und "mangelnde Loyalität" gegenüber dem heimischen Arbeitsmarkt bezeichnen. Die Stimmung der Investoren bleibt gemischt, obwohl die Finanzdaten der letzten Periode dank aggressiver Kostensenkungen eine Rückkehr zum Nettogewinn zeigen. Dennoch warnt der Finanzvorstand (CFO) des Konzerns vor weiteren Schwierigkeiten im Jahr 2026, was darauf hindeutet, dass der Prozess der Personalstrukturoptimierung länger dauern wird. Einer der zentralen Streitpunkte ist die Tatsache, dass BASF staatliche Subventionen erhält, was nach Ansicht der Gewerkschafter das Unternehmen verpflichten sollte, Produktion und Beschäftigung in Deutschland zu halten, anstatt eine Verlagerung in die Asien-Region anzustreben. Auch in Ludwigshafen, dem operativen Herz des Unternehmens, herrscht Alarmbereitschaft, da die dortigen Werke am stärksten von Schwankungen der Energie-Rohstoffpreise und globalen Handelsverwerfungen betroffen sind. Der Chemiesektor in Deutschland bildete jahrzehntelang das industrielle Fundament des Landes und profitierte von günstigen Gaslieferungen aus Russland. Der Angriff Russlands auf die Ukraine im Jahr 2022 und der Stopp der Lieferungen des blauen Brennstoffs haben die Wettbewerbsfähigkeit dieses Produktionsmodells nachhaltig untergraben.Ein interessanter Aspekt in der Rechtsstrategie von BASF ist die Erwägung einer Klage gegen die USA wegen der Rückerstattung von Zöllen, was zeigt, wie breit die Front des Konzerns im Kampf um eine Verbesserung der Finanzergebnisse ist. Das Unternehmen versucht, zwischen drastischen Einsparungen und der Notwendigkeit zu investieren, auch in neue Technologien, darunter in China, zu balancieren, was zusätzliche Fragen zur künftigen technologischen Souveränität Europas im Bereich der Spezialchemie aufwirft. Die Situation von BASF wird von Marktanalysten derzeit als Lackmustest für die gesamte Verfassung der deutschen Schwerindustrie betrachtet, die mit dem Prozess der Deindustrialisierung und der Kapitalflucht in Regionen mit niedrigeren Betriebskosten zu kämpfen hat. „Das ist ein Vertrauensbruch: BASF will Hunderte Berliner Jobs nach Indien verlagern” — BASF-Beschäftigter während des Protests

Perspektywy mediów: Medien betonen das Drama der Beschäftigten und kritisieren das Management für die Verlagerung von Gewinnen auf Kosten deutscher Familien und sozialer Stabilität. Wirtschaftsanalysten betonen die Notwendigkeit, die Kosten an globale Marktrealitäten anzupassen, um die Rentabilität des gesamten Konzerns zu schützen.