Die Europäische Kommission hat eine drastische Verschärfung der Importkontrollen für ARA-Öl aus China angekündigt, das als Quelle der Kontamination von Milchpulver mit dem gefährlichen Toxin Cereulid identifiziert wurde. Ab Donnerstag werden die Zollbehörden 50 % aller Transporte dieser Zutat kontrollieren. Die Entscheidung folgt auf massive Rückrufe von Produkten bekannter Marken wie Nestlé und Danone sowie zahlreichen Erkrankungen von Säuglingen in ganz Europa, einschließlich tödlicher Fälle in Frankreich.
Verpflichtende Zollkontrollen
Die EU-Grenzschutzbehörden werden 50 % aller Lieferungen von ARA-Öl aus China auf das Vorhandensein bakterieller Toxine untersuchen.
Kontaminationsquelle lokalisiert
Ermittlungen ergaben, dass das Cereulid-Toxin über einen verunreinigten Inhaltsstoff des chinesischen Unternehmens Cabio Biotech in die Milch gelangte.
Massenweise Produktrückrufe
Giganten wie Nestlé und Danone haben Chargen von Milchpulver in 60 Ländern zurückgerufen und verlieren Millionen Dollar durch Umsatzeinbußen.
Die Europäische Kommission hat entschiedene Schritte unternommen, um die Lieferkette für Säuglingsnahrung zu sichern, nach einer Reihe von Skandalen im Zusammenhang mit dem Vorhandensein des Toxins Cereulid in Milchpulver. Laut einer offiziellen Mitteilung, die im Amtsblatt der EU veröffentlicht wurde, ist die Quelle der Verunreinigung ARA-Öl (Arachidonsäure), das in China vom Unternehmen Cabio Biotech hergestellt wird. Diese Substanz, die der Milch zugesetzt wird, um ihre Zusammensetzung der Muttermilch anzugleichen, stellt ein ernsthaftes Risiko für die öffentliche Gesundheit dar. Die neuen Vorschriften verpflichten Importeure, Laborzertifikate vorzulegen, die das Fehlen des Toxins in jeder Charge bestätigen, und die Zollbehörden wurden angewiesen, jeden zweiten Transport physisch zu überprüfen. Das Ausmaß der Krise erstreckte sich auf über 60 Länder weltweit und zwang zur Rücknahme zehntausender Packungen von Produkten der Marken Nestlé, Danone, Lactalis sowie kleinerer Bio-Hersteller. Die Symptome einer Cereulid-Vergiftung, die von Bacillus cereus-Bakterien produziert wird, umfassen heftiges Erbrechen und Bauchschmerzen, die 30 Minuten bis sechs Stunden nach dem Verzehr auftreten. In Europa wurden etwa 100 Krankheitsfälle registriert, wobei die schwierigste Situation in Frankreich herrscht, wo nach dem Tod von Säuglingen strafrechtliche Ermittlungen eingeleitet wurden. Die Schweiz, obwohl außerhalb der EU-Strukturen, passte ihre Vorschriften umgehend an die EU-Leitlinien an und reagierte damit auf 36 Fälle von Symptomen bei Kindern auf ihrem Hoheitsgebiet. Lebensmittelkontaminationen für Kinder in Ostasien haben eine lange Geschichte, darunter der tragische Skandal von 2008, als Melamin in chinesischer Milch zum Tod von sechs Säuglingen und Erkrankungen bei 300.000 Kindern führte, was das Vertrauen in die dortigen Hersteller nachhaltig untergrub.Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörden (EFSA) haben erstmals sichere Grenzwerte für Cereulid festgelegt, was die künftige Zertifizierung erleichtern soll. Hersteller wie Nestlé und Danone verzeichnen jedoch bereits jetzt Verluste in Millionenhöhe, die nicht nur aus der Logistik der Produktrückrufe, sondern auch aus erheblichen Imageschäden resultieren. Der Fall hat eine Debatte über die Sicherheit des Bestrebens ausgelöst, die Zusammensetzung von Muttermilch durch die Zugabe komplexer Fettsupplemente, die aus Märkten mit niedrigeren Hygienekontrollstandards importiert werden, perfekt nachzubilden. „Consignments should be accompanied by an official certificate stating that all the results of sampling and analyses show the absence of cereulide toxin.” (Die Sendungen müssen von einem offiziellen Zertifikat begleitet werden, das besagt, dass alle Ergebnisse der Probenahme und Analysen das Fehlen von Cereulid-Toxin zeigen.) — Europäische Kommission