Die Schweizer Regierung hat die Auszahlung von Solidaritätshilfen für die Opfer des tragischen Brandes in der Bar "Le Constellation" angekündigt. Gleichzeitig verlässt die 15-jährige Elsa, eine der Schwerstverletzten, nach zwei Monaten das Krankenhaus in Zürich und wird in eine Klinik in Turin verlegt. Diese Entscheidungen fallen vor dem Hintergrund diplomatischer Spannungen zwischen Bern und Rom bezüglich der Untersuchung der Neujahrstragödie, bei der 41 Menschen ums Leben kamen.
Solidaritätszahlungen
Die Schweizer Regierung hat für jedes Opfer und jede Familie eines Verstorbenen 50.000 Franken als dringende finanzielle Unterstützung bereitgestellt.
Rückkehr der verletzten 15-Jährigen
Elsa aus Biella, die den Brand mit Verbrennungen auf 60 Prozent der Körperoberfläche überlebte, wird vom Krankenhaus in Zürich nach Turin verlegt.
Spannungen auf der Linie Bern-Rom
Die italienische Delegation beschuldigt die Schweizer Behörden mangelnden Respekts und der Blockade einer gemeinsamen Untersuchung des Brandes.
Die Schweizer Regierung hat das Projekt "Lex Crans-Montana" genehmigt, das die Auszahlung von 50.000 Schweizer Franken (ca. 55.000 Euro) für jeden hospitalisierten Geschädigten sowie für die Familien der bei dem Brand, der in der Silvesternacht ausbrach, Verstorbenen vorsieht. Diese Mittel stellen einen Zuschuss zu den zuvor vom Kanton Wallis gewährten 10.000 Franken dar. Insgesamt wurden 7,8 Millionen Franken für die Unterstützung der 156 am stärksten betroffenen Personen reserviert. Dies soll eine Geste der Empathie und schnelle finanzielle Hilfe sein, die spätere zivilrechtliche Ansprüche gegen die Lokalbesitzer, Jacques und Jessica Moretti, nicht ausschließt. Positive Nachrichten gibt es bezüglich der 15-jährigen Elsa aus Biella, die seit zwei Monaten in Zürich um ihr Leben kämpfte. Das Mädchen, das Verbrennungen auf 60 Prozent der Körperoberfläche erlitt, ist aus dem Koma erwacht und hat eine Reihe von Operationen hinter sich. Ihr Zustand hat sich so weit stabilisiert, dass die Ärzte den Transport ins CTO-Krankenhaus in Turin genehmigten. Die Eltern des Mädchens betonen, dass Elsa sich sehr über die Rückkehr in ihre Heimat freut und ihre Klassenkameraden die Nachricht über die Fortschritte in der Rehabilitation begeistert aufgenommen haben. Die Schweiz ist für präzise und strenge Entschädigungsverfahren bekannt, doch das Ausmaß der Tragödie in Crans-Montana zwang die Bundesbehörden, einen außerordentlichen legislativen Weg einzuschlagen, um jahrelange Prozesse zu vermeiden.Trotz der Solidaritätsgesten bleiben die Beziehungen zwischen der Schweiz und Italien angespannt. Inoffiziellen Informationen zufolge brach die italienische Delegation das letzte Treffen in Bern beinahe ab, da sie sich vom Schweizerischen Bundesamt für Justiz missachtet fühlte. Hauptstreitpunkt ist die Ablehnung der Bildung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe, wie sie Rom fordert und dabei auf den Tod von unter anderem sechs jungen Italienern verweist. Die Schweizer behaupten, dass der offizielle Antrag in dieser Sache noch nicht eingegangen sei, was im Widerspruch zu den von Medien vorgelegten Dokumenten steht. Die Staatsanwaltschaft gibt an, dass die Ursache der Tragödie an Flaschen befestigte Leuchtfackeln waren, die die schalldämmende Schaumstoffdecke im Keller in Brand setzten. Bei dem Brand erlitten 115 Personen Verletzungen, von denen fast die Hälfte noch eine komplizierte stationäre Behandlung benötigt. „Le Conseil fédéral partage avec les victimes et leurs familles le désir de vérité et de justice.” — Guy Parmelin
Mentioned People
- Doris Leuthard — Ehemalige Bundespräsidentin der Schweiz, die die Stiftung Beloved zur Unterstützung der Opfer leiten wird.
- Guy Parmelin — Bundespräsident der Schweiz, verantwortlich für die Verhandlungen mit den Familien der Opfer.