Die Spannungen zwischen Kabul und Islamabad haben einen kritischen Punkt erreicht, nachdem Berichte über den Abschuss eines pakistanischen Militärflugzeugs über afghanischem Territorium aufgetaucht sind. Die Behörden in Kabul behaupten, dass die Maschine in der Nähe von Dschalalabad abgestürzt sei und der Pilot in Gefangenschaft geraten sei. Pakistan bestreitet diese Behauptungen kategorisch und bezeichnet sie als völlig falsch. Der Vorfall ereignet sich in einer Zeit zunehmender Grenzgefechte und diplomatischer Appelle zur Deeskalation seitens der Europäischen Union und der Vereinigten Staaten.

Berichte über Abschuss eines Kampfflugzeugs

Afghanistan behauptet, bei Dschalalabad ein pakistanisches Flugzeug abgeschossen und den Piloten gefangen genommen zu haben; Pakistan dementiert.

US-Unterstützung für Pakistan

Washington hat offiziell das Recht Pakistans auf Selbstverteidigung gegen aus Afghanistan kommende Terroranschläge unterstützt.

EU-Appelle zur Deeskalation

Der EU-Rat und europäische Diplomaten rufen beide Seiten zu Gesprächen auf, um einen Krieg in vollem Umfang zu vermeiden.

Die Lage an der afghanisch-pakistanischen Grenze hat sich nach einer Reihe bewaffneter Vorfälle, deren Höhepunkt der mutmaßliche Abschuss eines pakistanischen Kampfflugzeugs ist, dramatisch verschärft. Vertreter der afghanischen Taliban gaben bekannt, dass eine Maschine der pakistanischen Luftwaffe im Gebiet der Stadt Dschalalabad abgeschossen worden sei. Nach afghanischen Angaben überlebte der Pilot den Absturz und wurde von lokalen Sicherheitskräften gefangen genommen. Islamabad gab umgehend eine Erklärung heraus, in der es diese Berichte dementierte und sie als Provokation bezeichnete, die darauf abziele, den Konflikt anzuheizen. Im Hintergrund des Streits steht die historisch umstrittene Durand-Linie, die seit Jahrzehnten ein Zündstoff für Konflikte zwischen beiden Staaten ist. Die derzeitige Eskalation ist das direkte Ergebnis gegenseitiger Vorwürfe der Unterstützung terroristischer Gruppen und der Verletzung territorialer Integrität. Pakistan wirft den afghanischen Taliban vor, Kämpfern des pakistanischen Taliban (TTP) Unterschlupf zu gewähren, die Angriffe auf pakistanischem Territorium durchführen. Als Reaktion darauf haben pakistanische Streitkräfte in den letzten Tagen Ziele in Afghanistan angegriffen, was zu einer heftigen bewaffneten Reaktion Kabuls führte. Die Beziehungen zwischen Afghanistan und Pakistan sind seit der Unabhängigkeit Pakistans im Jahr 1947 angespannt, hauptsächlich weil Kabul die von den Briten gezogene koloniale Grenze nicht anerkennt.Die internationale Gemeinschaft beobachtet die Entwicklungen mit Besorgnis und fürchtet einen Ausbruch eines großflächigen Krieges in einer Region, die bereits durch Krisen im Iran und im Nahen Osten destabilisiert ist. Der Rat der Europäischen Union hat beide Staaten zur sofortigen Deeskalation und zur Rückkehr zu diplomatischen Kanälen aufgerufen. Die Vereinigten Staaten, die zwar zur Zurückhaltung mahnen, haben ihre Unterstützung für das Recht Pakistans auf Selbstverteidigung gegen Terroranschläge bekräftigt. Analysten betonen, dass zwar ein offener Konflikt im Interesse keiner Seite liegt, die Dynamik der Grenzzwischenfälle jedoch zu einem unkontrollierten Ausbruch von Kämpfen in großem Maßstab führen könnte. „This is a totally false claim. None of our aircraft has been downed, and no pilot is missing.” (Das ist eine völlig falsche Behauptung. Keines unserer Flugzeuge wurde abgeschossen, und kein Pilot wird vermisst.) — Vertreter der pakistanischen Regierung Trotz der Dementis aus Islamabad wurden in Dschalalabad zwei starke Explosionen registriert, und über der Stadt waren Rauchwolken zu sehen. Die Lage bleibt äußerst unsicher, und beide Seiten verstärken ihre Truppen in den Grenzregionen. Die Weigerung Pakistans zu einem Dialog, solange die Angriffe nicht aufhören, deutet darauf hin, dass es in naher Zukunft keine schnelle Beruhigung geben wird. Die kommenden Stunden werden entscheidend sein, um zu klären, ob die Informationen über den gefangenen Piloten durch visuelles Material bestätigt werden, was die diplomatische Lage völlig verändern könnte.

Perspektywy mediów: Medien mit liberalem Profil betonen die humanitären Kosten des Konflikts und die Notwendigkeit, die Durand-Linie als stabile internationale Grenze zu erhalten, um Chaos zu vermeiden. Konservative Medien legen Wert auf das Recht Pakistans zur Terrorbekämpfung und werfen der Taliban-Regierung Aggression und Destabilisierung der Region vor.

Mentioned People

  • Con Coughlin — Sicherheitsanalyst, zitiert vom Irish Independent.