Auf der Münchner Sicherheitskonferenz betonte der polnische Außenminister Radosław Sikorski, dass Europa, das derzeit die Hauptlast der finanziellen Unterstützung für die Ukraine trägt, an künftigen Friedensgesprächen teilnehmen müsse. Der Minister stellte fest, dass die Dominanz der USA in den Verhandlungen gerechtfertigt war, als Washington die militärische Hilfe dominierte, doch die aktuelle Kostenstruktur habe sich radikal verändert, was den Europäern das Recht gibt, über das Schicksal des Konflikts mitzuentscheiden.
Europas Ansprüche auf Verhandlungen
Radosław Sikorski ist der Ansicht, dass die Finanzierung der militärischen Unterstützung durch Europa ihr das Recht auf Teilnahme an Friedensgesprächen gibt.
Verteidigungsbereitschaft der NATO
Generalsekretär Mark Rutte erklärte, dass das Bündnis jeden Zusammenstoß mit Russland gewinnen würde, das rekordhohe personelle Verluste erleidet.
Analyse von Putins Haltung
Der deutsche Minister Boris Pistorius enthüllte, dass Wladimir Putin Europa gezielt als Gesprächspartner ignoriert.
Auf der Münchner Sicherheitskonferenz hielt Außenminister Radosław Sikorski eine entschiedene Rede, die auf Applaus der versammelten Delegierten stieß. Der polnische Außenminister argumentierte, dass die Europäische Union am Verhandlungstisch für Friedensgespräche zur Beendigung des Krieges in der Ukraine sitzen sollte. Sikorski wies auf eine grundlegende Veränderung in der Unterstützungsstruktur hin: Während früher die Vereinigten Staaten der Hauptzahlmeister waren, liegt die finanzielle und militärische Last nun weitgehend auf den Schultern der europäischen Staaten, die amerikanische Waffen kaufen, um sie an Kiew weiterzugeben. Der Minister betonte, dass das Ergebnis dieses Konflikts die Sicherheit des Kontinents direkt beeinflussen wird, weshalb Europa nicht nur Beobachter diplomatischer Prozesse sein kann. Die seit 1963 organisierte Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) ist das weltweit wichtigste Forum für Diskussionen über zivile und militärische Sicherheitspolitik und versammelt Staatsoberhäupter, Minister und Experten aus der ganzen Welt. An der Diskussion beteiligte sich auch der deutsche Verteidigungsminister Boris Pistorius, der die Forderungen Sikorskis unterstützte, jedoch auf Schwierigkeiten bei ihrer Umsetzung hinwies. Laut Pistorius weigert sich Wladimir Putin, mit Europa zu sprechen, und die Regierung in Washington habe diesen Zustand bisher akzeptiert. Der deutsche Politiker warnte, dass Europa ohne den Willen Russlands und die Unterstützung der USA nicht in der Lage sei, einen Platz am Verhandlungstisch zu erzwingen. Gleichzeitig wurde betont, dass die Glaubwürdigkeit des transatlantischen Bündnisses von gegenseitiger Achtung der Interessen und der Vorhersehbarkeit der Handlungen beider Seiten des Ozeans abhängt. 65 tys. — russischer Soldaten sind in den letzten zwei Monaten gefallen Ein wichtiger Teil der Konferenz war die Rede des Generalsekretärs von NATO, Mark Rutte. Er versicherte die volle Kampfbereitschaft des Bündnisses und erklärte, dass die Organisation jeden Kampf mit Russland gewinnen würde, falls es zu einer Aggression käme. Rutte verglich das Tempo des russischen Vormarschs mit einer „Gartenschnecke” und stellte den Mythos der militärischen Stärke des Kremls in Frage. Er wies darauf hin, dass die russischen Verluste enorm seien und NATO in Bezug auf das Streben nach einem gerechten Frieden in der Ukraine geeint bleibe. „Wenn wir zahlen, verdienen wir einen Platz am Verhandlungstisch, denn das Ergebnis dieses Krieges wird uns betreffen.” — Radosław Sikorski Schlüsselmomente der Konferenz in München: 14. Februar, Mittag — Rede von Rutte; 14. Februar, 16:00 — Forderung von Sikorski; 14. Februar, 17:00 — Antwort von Pistorius Betonung der Gerechtigkeit von Sikorskis Forderungen und der Notwendigkeit der Emanzipation Europas von der Dominanz der USA in Sicherheitsfragen. | Akzentuierung der militärischen Stärke der NATO und der enormen Verluste Russlands, mit Warnung vor Spaltungen im transatlantischen Bündnis.
Mentioned People
- Radosław Sikorski — Polnischer Außenminister, der stark für die Handlungsfähigkeit Europas in Verhandlungen lobbyiert.
- Mark Rutte — NATO-Generalsekretär, der die militärische Überlegenheit des Bündnisses gegenüber Russland betont.
- Boris Pistorius — Deutscher Verteidigungsminister, der auf russische Versuche hinweist, Europa in der Diplomatie zu umgehen.