Die ranghöchsten Militärbefehlshaber Deutschlands und Großbritanniens haben einen beispiellosen gemeinsamen Appell an die westlichen Gesellschaften gerichtet. Der Generalinspekteur der Bundeswehr, Carsten Breuer, und der britische Chef des Verteidigungsstabes, Richard Knighton, weisen auf die reale Kriegsgefahr mit Russland hin. Sie betonen die moralische Verpflichtung, sich auf einen Konflikt vorzubereiten, und die Notwendigkeit eines raschen Ausbaus der Verteidigungsfähigkeiten durch die europäischen NATO-Staaten angesichts der aggressiven Politik des Kremls.

Bedrohung durch russische Aggression

Die höchsten Befehlshaber warnen, dass die russische Armee Lehren aus dem Krieg in der Ukraine zieht und ihre Streitkräfte neu organisiert, um den NATO-Staaten im Westen zu drohen.

Moralischer Aspekt der Aufrüstung

Die Militärs argumentieren, dass Wiederaufrüstung nicht das Streben nach Kampf ist, sondern eine moralische Verpflichtung gegenüber den Bürgern, um Frieden und Stabilität zu bewahren.

Stärkung der Industrie

Ein Schlüsselelement der Strategie soll die europäische Verteidigungsindustrie sein, die die Produktion von Munition und modernen Waffen für die verbündeten Armeen drastisch steigern muss.

Der gemeinsame Artikel von General Carsten Breuer und Marschall Richard Knighton, veröffentlicht in den Tageszeitungen „The Guardian” und „Die Welt”, stellt einen Wendepunkt in der militärischen Kommunikation mit Zivilisten dar. Die Befehlshaber der beiden größten Militärmächte Europas argumentieren, dass Aufrüstung keine Kriegstreiberei ist, sondern ein notwendiges Mittel der Abschreckung. Die Militärs weisen darauf hin, dass die russische Kriegsmaschinerie Lehren aus dem Konflikt in der Ukraine zieht und systematisch ihren Schwerpunkt nach Westen verlagert. Nach Ansicht der Autoren stellt Russland bereits jetzt eine existenzielle Bedrohung für die internationale Ordnung dar, und seine Ambitionen gehen weit über das derzeitige Kriegsgebiet hinaus. Seit der Annexion der Krim im Jahr 2014 haben die NATO-Staaten schrittweise von der Politik der „Friedensdividende” abgelassen und stattdessen die Ostflanke des Bündnisses gestärkt. Die letzte derart signifikante Zunahme der Spannungen in den Beziehungen zu Moskau wurde während des Kalten Krieges verzeichnet, was die Bundesrepublik Deutschland und Großbritannien zur Unterhaltung riesiger konventioneller Armeen zwang. Die Autoren des Appells legen besonderen Wert auf die moralische Dimension der Unterstützung von Verteidigungsausgaben durch die Bürger. Knighton und Breuer betonen, dass die Gesellschaften eine neue Realität akzeptieren müssen, in der Frieden nicht für immer gegeben ist. Dies erfordert nicht nur den Kauf moderner Ausrüstung wie Panzer oder Luftabwehrsysteme, sondern auch die Stärkung der Verteidigungsindustrie, die in der Lage sein muss, Munition in kontinuierlichem Modus in Massenproduktion herzustellen. Die Befehlshaber bezeichnen die derzeitige Situation direkt als kritischen Moment für die Sicherheit des Kontinents, der einen ehrlichen Dialog mit den Steuerzahlern über die Kosten der Freiheit erfordert. <zitat autor=

Mentioned People

  • Carsten Breuer — Generalinspekteur der Bundeswehr, der ranghöchste Soldat der deutschen Streitkräfte.
  • Richard Knighton — Luftmarschall, Chef des Verteidigungsstabes des Vereinigten Königreichs.