Im norddeutschen Bundesland Schleswig-Holstein wurden 5,6 % mehr neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen als im Vorjahr. Insgesamt begannen fast 5.500 neue Auszubildende ihre Lehre. Den größten Zuwachs an Interesse verzeichneten Berufe im Lebensmittelhandwerk, während klassische Bauberufe wie Tischler und Maurer Rückgänge verzeichneten. Die Daten für das Jahr 2025 zeigen, dass der für die deutsche Wirtschaft zentrale Handwerkssektor weiterhin junge Menschen anzieht, auch wenn sich die Nachfragestruktur wandelt.

Anstieg der Auszubildendenzahl um 5,6 %

In Schleswig-Holstein wurden 2025 im Vergleich zu 2024 5,6 % mehr neue Ausbildungsverträge im Handwerk abgeschlossen. Das bedeutet fast 5.500 neue Auszubildende, die ihre Ausbildung in diesem Sektor beginnen.

Boom bei Lebensmittelberufen

Berufe in der Lebensmittelverarbeitung verzeichneten einen deutlichen Popularitätsschub. Die Zahl der neuen Auszubildenden im Bäckerhandwerk stieg um 19 %, im Fleischerhandwerk um 24 %. Auch die Zahl der Köche und Konditoren wächst.

Rückgänge im Baugewerbe und Tischlerhandwerk

Traditionelle Handwerksberufe, insbesondere im Baugewerbe, verzeichnen einen Rückgang der Bewerberzahlen. Die Zahl der neuen Auszubildenden im Tischlerhandwerk sank um 9 %, im Maurerhandwerk sogar um 27 %. Auch die Zahl der Auszubildenden im Friseurhandwerk sinkt.

Deutsches Handwerk als Wirtschaftspfeiler

Das deutsche duale System der Berufsausbildung, das Praxis im Betrieb mit Unterricht in der Berufsschule verbindet, gilt als Schlüsselfaktor für die niedrige Jugendarbeitslosigkeit und die Stärke der lokalen Wirtschaft.

Im deutschen Bundesland Schleswig-Holstein verzeichnete der Handwerkssektor im vergangenen Jahr einen Anstieg der Zahl neuer Auszubildender. Laut von der örtlichen Handwerkskammer veröffentlichten Daten wurden 2025 5,6 % mehr Ausbildungsverträge abgeschlossen als im Vorjahr, was fast 5.500 neuen Auszubildenden im Handwerk entspricht. Das deutsche duale Berufsbildungssystem hat eine jahrhundertealte Tradition, die auf die mittelalterlichen Handwerkszünfte zurückgeht. Seine moderne Form, die Praxis in einem zertifizierten Meisterbetrieb mit Theorie an einer öffentlichen Berufsschule verbindet, wird weithin als eine der Säulen der deutschen Wirtschaftskraft und der niedrigen Jugendarbeitslosigkeit anerkannt. Eine Analyse der Daten zeigt einen deutlichen Trendwechsel bei der Berufswahl. Während klassische Berufe im Baugewerbe und der Holzbearbeitung an Beliebtheit verlieren, wächst das Interesse an Berufen im Lebensmittelhandwerk dynamisch. Den größten Zuwachs verzeichnete der Beruf des Fleischers, wo die Zahl der neuen Auszubildenden um 24 % sprang, sowie des Bäckers mit einem Anstieg von 19 %. Auch die Zahl der Personen, die eine Ausbildung zum Koch oder Konditor beginnen, steigt. Der gegenteilige Trend zeigt sich bei den Berufen des Tischlers (Rückgang um 9 %), Maurers (Rückgang um 27 %) und Friseurs. Dieser Wandel in den Präferenzen junger Menschen könnte die Entwicklung des Arbeitsmarktes, die wachsende Bedeutung des Dienstleistungssektors und möglicherweise auch die Wirkung von Werbekampagnen einzelner Branchen widerspiegeln. Die Handwerkskammern in Deutschland spielen eine Schlüsselrolle bei der Organisation und Überwachung der Berufsausbildung. Sie sind Körperschaften des öffentlichen Rechts, die die Interessen der Handwerksunternehmer vertreten, das Verzeichnis der ausbildenden Betriebe führen, Gesellen- und Meisterprüfungen organisieren und auch das Marketing für einzelne Berufe unterstützen. Ihre Statistiken gelten als zuverlässig und als ein früher Indikator für die Stimmung in einem für die deutsche Wirtschaft zentralen Sektor der kleinen und mittleren Unternehmen. Die Daten aus Schleswig-Holstein, obwohl nur für eine Region, fügen sich in die breitere bundesweite Debatte über die Zukunft des Handwerks im Zeitalter der Digitalisierung und des demografischen Wandels ein. Eine zentrale Herausforderung bleibt es, genügend junge Menschen zu motivieren, Handwerksbetriebe von in den Ruhestand gehenden Inhabern zu übernehmen.