Der deutsche Kanzler Friedrich Merz hat seine erste diplomatische Reise nach China seit seinem Amtsantritt im Mai 2025 angetreten. Dem Regierungschef folgt eine Rekorddelegation von 30 Vertretern der größten deutschen Konzerne. Der Besuch findet im Schatten wachsender Handelskonflikte, eines sich vertiefenden deutschen Defizits in den Beziehungen zu Peking und der komplizierten geopolitischen Lage aufgrund des Zolldrucks der Vereinigten Staaten statt.
Fünf-Punkte-Plan von Merz
Der Kanzler stellte Leitlinien zur Reduzierung der Abhängigkeit, zum Aufbau eigener Stärke und zur Sicherstellung fairer Wettbewerbsregeln im Handel mit China vor.
Kampf gegen den China-Schock
Die deutsche Wirtschaft verliert etwa 10.000 Arbeitsplätze pro Monat aufgrund der Dominanz Chinas, was Merz durch transparente Marktregeln stoppen will.
Rekorddelegation aus der Wirtschaft
Dem Kanzler folgen 30 Vorstandsvorsitzende der größten deutschen Konzerne, was die Bedeutung der Wirtschaftsbeziehungen trotz politischer Spannungen unterstreicht.
Frage des Krieges in der Ukraine
Merz beabsichtigt, Peking davon zu überzeugen, seinen Einfluss auf Russland geltend zu machen, um den Konflikt an der Ostgrenze der EU zu deeskalieren.
Am Dienstag, den 24. Februar 2026, brach Kanzler Friedrich Merz zu seiner ersten Reise nach Peking auf, was eine bedeutende Änderung im Zeitplan der deutschen Diplomatie darstellt – Merz wartete auf diesen Schritt volle zehn Monate seit seiner Vereidigung. Vor dem Abflug stellte der Kanzler einen Fünf-Punkte-Plan vor, der den Rahmen für eine neue Politik gegenüber der asiatischen Großmacht abstecken soll. Laut Merz ist es entscheidend, die einseitige Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen zu verringern, während gleichzeitig intensive Handelskontakte aufrechterhalten werden. Das Besuchsprogramm sieht Treffen mit Premierminister Li Qiang und dem Vorsitzenden Xi Jinping vor. Die größte Herausforderung für die Delegation ist der sogenannte „China-Schock”, also der Prozess der Verdrängung der deutschen Industrie durch subventionierte Konkurrenz aus China. Deutschland verzeichnet derzeit einen Verlust von etwa 10.000 Arbeitsplätzen pro Monat im produzierenden Sektor, was die Fundamente seiner Wirtschaft bedroht. China, das 2025 erneut Deutschlands größter Handelspartner wurde, ist nicht mehr nur ein Absatzmarkt, sondern ein aggressiver technologischer Rivale. Merz kündigte an, sich für eine Beziehung auf der Grundlage fairer Wettbewerbsregeln und Transparenz einzusetzen, insbesondere im Automobil- und Stahlsektor. Die Beziehungen Berlins zu Peking basierten jahrzehntelang auf der Doktrin „Wandel durch Handel”, die davon ausging, dass eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen zu einer Demokratisierung Chinas führen würde. Diese Strategie wurde nach dem russischen Überfall auf die Ukraine im Jahr 2022 als gescheitert angesehen. Bei den Gesprächen auf höchster Ebene werden auch Fragen der globalen Sicherheit angesprochen. Der deutsche Kanzler beabsichtigt, China aufzufordern, Druck auf Russland auszuüben, um den Krieg in der Ukraine zu beenden. Im Hintergrund steht auch die Politik des De-risking, die bei deutschen Industriegiganten wie Volkswagen oder BASF Besorgnis auslöst. Der Kanzler muss zwischen dem Schutz des heimischen Marktes und den Interessen der Exporteure abwägen, für die China weiterhin ein zentrales Investitionsfeld bleibt, was die Rekordsumme von 7 Mrd. Euro belegt, die deutsche Firmen im vergangenen Jahr in China investiert haben. „Wettbewerb ist gesund, solange er unter fairen und transparenten Bedingungen stattfindet.” — Friedrich Merz Handel Deutschland-China im Jahr 2025: Import aus China: 170, Export nach China: 80, Gesamtumsatz: 250
Mentioned People
- Friedrich Merz — Deutscher Bundeskanzler (CDU), Leiter der nach China reisenden Delegation.
- Xi Jinping — Vorsitzender der Volksrepublik China.
- Li Qiang — Premierminister der Volksrepublik China.