Der nationale Eisenbahnverkehrsbetrieb PKP Intercity hat eine bahnbrechende Entscheidung bekannt gegeben, Pendolino-Züge auf internationale Strecken zu schicken. Ab dem kommenden Sonntag, mit der Fahrplananpassung, beginnen die polnischen Hochgeschwindigkeitszüge den regulären Betrieb in Tschechien auf der Strecke Bohumin–Prag. Parallel führt das Unternehmen ein neues Werbeangebot sowie ungewöhnliche Retro-Verbindungen unter dem Namen „Nieśpieszny“ ein, die historisches Rollmaterial aus den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts nutzen.

Debüt der Pendolino in Tschechien

Die polnischen ED250-Züge beginnen erstmals in der Geschichte den regelmäßigen Betrieb auf der internationalen Strecke Bohumin–Prag.

Fahrplananpassung

Am kommenden Sonntag tritt ein neuer Fahrplan in Kraft, der neue Strecken und Rabatte berücksichtigt.

Retro-Züge Nieśpieszny

Inbetriebnahme spezieller Verbindungen, die Rollmaterial aus den 80er Jahren als Teil eines touristisch-sentimentalen Angebots nutzen.

PKP Intercity vollzieht eine historische Wende in seiner Betriebsstrategie, indem es erstmals in der Geschichte Pendolino-Züge für den regelmäßigen Betrieb von Verbindungen außerhalb der Landesgrenzen einsetzt. Nach offiziellen Mitteilungen werden die polnischen Hochgeschwindigkeitszüge auf tschechischen Gleisen verkehren und die Schlüsselverbindung zwischen Bohumin und Prag bedienen. Diese Entscheidung fällt zeitlich mit der für den kommenden Sonntag geplanten Fahrplananpassung zusammen, die traditionell das Verbindungsnetz an die saisonalen Bedürfnisse der Fahrgäste und die laufenden Modernisierungsarbeiten im Schienennetz anpasst. Die Einführung der Pendolino auf den Gleisen unserer südlichen Nachbarn ist nicht die einzige Neuheit, die der Verkehrsbetrieb vorbereitet hat. Das Unternehmen kündigte auch die Einführung eines Systems neuer Rabatte an, die die Wettbewerbsfähigkeit der Bahn gegenüber dem Straßen- und Luftverkehr erhöhen sollen. Gleichzeitig startet PKP Intercity, im Kontrast zu modernen Technologien, ein Projekt namens „Nieśpieszny“. Dabei handelt es sich um spezielle Züge, die aus historischen Waggons zusammengestellt sind und als touristische Attraktion und eine sentimentale Zeitreise in die Ästhetik der achtziger Jahre dienen sollen. Dieses Projekt ruft gemischte Gefühle hervor, da es einerseits eine interessante Marketinginitiative ist und andererseits an die Herausforderungen des Fahrzeugparks der polnischen Eisenbahn erinnert. Der Kauf von 20 Pendolino-Zügen im Jahr 2011 für etwa 400 Millionen Euro war die größte Investition in der Geschichte von PKP Intercity, doch jahrelang beschränkte sich ihr Einsatz aufgrund von Zertifizierungs- und Homologationsprozessen im Ausland ausschließlich auf nationale Strecken. Auf dem Markt taucht auch neue Konkurrenz in Form von „gelben Zügen“ auf, die auf ausgewählten Strecken Fahrten schneller und günstiger anbieten als bisherige Premiumverbindungen. Experten weisen darauf hin, dass die bevorstehende Fahrplananpassung eine der bedeutendsten der letzten Jahre sein könnte, da sie internationale Expansion, Preiskampf um Kunden und Imageaufbau durch Nischen-Retroprojekte vereint. Fahrgäste, die Reisen nach dem 8. März planen, sollten die Abfahrtszeiten genau überprüfen, da die Änderungen fast das gesamte Fernverkehrsnetz in Polen betreffen werden. „To historyczny moment dla polskiej kolei, gdy nasze najbardziej nowoczesne pociągi zaczynają służyć pasażerom w ruchu międzynarodowym.” — Vertreter von PKP Intercity