Die italienische Staatsanwaltschaft hat einem Polizeibeamten Mord vorgeworfen, der am 26. Januar den 28-jährigen Abderrahim Mansouri im Mailänder Stadtteil Rogoredo erschossen hat. Die Ermittlungen haben eine Reihe von Unregelmäßigkeiten aufgedeckt, darunter den Verdacht, dass Kollegen des Angeklagten Beweise fabriziert haben, sowie eine Verzögerung beim Ruf nach medizinischer Hilfe. Es kommen auch schockierende Informationen über angebliche Erpressung von Schutzgeldern von Drogenhändlern durch den Hauptverdächtigen ans Licht.
Mordvorwurf für Beamten
Carmelo Cinturrino wurde des vorsätzlichen Mordes beschuldigt, nachdem Beweise die Version der Notwehr während der Aktion in Rogoredo widerlegt haben.
Inszenierung am Tatort
Ermittler vermuten, dass die Schreckschusspistole platziert wurde, da keine Fingerabdrücke des Opfers darauf gefunden wurden.
Korruptiver Hintergrund des Falls
Im Laufe der Ermittlungen wurde aufgedeckt, dass der beschuldigte Beamte möglicherweise Tausende Euro Schutzgeld von Drogenhändlern für Straflosigkeit angenommen hat.
Verdacht auf Vertuschung durch Kollegen
Vier weitere Polizisten werden wegen Verdachts auf Beihilfe und vorsätzlicher Verzögerung des Rufs nach medizinischer Hilfe ermittelt.
Die Ermittlungen zum Tod von Abderrahim Mansouri, der im Januar 2026 im berüchtigten „Drogenwald“ im Mailänder Rogoredo erschossen wurde, haben eine dramatische Wendung genommen. Der Hauptverdächtige, der 42-jährige Carmelo Cinturrino, Assistent des Chefs der Staatspolizei, wurde des vorsätzlichen Mordes beschuldigt. Die Vernehmungen von vier anderen Beamten, die der Beihilfe und unterlassener Hilfeleistung beschuldigt werden, haben die ursprüngliche Version der Ereignisse in Frage gestellt. Zunächst wurde behauptet, der Polizist habe in Notwehr gehandelt, als das Opfer eine Pistole zog. Kriminaltechnische Untersuchungen zeigten jedoch keine biologischen Spuren des 28-Jährigen auf der gefundenen Schusswaffenattrappe, und die Ermittler vermuten, dass die Schreckschusspistole nach dem Schuss am Tatort platziert wurde. Die Analyse von Überwachungsaufnahmen und Telefonverbindungsdaten ergab, dass vom Zeitpunkt der Schießerei bis zum Ruf nach Rettungsdiensten 23 Minuten vergingen. In dieser Zeit soll Cinturrino Kollegen belogen haben, indem er behauptete, Hilfe sei bereits unterwegs, während der verletzte Mann auf dem Boden starb. Zudem gab es Verdachtsmomente bezüglich korrupter Hintergründe der Tätigkeit des Beamten. Laut Zeugenaussagen soll Cinturrino von Drogenhändlern im Stadtteil Corvetto regelmäßig Beträge in Höhe von mehreren Tausend Euro als Schutzgeld erpresst haben. Diese Situation wirft einen Schatten auf die gesamte Einheit und löst eine politische Debatte über die Rolle des Nebenklägers aus, die die Stadt Mailand übernehmen möchte. Der Stadtteil Rogoredo in Mailand gilt seit Jahren als einer der größten Heroinumschlagplätze Europas, wo die Polizei regelmäßig Operationen im sogenannten Bosco di Rogoredo durchführt.„Ich bin der Meinung, dass die Gemeinde Mailand in diesem Prozess als Zivilpartei auftreten muss, um die Ehre der Stadt und der ehrlichen Beamten zu verteidigen.” — Michele AlbianiDer Fall hat starke Kontroversen ausgelöst, da die Demokratische Partei und lokale Politiker fordern, dass die Stadtbehörden gegen die Polizisten vorgehen, was wiederum auf Widerstand konservativer Kreise stößt, die darin einen Angriff auf die Autorität der Sicherheitskräfte sehen. Weitere Schritte der Staatsanwaltschaft könnten zur Aufdeckung eines größeren Korruptionsnetzwerks in Mailänder Polizeirevieren führen. 23 minuty — vergingen vom Schuss bis zum Ruf nach dem RettungswagenVerlauf der Ermittlungen im Fall Rogoredo: 26. Januar — Tödliche Schießerei; 19. Februar morgens — Vernehmungen der Beamten; 19. Februar abends — Änderung der Vorwürfe; 20. Februar — Aufdeckung der ErpressungenVersion der Polizei vs. Ermittlungsergebnisse: Waffe des Opfers: Zielte mit einer Pistole auf den Beamten → Schreckschusspistole platziert ohne Fingerabdrücke des Opfers; Ruf nach Hilfe: Sofortig → Um 23 Minuten verzögert; Motiv der Aktion: Kampf gegen Drogen → Wahrscheinlich korruptive AbrechnungenLiberale Medien legen den Schwerpunkt auf Machtmissbrauch, Polizeibrutalität sowie korruptive Verbindungen von Beamten mit Dealern. | Konservative Medien warnen vor voreiligen Anschuldigungen gegen Uniformierte und der Nutzung der Tragödie für den politischen Kampf mit der Polizei.
Mentioned People
- Carmelo Cinturrino — 42-jähriger Polizeibeamter, der wegen vorsätzlichen Mordes an einem mutmaßlichen Drogenhändler angeklagt ist.
- Abderrahim Mansouri — 28-jähriger marokkanischer Staatsbürger, der während der Polizeiaktion getötet wurde.
- Michele Albiani — Vorsitzender der Sicherheitskommission des Mailänder Stadtrats.