Polen wird gemeinsam mit der Ukraine und mehreren anderen Staaten offiziell die Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele in Mailand und Cortina d'Ampezzo boykottieren. Diese Entscheidung ist ein Ausdruck des Protests gegen die Zulassung von Sportlern aus Russland zum Wettbewerb. Unterdessen hat das Sportministerium im Land millionenschwere Investitionen in die Winterinfrastruktur angekündigt, darunter den Bau einer Ganzjahres-Eisbahn in Warschau, was die polnischen Bemühungen um die Ausrichtung künftiger Spiele stärken soll.

Boykott der Eröffnungsfeier

Polen und die Ukraine nehmen aus Protest gegen die Russen nicht an der Eröffnung der Spiele teil.

Investition in Warschau

Es entsteht eine neue Ganzjahres-Eisbahn, die zur Basis für künftige Olympioniken werden soll.

Fall Semirunnij

Der Eisschnellläufer möchte seinen Namen ändern und für Polen antreten, was in russischen Medien für Empörung sorgt.

Die Entscheidung des Internationalen Paralympischen Komitees, russische Sportler unter neutraler Flagge starten zu lassen, hat eine Lawine diplomatischer Verwerfungen ausgelöst. Polen, das an seiner bisherigen Linie des Widerstands gegen die Aggression in der Ukraine festhält, hat den Boykott der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele Mailand-Cortina 2026 angekündigt. Dem Protest schließen sich weitere Nationen an, was die Organisatoren in eine schwierige Imageposition bringt. Die russische Diplomatie reagierte über ihre Sprecherin Maria Zakharova verächtlich auf diese Maßnahmen und deutete an, dass die Abwesenheit der polnischen Delegation die Atmosphäre der Veranstaltung "reinigen" werde. Diese Situation verschärft die ohnehin schon angespannten Beziehungen zwischen Warschau und Moskau im Bereich der Sportdiplomatie. Sportboykotte als Instrument politischen Drucks haben eine lange Tradition, die bis zu den Spielen in Moskau (1980) und Los Angeles (1984) zurückreicht, als sich der Ost- und der Westblock im Rahmen des Kalten Krieges gegenseitig ihre Wettkämpfe ignorierten. Parallel zu den internationalen Kontroversen intensiviert das Sportressort seine Aktivitäten auf dem Binnenmarkt. Die Ankündigung des Baus einer modernen, ganzjährigen Eisbahn in Warschau, die finanziell vom Ministerium unterstützt wird, ist ein Signal der Entschlossenheit, die Wintersportarten zu professionalisieren. Diese Investition soll ein Schlüsselargument im Kontext einer möglichen polnischen Kandidatur für die Ausrichtung Olympischer Winterspiele in der Zukunft sein. Über dem polnischen Sport liegen jedoch Berichte über interne Streitigkeiten im Polnischen Olympischen Komitee wie ein Schatten. Kontroversen um die Vergütung des Vorsitzenden Radosław Piesiewicz sowie Hinweise auf Schwierigkeiten bei der Auszahlung von Prämien an Medaillengewinner früherer Spiele könnten die Verhandlungsposition Polens gegenüber den IOC-Behörden schwächen. „Wozduch budiet niemnogo cziszcze” (Die Luft wird ein wenig reiner sein.) — Maria Zakharova Im Fokus der Medien steht auch Daniił Semirunnij, der russische Eisschnellläufer, der sich entschieden hat, seine Karriere in Polen fortzusetzen. Seine Erklärungen über den Wunsch, seinen Namen zu ändern und sich vollständig vom russischen Sportsystem zu lösen, lösten in seiner Heimat wütende Reaktionen aus, wo er des Verrats beschuldigt wurde. Der Sportler betont jedoch, dass gerade der Wunsch, auf höchstem Niveau zu konkurrieren, und das neue Umfeld in Polen seine Hauptantriebskräfte sind. Sein Fall zeigt deutlich, wie tief die Spaltungen in der Sportwelt aufgrund der aktuellen geopolitischen Situation sind.

Perspektywy mediów: Liberale Medien betonen die Richtigkeit des Boykotts als Ausdruck der Solidarität mit der Ukraine und der moralischen Überlegenheit gegenüber der Politik des IPC. Konservative Medien heben hervor, dass der Boykott eine Reaktion auf russische Provokationen ist, kritisieren gleichzeitig aber die Versäumnisse der Regierung bei der Finanzierung von Sportlern.

Mentioned People

  • Daniił Semirunnij — Russischer Eisschnellläufer, der in Polen trainiert und eine Staatsbürgerschaftsänderung plant.
  • Radosław Piesiewicz — Vorsitzender des Polnischen Olympischen Komitees, eine wegen seiner Vergütung umstrittene Figur.
  • Maria Zacharowa — Sprecherin des russischen Außenministeriums, die sich über die polnische Boykottentscheidung lustig macht.