Der spanische Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den Souveränfonds „España Crece“ eingeweiht, der 120 Milliarden Euro für öffentliche und private Investitionen mobilisieren soll. Davon werden rund 23 Milliarden Euro direkt für den Bau von 15.000 erschwinglichen Wohnungen pro Jahr bereitgestellt. Diese Initiative ist eine Antwort auf die sich verschärfende Wohnungskrise, die junge Spanier gezwungen hat, vor Immobilienbüros zu campieren, um Sozialwohnungen zu suchen.
Ministerpräsident Pedro Sánchez hat offiziell ein neues Finanzinstrument vorgestellt, das nach dem Auslaufen der EU-Wiederaufbaufonds zum Fundament der spanischen Wirtschaft werden soll. Der Fonds „España Crece“ (Spanien wächst) verfügt über ein Startkapital von 10,5 Milliarden Euro, soll aber langfristig Kapital in Höhe von 120 Milliarden Euro anziehen. Der Wohnungssektor, einer der brisantesten Punkte der spanischen Sozialpolitik, erhält Unterstützung in Höhe von 23 Milliarden Euro. Diese Mittel sollen die Finanzierung von 15.000 Wohnungen pro Jahr ermöglichen, um den drastischen Mangel an Miet- und Kaufwohnungen zu mildern. Das Programm wird vom Instituto de Crédito Oficial (ICO) verwaltet, das Entwicklern bevorzugte Kreditbedingungen anbietet, einschließlich Schuldenerlassen von bis zu 30%, sofern die Investitionen unter Marktpreisen realisiert werden. Der spanische Immobilienmarkt hat sich nach dem Platzen der Blase im Jahr 2008 nicht vollständig erholt, was zu einer jahrelangen Stagnation im sozialen Wohnungsbau führte. Der aktuelle Wohnungsdefizit wird von der Banco de España auf 700.000 Einheiten geschätzt, was bei dem derzeit von der Regierung vorgeschlagenen Tempo 45 Jahre bedeuten würde, um das Problem zu lösen. Das Ausmaß der Verzweiflung der Bürger wird am besten durch Ereignisse in der Stadt Alzira bei Valencia veranschaulicht. Dutzende junger Menschen, wie die 28-jährige Miriam Segura, campierten seit Samstag in Zelten vor einem Immobilienbüro, um sich für die Warteliste für Wohnungen mit dem Status VPO (Vivienda de Protección Oficial) einzutragen. Diese Wohnungen, die auf etwa 120.000 Euro geschätzt werden, sind die einzige Chance auf Unabhängigkeit für eine Generation, die mit niedrigen Einkommen und hohen Mieten in Metropolen kämpft. Trotz des Optimismus der Regierung kritisieren die Oppositionsparteien PP und Vox den Plan als „Rauchwand“ und Recycling ungenutzter Kredite aus dem Next Generation EU-Fonds und werfen dem Ministerpräsidenten vor, keine realen Ergebnisse früherer Versprechen zum Bau von 200.000 Wohnungen erzielt zu haben. <zitat autor=