Polen kämpft mit einer beispiellosen Welle von Cyberangriffen, die sich gegen Kunden der größten Banken, Steuerzahler, die ihre e-PIT-Erklärung abgeben, und ältere Menschen richten. Die Betrüger nutzen ausgeklügelte Social-Engineering-Techniken und geben sich als staatliche Institutionen, Streaming-Plattformen und bekannte Finanzmarken aus. Nur in den letzten Tagen haben polnische Bürger Millionen von Złoty durch telefonische Manipulationen und bösartige Links verloren.
Gefahr bei e-PIT
Betrüger nutzen die Steuererklärungszeit, um über gefälschte Regierungsseiten Zugangsdaten zu erschleichen.
Neue Vishing-Methoden
Täter geben sich als Bank-Hotlines aus und verleiten Opfer dazu, Überweisungen auf angebliche technische Konten vorzunehmen.
Explosion von Betrug auf Telegram
Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Finanzbetrügereien auf dieser Plattform um rekordhafte 233 Prozent.
Mit Beginn der Steuererklärungszeit haben Cyberkriminelle ihre Aktivitäten gegen Nutzer des Systems Twój e-PIT intensiviert. Der Betrugsmechanismus basiert auf dem Versenden gefälschter Nachrichten, die auf eine Nachzahlung oder dringende Datenüberprüfung hinweisen, was in Wirklichkeit zur Infektion der Geräte mit Schadsoftware führt. Parallel dazu haben die Banken PKO BP und Pekao S.A. kritische Warnungen vor Phishing-Kampagnen herausgegeben. Die Täter nutzen das Image dieser Institutionen, indem sie infizierte Anhänge und Links zu gefälschten Login-Panels versenden, die zur Übernahme von Zugängen zu Bankkonten dienen. Besorgniserregende Trends zeigen sich auch im Bereich der Kommunikationsplattformen. Laut neuesten Berichten hat sich Telegram zum am schnellsten wachsenden Kanal für Finanzbetrug entwickelt und verzeichnete einen Anstieg von 233 % im Jahresvergleich. Dennoch bleibt Facebook der Hauptort für die Initiierung von Phishing-Angriffen und Einkaufsbetrug. Die Betrüger passen ihre Methoden an die aktuellen Bedürfnisse der Verbraucher an und bieten beispielsweise günstigen Festbrennstoff (z.B. Ecogroszek) oder Konzerttickets an, die in Wirklichkeit nicht existieren. Der Begriff Phishing entstand Mitte der 1990er Jahre, und die ersten Massenangriffe richteten sich gegen Nutzer des Dienstes AOL. Seitdem hat sich die Methode von einfachen E-Mails zu technologisch fortschrittlichen Kampagnen weiterentwickelt, die künstliche Intelligenz und Deepfake-Techniken nutzen. Ein weiteres bedrohliches Phänomen ist Vishing, von dem insbesondere ältere Menschen betroffen sind. In einem der dokumentierten Fälle verlor eine Seniorin nach einem Gespräch mit einem angeblichen Bankberater über 200.000 Złoty. „Mieszkańcy stracili ponad 350 tys. zł w wyniku działania oszustów - uważajmy” (Die Einwohner haben durch das Vorgehen der Betrüger über 350.000 Złoty verloren - wir müssen aufpassen) — Polizei Die Polizei in Niederschlesien hat als Reaktion darauf das Programm „Senior na 6 z plusem“ initiiert, das zur Aufklärung im Bereich der digitalen Sicherheit dienen soll. Darüber hinaus warnen die Behörden vor einer neuen Version des „Netflix-Betrugs“, bei dem gefälschte Benachrichtigungen über Zahlungsprobleme zum Diebstahl von Daten von Zahlungskarten genutzt werden.