Die niederländische Eisschnellläuferin Jutta Leerdam wurde zur zentralen Figur der Olympischen Spiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo. Die Athletin holte nicht nur die Goldmedaille über 1000 Meter mit einem neuen olympischen Rekord, sondern löste auch eine landesweite Debatte über Professionalismus und Marketing im Sport aus. Nach einer Welle der Kritik an ihrem Image und angeblichen Verstößen gegen IOC-Regeln antwortete Leerdam mit einem emotionalen Post und verteidigte das Recht von Sportlerinnen auf Weiblichkeit.

Doppelter Medaillenerfolg der Niederländerin

Jutta Leerdam gewann Gold über 1000 m sowie Silber über 500 m und bestätigte damit ihre Dominanz im Welt-Eisschnelllauf während der Spiele.

Kontroversen um Marketing

Die Geste des Öffnens des Rennanzugs nach dem Rennen sowie der Privatjet nach Mailand lösten eine Debatte über die Kommerzialisierung des Sports und das Umgehen von IOC-Regulierungen aus.

Emotionale Antwort auf Kritik

Die Athletin setzte sich in sozialen Medien gegen das Label „Diva” zur Wehr, indem sie ein Foto mit verweintem Gesicht veröffentlichte und die weibliche Ausdrucksweise im Profisport verteidigte.

Die niederländische Eisschnellläuferin Jutta Leerdam dominierte den Wettkampf auf der Eisschnelllaufbahn während der Olympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026. Die Sportlerin gewann die Goldmedaille über 1000 Meter mit einer historischen Zeit von 1:12.31 und holte Silber über 500 Meter. Trotz ihrer unbestrittenen sportlichen Erfolge konzentrierte sich die Medienaufmerksamkeit auf ihr Verhalten abseits der Bahn und ihre Image-Maßnahmen, die in ihrer Heimat als provokativ angesehen wurden. Eine Welle der Kritik löste bereits ihre Anreise nach Italien mit einem Privatjet aus, was niederländische Kommentatoren, darunter Johan Derksen, als Verhalten einer „Primadonna” bezeichneten. Weitere Kontroversen entzündete die Geste der Eisschnellläuferin unmittelbar nach dem Zieldurchlauf, als sie ihren Rennanzug öffnete und ihren Sport-BH zeigte. Marketingexperten wie Frederique de Laat werteten dies sofort als durchdachten Geschäftstrick, der der Athletin millionenschwere Gewinne bringen sollte. Die Anfänge des Eisschnelllaufs in den Niederlanden reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück, als Kanäle als natürliche Eisbahnen dienten. Seit den 1960er Jahren hat sich diese Disziplin zum niederländischen Nationalsport entwickelt, bei dem Professionalismus traditionell über individuellen Showmanship gestellt wird. Als Antwort auf zahlreiche Angriffe veröffentlichte Leerdam in sozialen Medien einen bewegenden Post. Anstelle eines traditionellen Medaillenfotos zeigte sie ihr Gesicht mit verwischtem Make-up und Tränenspuren, was als Manifest gegen die Objektivierung und Beurteilung von Frauen ausschließlich aufgrund ihres Aussehens gedacht war. Die Athletin betonte, dass sie während ihrer gesamten Karriere für ihre Aufmerksamkeit auf Ästhetik stigmatisiert worden sei, was angeblich mit ihrer Trainingsdisziplin kollidiert habe. Das Internationale Olympische Komitee erwog eine Strafe wegen des Verdachts auf versteckte Werbung für einen Sponsor (sog. Ambush-Marketing), doch letztlich wurden diese Vorwürfe fallengelassen. Auch ihr Partner, der bekannte amerikanische Boxer und Celebrity Jake Paul, äußerte sich zu der Angelegenheit, dessen Präsenz das Interesse der Klatschmedien weiter anheizte. Diese Situation zeigte die tiefe Kluft zwischen der traditionellen Wahrnehmung von Sportlern in den Niederlanden und dem Modell eines modernen, globalen Stars, der herausragende Leistungen auf dem Eis mit dem Aufbau einer mächtigen persönlichen Marke verbindet. Die modernen Olympischen Spiele kämpfen seit Jahren mit der sogenannten Rule 40, die die Werbemöglichkeiten von Athleten während der Wettkämpfe einschränkt, um die Interessen der Hauptsponsoren des Organisationskomitees zu schützen. „Es ist so ironisch, weil mein Lidstrich und Make-up etwas waren, wofür ich meine ganze Karriere lang beurteilt wurde. Ich möchte zeigen, dass man gleichzeitig eine disziplinierte Sportlerin sein und seine Weiblichkeit pflegen kann.” — Jutta Leerdam 1:12.31 — neuer olympischer Rekord über 1000 Meter Leistungen von Jutta Leerdam in Mailand: 1. 1000-Meter-Lauf — 1:12.31; 2. 500-Meter-Lauf — 37.12

Mentioned People

  • Jutta Leerdam — Niederländische Olympiasiegerin im Eisschnelllauf.
  • Jake Paul — Amerikanischer Boxer und Internet-Persönlichkeit, Partner von Leerdam.
  • Johan Derksen — Niederländischer Journalist, der das Verhalten der Sportlerin kritisierte.