Der spanische Automobilsektor befindet sich an einem Wendepunkt. Beim VI. ANFAC-Forum in Madrid riefen Branchenführer die Regierung zur Einführung klarer Regulierungen und eines stabilen Fördersystems auf. Obwohl der Verkauf von Elektroautos in Spanien im Jahr 2025 die Dieselzahlen fast verdoppelte, warnt der Sektor vor einem Verlust der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber China und den USA. Das neue Förderprogramm Auto+ soll erst im Mai oder Juni starten, was bei den Herstellern Besorgnis auslöst.

Verzögerungen beim Plan Auto+

Anträge auf Subventionen aus dem neuen Programm Auto+ können erst im Mai oder Juni 2026 gestellt werden, was Kaufentscheidungen der Kunden verzögert.

Rekordzahl an Ladepunkten

Die Infrastruktur in Spanien ist auf über 50.000 Punkte angewachsen, wobei allein im Jahr 2025 395 Millionen Euro investiert wurden.

Bedrohung durch die Konkurrenz

Der Präsident von Anfac warnt, dass Europa gegenüber China und den USA an Boden verliert, weil der eigene Markt nicht geschützt wird und die Regulierungen zu streng sind.

Der spanische Fahrzeugherstellerverband Anfac und die Organisation Aedive schlagen Alarm bezüglich der Zukunft des Verkehrs in Europa. Bei einem Treffen im Hauptsitz von Iberdrola erklärte der Anfac-Präsident Josep Maria Recasens unverblümt, dass Europa „das Spiel” gegen globale Konkurrenten verliere. Hauptproblem sei das Fehlen einer kohärenten Politik, die die heimische Industrie vor der Expansion von Herstellern aus China schütze. Obwohl die Daten für 2025 optimistisch stimmen – der Verkauf vollelektrischer Autos macht bereits 9% des Marktes aus und die Zahl der Ladepunkte übersteigt 50.000 – fordert die Branche mehr regulatorische Sicherheit. Spanien ist nach Deutschland der zweitgrößte Automobilproduzent in Europa. Die Transformation dieses Sektors ist entscheidend für das BIP des Landes, das seit Jahrzehnten seine industrielle Stärke auf Montagewerken großer Konzerne wie Seat, Ford oder Stellantis aufbaut. Der Sektor kämpft mit Verzögerungen bei der Umsetzung finanzieller Fördersysteme. Alberto Ruiz Rodriguez vom Ministerium für Industrie gab bekannt, dass Mittel aus dem neuen Plan Auto+ erst im Mai oder Juni 2026 verfügbar sein werden. Diese Verzögerung wird von Managern kritisiert, die darauf hinweisen, dass Verbraucher sofortige Anreize benötigen, nicht Deklarationen zur Rückwirkung von Vorschriften. Gleichzeitig betont José López-Tafall die Notwendigkeit der Elektrifizierung des Schwerlastverkehrs, der für den Großteil der Gütertransporte im Land verantwortlich ist. Spanien versucht auch, sich als europäischer Brückenkopf für chinesische Investitionen zu positionieren, in der Hoffnung auf den Bau neuer Batterie- und Fahrzeugfabriken. Europa ist gegenüber seinen Rivalen wehrlos und verkauft immer weniger Autos. Wachstum des Elektroautoverkaufs: 48, Marktanteil von Elektroautos: 20.8, Anteil vollelektrischer Autos: 9 Ladepunkte für Elektroautos sind bereits in Spanien in BetriebGleichzeitig wachsen die Spannungen rund um die angebliche Unwirksamkeit von Elektrofahrzeugen. Branchenvertreter bekämpfen Mythen über Brände und fehlende Infrastruktur und verweisen auf harte statistische Daten. Ein zentrales Postulat ist die Schaffung eines „fairen Spielfelds”, auf dem europäische Umweltnormen keine unüberwindbare Barriere für lokale Unternehmen werden, während der Markt für subventionierte Konkurrenz von außerhalb des Kontinents geöffnet wird.

Mentioned People

  • Josep Maria Recasens — Präsident des Herstellerverbands Anfac, der den Mangel an Schutz für die europäische Industrie kritisiert.
  • José López-Tafall — Generaldirektor von Anfac, der sich für die Unterstützung der Dekarbonisierung des Schwerlastverkehrs einsetzt.