Uli Hoeness, Ehrenpräsident des FC Bayern München, hat in einem offenen Interview das Jahrzehnt seit seiner Entlassung aus der Haft bilanziert. Der legendäre Sportfunktionär, der einst wegen Steuerhinterziehung verurteilt wurde, bezeichnete die Zeit der Isolation als grundlegende Lebensphase. Er betonte, dass der Gefängnisaufenthalt ihn Demut lehrte und seinen Ansatz zu gesellschaftlicher Verantwortung und familiären Werten neu definierte.
Lektion der Demut in der Isolation
Der Ehrenpräsident des FC Bayern betont, dass der Gefängnisaufenthalt ihn Demut lehrte und seine Lebenswerte veränderte.
Details zur Entlassung aus der Haft
Hoeness enthüllte, dass er die Justizvollzugsanstalt heimlich am 29. Februar 2016 kurz nach Mitternacht verließ und so die wartenden Journalisten überraschte.
Beziehungen zu Mithäftlingen
Der Funktionär erinnerte sich an Begegnungen mit Mördern und anderen Verurteilten, die ihm halfen, schwierige menschliche Geschichten zu verstehen und Distanz zu gewinnen.
Genau zehn Jahre sind vergangen, seit Uli Hoeness, eine der einflussreichsten Figuren in der Geschichte des deutschen Fußballs, die Mauern der Justizvollzugsanstalt Landsberg verlassen hat. Anlässlich dieses Jubiläums gab der heute 74-jährige Funktionär eine Reihe persönlicher Interviews, in denen er eine tiefe Selbstreflexion über seine Isolationszeit vornahm. Hoeness räumte ein, dass es eine äußerst schwierige Zeit war, besonders für seine engste Familie, sie jedoch zu einem Katalysator seiner inneren Wandlung wurde. Seinen Schilderungen zufolge hat diese Erfahrung sein Weltbild nachhaltig verändert und ihm tiefe Demut sowie ein stärkeres Gefühl der gesellschaftlichen Verantwortung vermittelt. Besonders bewegend sind die Erinnerungen an seine letzte Nacht in der Zelle. Hoeness verriet, dass er dank der Kulanz der Gefängnisleitung dem medialen Ansturm entgehen konnte, indem er die Anstalt kurz nach Mitternacht am 29. Februar 2016 verließ, während die versammelten Journalisten ihn erst zum Mittag erwartet hatten. Der Ehrenpräsident des FC Bayern erinnerte sich auch an Gespräche mit Mithäftlingen, darunter Personen, die für schwerste Verbrechen verurteilt waren, was ihm half, Distanz zu seinen eigenen Problemen zu gewinnen. Er behauptet, dass diese Begegnungen ihm die Vielfalt und oft Tragik menschlicher Schicksale vor Augen führten. Uli Hoeness wurde 2014 wegen Steuerhinterziehung in Höhe von fast 28,5 Millionen Euro zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren verurteilt. Der Prozess war eines der medienwirksamsten Ereignisse im deutschen öffentlichen Leben der letzten Jahrzehnte und legte die Schattenseiten der Finanzen im Profisport offen. Heute bleibt Uli Hoeness ein aufmerksamer Beobachter des Sport- und Gesellschaftslebens, doch seine Auftritte haben einen nachdenklicheren Charakter angenommen. Er betont, dass das Gefängnis nicht nur Strafe, sondern ein wichtiger Teil seiner Biografie war, der ihm ermöglichte, Prioritäten neu zu bewerten. Der Funktionär hob hervor, dass er heute viele Dinge anders betrachtet als vor 2014, indem er sich mehr auf die Hilfe für andere und die Pflege der Beziehungen zu seinen Angehörigen konzentriert, die die härteste Prüfung während seiner Haftzeit überstanden haben. Das war eine wichtige Phase in meinem Leben. In dieser Zeit habe ich Demut gelernt und gesellschaftliche Verantwortung übernommen, viele Dinge aus einer ganz anderen Perspektive betrachtet.
Mentioned People
- Uli Hoeness — Ehrenpräsident des FC Bayern München, der sich an seine verbüßte Haftstrafe wegen Steuerhinterziehung erinnert.