Die Staatsanwaltschaft Łódź-Północ hat einem Arzt aus Łódź den Vorwurf der fahrlässigen Tötung einer Patientin gemacht. Den Ermittlern zufolge übersah der Arzt zweimal krebsartige Veränderungen auf Computertomographie-Bildern, was die Diagnose und Behandlung verzögerte. Die Frau starb im Jahr 2024. Anklagen wegen medizinischer Fehler sind im polnischen Justizsystem selten, und der Fall hat eine Debatte über die berufliche Verantwortung von Ärzten ausgelöst.

Vorwurf der fahrlässigen Tötung

Die Staatsanwaltschaft hat dem Arzt einen Vorwurf nach Artikel 155 des Strafgesetzbuchs, also fahrlässige Tötung, gemacht. Die Ermittlungen ergaben, dass sein Unterlassen in Form des Übersehens krebsartiger Veränderungen in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Tod der Patientin stand.

Zweimaliges Übersehen von Krebs auf CT

Grundlage der Vorwürfe ist die Analyse zweier Computertomographie-Untersuchungen des Brustkorbs der Patientin, die im Abstand von mehreren Monaten durchgeführt wurden. Bei beiden soll der Arzt Veränderungen, die auf eine Krebsentwicklung hindeuteten, nicht bemerkt haben, was eine frühzeitige Behandlung verhinderte.

Tod der Patientin im Jahr 2024

Die Patientin, um die es in dem Fall geht, starb im Jahr 2024. Die Staatsanwaltschaft gibt ihre Identität oder Einzelheiten zur Art des Tumors nicht bekannt, um die Privatsphäre der Familie der Verstorbenen zu schützen.

Seltenheit strafrechtlicher Vorwürfe gegen Ärzte

Die Erhebung eines strafrechtlichen Vorwurfs gegen einen Arzt im Zusammenhang mit einem diagnostischen Fehler ist in Polen ein ungewöhnliches Ereignis. Die meisten Fälle von medizinischen Fehlern enden im Stadium von Disziplinarverfahren vor Ärztekammern oder zivilrechtlichen Schadensersatzansprüchen.

Die Staatsanwaltschaft Łódź-Północ hat einem Arzt aus Łódź einen Vorwurf im Zusammenhang mit dem Tod einer Patientin im Jahr 2024 gemacht. Den Ermittlungsergebnissen zufolge übersah der Arzt zweimal im Abstand von mehreren Monaten krebsartige Veränderungen auf Computertomographie-Bildern des Brustkorbs der Frau. Die Verzögerung der Diagnose verhinderte eine frühzeitige Einleitung der Behandlung. Die Staatsanwaltschaft stuft die Tat als fahrlässige Tötung ein, was in Artikel 155 des Strafgesetzbuchs vorgesehen ist. Der Fall betrifft Untersuchungen aus dem Jahr 2022. Auf dem ersten CT-Bild, das Anfang des Jahres angefertigt wurde, bemerkte der Arzt keine besorgniserregenden Veränderungen. Einige Monate später, als die Patientin zu einer weiteren Kontrolluntersuchung kam, waren auf dem Bild erneut Veränderungen sichtbar, die ebenfalls übersehen wurden. Erst eine spätere, korrekte Diagnose durch einen anderen Spezialisten ergab einen fortgeschrittenen Krebs. Die Frau starb im Jahr 2024. Die Staatsanwaltschaft gibt keine Einzelheiten zur Art des Tumors oder zur Identität der Verstorbenen bekannt, um die Privatsphäre ihrer Familie zu wahren. Die strafrechtliche Verantwortung von Ärzten für medizinische Fehler wird in Polen selten durchgesetzt. Der vorherrschende Weg zur Geltendmachung von Ansprüchen sind zivilrechtliche Verfahren auf Schadensersatz und Entschädigung vor ordentlichen Gerichten sowie Disziplinarverfahren vor regionalen Ärztekammern. Letztere können zu Sanktionen führen, die von der ärztlichen Selbstverwaltung verhängt werden, darunter Ermahnung, Verweis, Aussetzung der Berufsausübungsberechtigung und in extremen Fällen deren Entzug. Die Erhebung eines Vorwurfs nach Art. 155 des StGB, der eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren vorsieht, erfordert den Nachweis von Fahrlässigkeit und eines Kausalzusammenhangs zwischen dem Unterlassen und dem Tod der Patientin.Dem Arzt, dessen Identität ebenfalls nicht offengelegt wurde, droht eine Freiheitsstrafe. Der Fall wird bereits vor Gericht verhandelt. In der polnischen medizinischen Fachwelt lösen ähnliche Strafverfahren Kontroversen aus. Einige Experten befürchten, dass sie zu defensiver Medizin führen könnten, also zur übermäßigen Durchführung von Untersuchungen aus Angst vor Prozessen. Andere betonen, dass für die Sicherheit der Patienten eine individuelle Bewertung jeder Situation notwendig ist und Strafen Fälle grober Fahrlässigkeit treffen sollten. Der Fall aus Łódź zeigt, wie schwierig es ist, einen Kausalzusammenhang zwischen einer Diagnoseverzögerung und dem Tod nachzuweisen, insbesondere bei onkologischen Erkrankungen mit unterschiedlichem, oft unvorhersehbarem Verlauf.