Das spanische Innenministerium hat eine außerordentliche Überprüfung der Anti-Terror-Protokolle und Verfahren im Umgang mit Belästigung nach einer Reihe von Rücktritten und Anschuldigungen gegen hochrangige Offiziere angekündigt. Der Skandal brach aus, nachdem José Ángel González, der ehemalige operative Direktor der Polizei (DAO), wegen der Anschuldigung der Vergewaltigung einer Untergebenen zurücktrat. Daraufhin folgten weitere Berichte über Missbrauch in Alcalá de Henares und Lleida, was einen politischen Sturm und Forderungen nach dem Rücktritt des Innenministers auslöste.

Rücktritte an der Spitze der Macht

Der ehemalige operative Polizeichef José Ángel González trat nach der Anschuldigung der Vergewaltigung durch eine Untergebene zurück.

Außerordentliche Überprüfung der Verfahren

Das spanische Innenministerium kündigt eine Überprüfung der Anti-Belästigungsprotokolle an, nachdem es eingeräumt hat, dass die derzeitigen Systeme versagt haben.

Lokale Skandale in der Polizei

Schwere Vorwürfe sexuellen Missbrauchs und Einschüchterung haben Kommandeure in Alcalá de Henares und Lleida getroffen.

Das spanische Innenministerium steht vor einer beispiellosen Image- und Strukturkrise innerhalb der Nationalpolizei und lokaler Behörden. Ein Wendepunkt war der Rücktritt von José Ángel González, bekannt als „Jota“, der bis vor kurzem die Funktion des Dyrektor Adjunto Operativo innehatte. González trat zurück, nachdem ein Gericht eine Klage wegen mutmaßlicher Vergewaltigung einer Beamtin angenommen hatte. Der Anwalt des Opfers, Jorge Piedrafita, teilte mit, dass sich nach der Bekanntmachung des Falls weitere Frauen gemeldet hätten, die den ehemaligen Chef des Missbrauchs, einschließlich Einschüchterung und der Entlassung einer Sicherheitsangestellten, die Zeugin seiner privaten Treffen mit „Mächtigen dieser Welt“ gewesen sein soll, beschuldigten. Innenminister Fernando Grande-Marlaska räumte vor einem parlamentarischen Ausschuss ein, dass die Schutzmechanismen versagt hätten, da sich das Opfer für den gerichtlichen Weg anstelle interner Verfahren entschieden habe. Er kündigte eine Überprüfung und eine Stärkung des Schutzes für Personen an, die Missbrauch melden. Unterdessen verschärft sich die Lage in den Regionen. In Alcalá de Henares trat Kommissar Luis Antonio Moreno Pascual zurück, der im Verdacht steht, sexuelle Gewalt gegen eine Polizistin und eine Hausmeisterin ausgeübt zu haben. In Lleida sucht die Polizei einen Nachfolger für Antonio José Royo Subías, der nach nur sechs Tagen von seinem Posten abberufen wurde, als Medien an sein Urteil wegen Belästigung einer Untergebenen aus dem Jahr 2003 erinnerten. Die spanischen Uniformierten Dienste unterliegen seit Jahren strengen ethischen Kodizes, doch die zentralisierte Befehlsstruktur und starke Hierarchie haben im Zusammenhang mit der Meldung von Missbrauch durch niederrangige Beamtinnen oft Kontroversen ausgelöst. Parallel dazu eskaliert der Streit zwischen den Gewerkschaften. Der Sindicato Profesional de la Policía (SPP) appelliert an Zurückhaltung und die Beilegung von Streitigkeiten auf gerichtlichem Wege und nicht in den Medien, wobei er die Bedeutung der Unschuldsvermutung betont. Kontroversen gibt es auch im Fall von Kommissar Óscar San Juan, dem ehemaligen „rechten Arm“ von González, der trotz des Verdachts der Hilfe bei der Einschüchterung des Opfers zum Leiter der Brigade in der wissenschaftlichen Polizei ernannt wurde. Im Hintergrund dieser Ereignisse schreitet die politische Debatte in Madrid voran, wo die Opposition Aufklärung über die Ernennung von Personen mit krimineller Vergangenheit auf exponierte Positionen fordert. „Es evidente que algo falla si la víctima no recurrió a ellos” (Es ist offensichtlich, dass etwas nicht funktioniert, wenn das Opfer sich nicht an sie gewandt hat) — Fernando Grande-Marlaska

Mentioned People

  • Fernando Grande-Marlaska — Innenminister Spaniens, kündigte eine Überprüfung der Protokolle an.
  • José Ángel González — Ehemaliger Dyrektor Adjunto Operativo (DAO) der Nationalpolizei, beschuldigt sexueller Übergriffe.
  • Luis Antonio Moreno Pascual — Ehemaliger Polizeichef in Alcalá de Henares, beschuldigt der Gewalt gegen Frauen.
  • Jorge Piedrafita — Anwalt des Opfers des ehemaligen operativen Polizeidirektors.