Der SPD-Fraktionsvorsitzende in Baden-Württemberg, Andreas Stoch, hat Bedauern über eine Fernsehaufnahme geäußert, die kurz vor der Landtagswahl für Kontroversen sorgte. Die Kamera des SWR hielt den Moment fest, in dem der Politiker unmittelbar nach einem Besuch bei einer Tafel-Einrichtung seinem Fahrer den Auftrag erteilte, eine luxuriöse Pastete in Frankreich zu kaufen. Stoch räumte ein, die Situation sei unglücklich gewesen und habe negative Emotionen in der Öffentlichkeit auslösen können.

Unglücklicher Zufall

Die Kamera hielt die Planung von Luxuseinkäufen unmittelbar nach einem Besuch bei einer Einrichtung für Bedürftige fest.

Kritik in den sozialen Medien

Nutzer werfen dem SPD-Politiker Realitätsferne und Heuchelei angesichts der Probleme ärmerer Bürger vor.

Offizielle Bedauernsäußerung des Kandidaten

Andreas Stoch räumte einen Imagefehler ein und entschuldigte sich für den ärgerlichen Charakter der aufgezeichneten Szene.

Andreas Stoch, Spitzenkandidat der SPD bei der anstehenden Landtagswahl in Baden-Württemberg, geriet nach der Veröffentlichung von Aufnahmen durch den öffentlich-rechtlichen Sender SWR unter Kritik. Ein Film über den Wahlkampf des Sozialdemokraten zeigte ihn während eines Besuchs bei einer Tafel in Bühl. Diese Einrichtungen dienen der Unterstützung von in Armut lebenden Menschen durch die Verteilung kostenloser oder sehr günstiger Lebensmittel. Unmittelbar nach dem Verlassen der Tafel zeichnete die Kamera ein Gespräch des Politikers mit seinem Fahrer auf, dem er den Kauf einer edlen Pastete in einer französischen Metzgerei auftrug. Der Politiker schlug vor, der Fahrer solle ihm ein Foto der Theke schicken, damit er bestimmte Spezialitäten zum Kauf auswählen könne. Im Gespräch mit Journalisten erklärte Stoch, er schätze die Qualität der Produkte aus dem Nachbarland Frankreich, deren Preis und Verarbeitungsstandard jene in Deutschland übertreffen würden. Die Aufnahme verbreitete sich rasend schnell in den sozialen Medien, wo Nutzer dem Kandidaten Heuchelei und mangelndes Einfühlungsvermögen gegenüber den Sozialhilfeempfängern vorwarfen, mit denen er sich kurz zuvor getroffen hatte. Kritiker betonten den enormen Kontrast zwischen der Realität der Bedürftigen und dem luxuriösen Lebensstil des Politikers, der die Dienste eines Chauffeurs für Feinkosteinkäufe in Anspruch nahm. Baden-Württemberg grenzt an Frankreich, was grenzüberschreitende Einkäufe für die Bewohner der Region zur gängigen Praxis macht. Im Kontext des Wahlkampfs erhalten sie jedoch eine politische und imagebezogene Dimension.Auf die wachsende Kritikwelle reagierend, räumte Andreas Stoch bei einem Treffen der „Badischen Neuesten Nachrichten“ einen Imagefehler ein. „Ich bin da in einen Fettnapf marschiert” (Ich bin da in einen Fettnapf getreten) — Andreas Stoch Er stellte fest, dass diese Sequenz, aus dem Zusammenhang seiner gesamten Arbeit für Bedürftige gerissen, den Eindruck einer ärgerlichen und unglücklichen Situation erwecke. Obwohl der Politiker später erklärte, es habe sich in Wirklichkeit um eine Leberwurst-Pastete gehandelt und nicht nur um eine edle Entenpastete, war der Imageschaden wenige Tage vor der für den 8. März geplanten Wahl bereits eingetreten.

Mentioned People

  • Andreas Stoch — SPD-Fraktionsvorsitzender in Baden-Württemberg und Spitzenkandidat für das Ministerpräsidentenamt des Landes.