Fortschrittliche computertomographische Untersuchungen an einer Kinder-Mumie, die im Erzbischöflichen Museum in Breslau aufbewahrt wird, haben überraschende Entdeckungen gebracht. Es stellte sich heraus, dass sich unter den Binden nicht nur die Überreste eines kleinen Jungen verbergen, sondern auch Amulette, die ihm eine sichere Reise ins Jenseits gewährleisten sollten. Die Analysen enthüllten Details zum Gesundheitszustand des Kindes sowie zu den Mumifizierungspraktiken, die im alten Ägypten vor etwa zweitausend Jahren angewendet wurden. Dank moderner Technologie konnten die Wissenschaftler tief in das Artefakt blicken, ohne es zu beschädigen, was neue Möglichkeiten für die Erforschung ähnlicher Objekte eröffnet.
Nicht-invasive CT-Untersuchungen
Die Mumie eines kleinen Jungen aus der Sammlung von Kardinal Adolf Bertram wurde detaillierten Untersuchungen mittels Computertomographie unterzogen. Diese Technik ermöglichte ein virtuelles 'Entwickeln' der Binden und eine genaue Betrachtung der Überreste sowie der darunter verborgenen Gegenstände, ohne physisch in das empfindliche Artefakt einzugreifen.
Amulette und Gesundheitszustand des Kindes
Im Inneren der Mumie wurden vier kleine Amulette entdeckt, darunter wahrscheinlich ein Skarabäus, die gemäß dem Glauben der alten Ägypter den Verstorbenen im Jenseits schützen sollten. Die Analyse von Knochen und Zähnen offenbarte Spuren von Unterernährung und Anämie, was Licht auf die schwierigen Lebensbedingungen des Kindes in der griechisch-römischen Zeit wirft.
Herkunft und Geschichte des Artefakts
Die Mumie gelangte um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als Teil der Sammlung von Kardinal Adolf Bertram nach Breslau. Über Jahrzehnte galt sie als weibliches Exponat, erst vorläufige Untersuchungen vor einigen Jahren deuteten darauf hin, dass es sich um die Überreste eines Jungen handelt. Die aktuellen Analysen bestätigten diese These und datieren das Objekt genauer auf die griechisch-römische Zeit.
Neue Perspektiven für Museen
Der Erfolg der Untersuchungen der Breslauer Mumie zeigt, wie moderne bildgebende medizinische Technologien die Arbeit von Museen und Restauratoren revolutionieren können. Die nicht-invasive Methode ermöglicht es, umfangreiches Wissen über Artefakte zu gewinnen, die aufgrund ihrer Fragilität nicht traditionellen physischen Untersuchungen unterzogen werden können.
Die Kinder-Mumie aus dem Erzbischöflichen Museum in Breslau, jahrzehntelang von Geheimnissen umhüllt, hat ihre Geheimnisse dank moderner Technologie preisgegeben. Spezialisten der Medizinischen Universität Breslau und anderer Zentren führten eine detaillierte Computertomographie-Untersuchung durch, die einen virtuellen Blick unter die Schichten der Leinenbinden ermöglichte. Es stellte sich heraus, dass im Inneren die Überreste eines kleinen Jungen ruhen, und nicht – wie früher angenommen – eines Mädchens oder einer jungen Frau. Die Analyse der Knochen und Zähne des Kindes lieferte Informationen über seine Gesundheit. Die Wissenschaftler beobachteten Spuren, die auf Unterernährung und Anämie hindeuten könnten, was eine wertvolle Wissensquelle über die Lebensbedingungen im alten Ägypten in der griechisch-römischen Zeit darstellt. Noch überraschender war die Entdeckung von vier kleinen Amuletten, die zwischen den Binden versteckt waren. „It’s amazing that after two thousand years we can see these objects intact, in the place where they were put by embalmers.” (Es ist erstaunlich, dass wir nach zweitausend Jahren diese Objekte intakt sehen können, an dem Ort, an dem sie von den Einbalsamierern platziert wurden.) — Dr. hab. Robert J. Kuźniewicz Unter ihnen befindet sich wahrscheinlich ein Skarabäus, der heilige Käfer, der Wiedergeburt und ewiges Leben symbolisiert und dem Kind eine sichere Reise ins Jenseits gewähren sollte. Die Praxis der Mumifizierung im alten Ägypten entwickelte sich über Jahrtausende und erreichte ihren Höhepunkt im Neuen Reich. Der Einbalsamierungsprozess, der bis zu 70 Tage dauern konnte, umfasste die Entfernung der inneren Organe, die Dehydrierung des Körpers mit Natron und das Einwickeln in Dutzende Meter Leinenbinden. Zusammen mit dem Körper wurden Gebrauchsgegenstände, Schmuck und Amulette beigesetzt, die dem Verstorbenen im Jenseits helfen sollten. Die in Breslau untersuchte Mumie stammt aus der späteren griechisch-römischen Zeit, als die Mumifizierungstechniken zwar massenhafter, aber oft weniger sorgfältig wurden. Das Artefakt selbst hat eine bewegte Geschichte. Es gelangte um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert als Teil der Sammlung von Kardinal Adolf Bertram nach Breslau. Lange Zeit wurde angenommen, es handele sich um eine Frauenmumie, erst vorläufige Untersuchungen vor einigen Jahren deuteten darauf hin, dass sie einem Kind gehört. Die aktuellen, detaillierten CT-Scans bestätigten dies endgültig und datieren das Objekt genauer. Diese Untersuchung ist ein Beispiel für die Revolution, die bildgebende medizinische Verfahren in der Archäologie und Museologie mit sich bringen. 4 — Amulette, die in den Binden der Mumie versteckt waren Dank der Computertomographie wurde eine nicht-invasive 'Entpackung' unschätzbarer Artefakte möglich, die aufgrund ihres Erhaltungszustands nicht physisch ausgewickelt werden können. Dies ermöglicht den Erwerb beispiellosen Wissens über Ernährung, Krankheiten, Verletzungen und religiöse Praktiken alter Kulturen, ohne das Risiko einer Zerstörung der Exponate. Der Erfolg des Breslauer Projekts ebnet den Weg für ähnliche Untersuchungen anderer Mumien in polnischen und weltweiten Sammlungen.
Mentioned People
- Robert J. Kuźniewicz — Wissenschaftler, der an den tomographischen Untersuchungen der Mumie beteiligt war, im Artikel zitiert.
- Adolf Bertram — Kardinal, Erzbischof von Breslau, dessen Sammlung die untersuchte Mumie enthielt.