Die italienischen Strafverfolgungsbehörden verzeichnen eine dramatische Wende in den Ermittlungen zum Tod des 28-jährigen Abderrahim Mansouri, der am 26. Januar während einer Anti-Drogen-Operation in Mailand getötet wurde. Die jüngsten Vernehmungen von Beamten und forensische Analysen deuten darauf hin, dass das Opfer unbewaffnet war und die Waffe, die bei der Leiche gefunden wurde, von Polizisten platziert wurde. Dem Hauptverdächtigen droht der Vorwurf des vorsätzlichen Totschlags, was die Behörden vor eine ernste Vertrauenskrise stellt.

Verdacht auf Beweisfälschung

Ermittler verdächtigen, dass die Schreckschusspistole, die bei der Leiche von Abderrahim Mansouri gefunden wurde, von Polizisten platziert wurde, um den Einsatz von Schusswaffen zu rechtfertigen.

Vorwürfe gegen Beamte

Der Hauptverdächtige, ein 42-jähriger Polizist, könnte des vorsätzlichen Totschlags beschuldigt werden, während vier Kollegen sich wegen Behinderung der Ermittlungen verantworten müssen.

Verzögerte Rettungsaktion

Aus der Analyse von Logdaten geht hervor, dass zwischen dem Schuss und der Alarmierung des Rettungsdienstes 23 Minuten vergingen, was über Leben und Tod des Opfers entschieden haben könnte.

Die Ermittlungen zu den tragischen Ereignissen im Rogoredo-Wald bei Mailand haben nach einer Reihe kritischer Vernehmungen an Fahrt aufgenommen. Die Staatsanwaltschaft in Mailand verfügt über Beweise, die darauf hindeuten, dass der 28-jährige Abderrahim Mansouri möglicherweise Opfer einer Hinrichtung wurde und nicht eines unglücklichen Unfalls während eines Schusswechsels. Vorsätzlicher Totschlag wird zur Haupthypothese der Ermittler gegenüber dem 42-jährigen Assistente Capo der Polizei, der den tödlichen Schuss abgab. Ein entscheidender Beweis in dem Fall war das Fehlen von Fingerabdrücken des Opfers auf der Schreckschusspistole, die bei der Leiche gefunden wurde. Die Analyse von Überwachungsaufnahmen und die Aussagen von vier anderen Polizisten, die des Beweisunterdrückung und unterlassener Hilfeleistung verdächtigt werden, deuten auf einen Versuch hin, den Hergang der Ereignisse zu vertuschen. Nach Ermittlungserkenntnissen könnte die Waffe absichtlich am Tatort platziert worden sein, um eine Bedrohung zu suggerieren, die es in Wirklichkeit nicht gab. Darüber hinaus vergingen zwischen dem Schuss und dem Notruf 23 Minuten, was die Staatsanwaltschaft als grobe Fahrlässigkeit wertet. Der Rogoredo-Wald in Mailand steht seit Jahren in schlechtem Ruf als einer der größten offenen Drogenumschlagplätze Europas, was die Behörden regelmäßig zu riskanten Polizeirazzien zwingt. Der Fall hat eine hitzige politische Debatte in Rom und Mailand ausgelöst. Die Demokratische Partei fordert, dass die Stadt Mailand im Prozess als Nebenkläger auftritt und sich gegen Polizeibrutalität ausspricht. Verteidiger der Polizisten appellieren hingegen, Urteile zurückzuhalten, bis alle ballistischen Analysen abgeschlossen sind. Die Familie des Verstorbenen, vertreten durch die Anwälte Debora Piazza und Marco Romagnoli, behauptet von Anfang an, Mansouri sei unbewaffnet gewesen und habe für die einschreitenden Beamten keine Gefahr dargestellt. 23 Minuten — Verzögerung bei der Alarmierung der Rettungskräfte nach dem Schuss Chronologie der Ereignisse in Rogoredo: 26. Januar 2026 — Tod von Mansouri; 18. Februar 2026 — Erklärung der Bevollmächtigten; 19. Februar 2026 — Höhepunkt der Vernehmungen; 20. Februar 2026 — Politische Reaktion

Liberale Medien legen den Schwerpunkt auf Menschenrechtsverletzungen, die mutmaßliche Hinrichtung und den systemischen Bedarf an Kontrolle des Vorgehens von Sicherheitskräften. | Konservative Medien betonen die schwierigen Arbeitsbedingungen in Rogoredo und warnen vor voreiliger Verurteilung der Beamten.

Mentioned People

  • Abderrahim Mansouri — 28-jähriger marokkanischer Staatsbürger, mutmaßlicher Drogendealer, der durch einen Polizeischuss getötet wurde.
  • Debora Piazza — Anwältin, die die Familie des getöteten Mannes vertritt.
  • Michele Albiani — Vorsitzender des Sicherheitsausschusses in Mailand, Mitglied der Demokratischen Partei.