Italienische Behörden führten eine großangelegte Aktion gegen Aktivisten durch, die wegen Ausschreitungen und Sachbeschädigung während der Herbstproteste in Turin angeklagt sind. Im Rahmen von 18 Präventivmaßnahmen wurde für fünf Personen Hausarrest angeordnet. Unter den Festgenommenen ist eine Studentin einer renommierten Schreibschule, die öffentlich Reue vor der Ermittlungsrichterin zeigte und anerkannte, dass „Gewalt eine schlechte Antwort ist“.
Großangelegte Polizeiaktion
Die italienische DIGOS ergriff 18 Präventivmaßnahmen gegen Aktivisten der extremen Linken. Fünf Personen im Alter von 19 bis 29 Jahren wurden unter Hausarrest gestellt, andere müssen sich täglich bei der Polizei melden.
Reue einer Angeklagten
Vittoria Antonioli Arduini, Studentin der elitären Scuola Holden, zeigte öffentlich Reue vor der Richterin. Sie räumte ein, dass ihre Beteiligung an Sachbeschädigung ein Fehler war, und erklärte den Wunsch, „eine bessere Person zu werden“.
Serie von Herbstvorfällen
Die Untersuchung betrifft eine Reihe von Ereignissen aus September, Oktober und November 2025. Sie umfasst Angriffe auf den Sitz der Zeitung „La Stampa“, das Kulturzentrum OGR sowie Blockaden von Bahngleisen.
Kollektive und individuelle Verantwortung
Die Richterin stellte fest, dass die Handlungen der Angeklagten eine ernsthafte Gefahr für die öffentliche Ordnung darstellten. Die meisten Festgenommenen sind mit dem im Dezember aufgelösten Sozialzentrum Askatasuna verbunden.
Die italienische Polizei führte in Turin eine großangelegte Aktion gegen Aktivisten durch, die der Beteiligung an gewalttätigen Protesten im Herbst 2025 beschuldigt werden. Insgesamt wurden 18 Präventivmaßnahmen ergriffen, darunter fünf Hausarrestanordnungen. Die meisten Festgenommenen sind mit dem extrem linken Milieu und dem Ende letzten Jahres aufgelösten Sozialzentrum Askatasuna verbunden. Die von der Staatsanwaltschaft in Turin geführte Untersuchung umfasst eine Reihe von Vorfällen, die zwischen September und November letzten Jahres während Solidaritätsdemonstrationen mit Palästina stattfanden.
Zu den spektakulärsten Ereignissen gehörten der Angriff auf den Sitz der Tageszeitung „La Stampa“ sowie die Verwüstung des denkmalgeschützten Komplexes OGR (Officine Grandi Riparazioni), der kulturelle Funktionen erfüllt. Ein weiterer Vorfall war das Eindringen auf die Gleise des Bahnhofs Porta Nuova und die Blockade des Zugverkehrs für über eine Stunde. Die Ermittlungsrichterin begründete die Anordnungen damit, dass „die Schwere der von den Verdächtigen während der Proteste begangenen Handlungen die Gefahr der Wiederholung noch schwerwiegenderer Ereignisse real, ernst und überaus aktuell mache” — GIP (Giudice per le Indagini Preliminari). Italienische Medien betonen, dass diese Maßnahmen Teil einer breiteren Welle der Radikalisierung in Teilen der Protestbewegung sind. Extrem linke und anarchistische Bewegungen haben in Italien eine lange Tradition, die bis in die 1970er Jahre und die sogenannten „Bleiernen Jahre“ zurückreicht. Moderne Sozialzentren (centri sociali) fungieren oft als autonome Enklaven, die sowohl kulturelles Leben organisieren als auch als Basis für direkte Aktionen dienen. Turin, als Stadt mit starken Arbeitertraditionen, ist seit Jahrzehnten eines der Hauptzentren dieser Aktivität. Unter den Festgenommenen befand sich Vittoria Antonioli Arduini, Studentin der renommierten Schule für kreatives Schreiben Scuola Holden. Ihr Fall zog besondere mediale Aufmerksamkeit auf sich, da sie öffentlich Reue vor der Ermittlungsrichterin (GIP) zeigte. In einer von Zeitungen breit zitierten Erklärung räumte sie ein: „Ich bedauere es, Gewalt ist eine schlechte Antwort“ und erklärte, sie werde Zeit darauf verwenden, „eine bessere Person zu werden“. Überwachungsaufnahmen zeigen sie während des Angriffs auf die OGR, wie sie ein Verkehrsschild benutzt, um gegen einen Zaun zu schlagen. Ihre Haltung steht im Kontrast zur offiziellen Position einiger antagonistischer Kreise, die die Festnahmen als „Repression gegen den Kampf für Palästina“ verurteilten.
Die Polizeiaktion ist eine weitere Stufe der Reaktion der Behörden auf die Eskalation von Gewalt während der Proteste im letzten Jahr. Die Staatsanwaltschaft hatte ursprünglich Haft für alle 18 Verdächtigen beantragt, doch die Richterin entschied sich für differenzierte Maßnahmen. Neben fünf Hausarresten wurde 12 Personen die Pflicht zur täglichen Meldung bei der Polizei auferlegt, und einer Person wurde der Aufenthalt in Turin untersagt. Während der Aktion wurden auch drei Durchsuchungen durchgeführt. Italienische Medien berichten, dass die Ermittlungen weiterhin andauern und die Analyse von Überwachungsaufnahmen und Material aus sozialen Medien zu weiteren Erkenntnissen führen könnte. Dieses Thema fügt sich in die breitere europäische Debatte über die Grenzen legalen Protests und die Methoden zum Umgang mit politischer Gewalt am Rande von Massendemonstrationen ein. Einige Medien und linke Kreise betonen den Kontext der Solidaritätsproteste mit Palästina und sehen in den Polizeimaßnahmen eine unverhältnismäßige Repression und Kriminalisierung sozialer Bewegungen. | Konservative und rechte Medien heben den Aspekt des Kampfes gegen anarchistische Gewalt, die Zerstörung öffentlichen Eigentums und die Gefährdung der Bürger sicherheit hervor und fordern eine entschlossene Reaktion des Staates.
Mentioned People
- Vittoria Antonioli Arduini — Studentin der Scuola Holden, eine der Personen, die wegen Beteiligung an der Verwüstung der OGR in Turin festgenommen wurden. Zeigte öffentlich Reue vor der Richterin.