Der deutsche Automobilriese Volkswagen plant ein drastisches Sparprogramm, das eine Reduzierung der Betriebskosten um 20 Prozent bis Ende 2028 vorsieht. Der von Vorstandsvorsitzendem Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz dem Management präsentierte Plan resultiert aus rückläufigen Verkäufen in China, zunehmendem Wettbewerb durch asiatische Marken und der restriktiven Zollpolitik der Vereinigten Staaten. Die Restrukturierung könnte alle Marken der Gruppe betreffen und droht mit der Schließung von Teilen der Produktionsstandorte.

Ziel: 20 Prozent Einsparungen

Der Konzern plant, die Betriebskosten innerhalb der nächsten vier Jahre um ein Fünftel zu reduzieren, um die finanzielle Gesundheit aller Marken der Gruppe zu verbessern.

Werksschließungen möglich

Der Vorstand unter der Führung von Oliver Blume lässt erstmals so offen die Möglichkeit einer Schließung von Produktionsstandorten im Rahmen der Effizienzsteigerung zu.

Externe Marktdruckfaktoren

Die Haupttreiber der Kürzungen sind Importzölle in den USA, der Einbruch der Verkäufe auf dem chinesischen Markt sowie hohe Energiekosten in Europa.

Die Führung der Volkswagen-Gruppe hat einen der ehrgeizigsten Restrukturierungspläne in der Geschichte des Konzerns vorbereitet. Während eines vertraulichen Treffens in Berlin Mitte Januar präsentierten Vorstandsvorsitzender Oliver Blume und Finanzvorstand Arno Antlitz eine Strategie zur Senkung der Kosten um 20 Prozent bis 2028. Diese Summe entspricht atemberaubenden 60 Milliarden Euro an Einsparungen. Der Konzern reagiert damit auf eine sich verschlechternde Marktsituation, zu der unter anderem US-Zölle, eine langsame Nachfrage nach Elektrofahrzeugen und strukturelle Rentabilitätsprobleme einiger Marken der Gruppe beitragen. Volkswagen, gegründet 1937 als staatliches Unternehmen zur Verwirklichung der Vision einer flächendeckenden Motorisierung in Deutschland, stützte seine Entwicklung jahrzehntelang auf stabile Verkäufe von Verbrennungsmotoren und die Dominanz in Europa und Asien.Das Sparprogramm soll alle Ausgabenkategorien betreffen, vom Marketing bis zu den Personalkosten. Die Konzernführung schließt die schmerzhaftesten Schritte nicht aus, einschließlich Werksschließungen, was auf sofortigen Widerstand der Betriebsräte stieß. Vertreter der Belegschaft warnen vor dem Überschreiten von „roten Linien” und dem Kampf um den Erhalt von Arbeitsplätzen in ganz Deutschland. Die Situation wird dadurch erschwert, dass der Konzern enorme Ausgaben für die parallele Entwicklung von Verbrennungs- und Elektrotechnologien trägt, während gleichzeitig Qualitätsprobleme bei der Software in neuen Modellen bestehen. 60 mld euro — beträgt der Gesamtumfang der geplanten Einsparungen bis 2028 Experten weisen darauf hin, dass Volkswagen seine Gewinnschwelle verbessern muss, um in Zeiten einer rasanten Energiewende investitionsfähig zu bleiben. Der Wettbewerb durch chinesische Hersteller wie BYD wird auf europäischen Märkten zunehmend aggressiver, und die bisherige Gewinnbastion der Gruppe – der chinesische Markt – ist kein Garant für Wachstum mehr. Die Gewinnschwelle muss drastisch gesenkt werden, damit der Konzern gegenüber Start-ups, die ausschließlich Elektrofahrzeuge herstellen, wettbewerbsfähig bleibt. Hauptgründe für die Einführung des Sparprogramms: Wettbewerb aus China: 90, Zölle in den USA: 85, Schwacher Absatz von Elektroautos: 75, Kosten der Softwareentwicklung: 60 „Um auf einem sehr wettbewerbsintensiven Markt zu überleben, ist eine Verbesserung der Rentabilität notwendig, insbesondere angesichts der geschwächten Aktivitäten in China.” — Oliver Blume Medien mit liberalem Profil legen Wert auf die Notwendigkeit der Modernisierung und Managementfehler im Bereich Software und EV-Technologie. | Konservative Medien betonen die Gefahr für die deutsche Industrie und warnen vor den Auswirkungen der EU-Klimapolitik auf die Arbeitskosten.

Mentioned People

  • Oliver Blume — Vorstandsvorsitzender der Volkswagen-Gruppe, verantwortlich für die Umsetzung des neuen, drastischen Sparplans.
  • Arno Antlitz — Finanzvorstand der Volkswagen-Gruppe, der gemeinsam den Plan zur Kostensenkung um 60 Milliarden Euro präsentierte.