Jim Jarmuschs neuer Film „Father Mother Sister Brother“, Gewinner des Goldenen Löwen 2024, ist in den breiten Kinoverleih gestartet. Das von deutschen Medien als eines der wichtigsten künstlerischen Ereignisse der Saison gefeierte Werk ist ein intimes, zärtliches und von schwarzem Humor geprägtes Porträt einer modernen Familie. Der Regisseur, eine Ikone des Independent-Kinos, untersucht darin Mechanismen der Fassade, Einsamkeit unter Nahestehenden und die Rolle der Technologie beim Zusammenbruch von Kommunikation. In den Hauptrollen sind Vicky Krieps, Tom Schilling, Aliocha Schneider und Jarmusch selbst zu sehen.

Triumphaler Start nach Goldenem Löwen

Der Film 'Father Mother Sister Brother' gewann die höchste Auszeichnung, den Goldenen Löwen, bei der 81. Internationalen Filmfestspiele von Venedig im Jahr 2024. Nach einer langen Phase des Wartens startete das Werk nun im breiten Kinoverleih und bestätigte seinen Status als einer der meist erwarteten Titel des Jahres.

Familie als Theater der Fassaden

Zentrales Thema des Films ist die moderne Familie, gezeigt als Arena subtiler Manipulationen, des Spiels der Fassaden und kollektiver Einsamkeit. Eine zentrale Metapher, die von Rezensenten aufgegriffen wird, ist das deutsche 'tarnen und täuschen' – Tarnen und Täuschen. Die Charaktere nehmen an Familienritualen wie gemeinsamen Mahlzeiten teil, die tiefe Gräben in der Kommunikation offenlegen.

Minimalistischer Stil und herausragende Besetzung

Jarmusch präsentiert seinen charakteristischen, minimalistischen Stil, der auf präzise erfassten Details basiert: Blicken, Pausen und kleinen Gesten. Die Stärke des Films ist die Besetzung, angeführt von Vicky Krieps, deren Leistung laut 'Berliner Zeitung' ein Lebenswerk sei. Im Film sind außerdem Tom Schilling, Aliocha Schneider sowie der Regisseur selbst in der Rolle des Vaters zu sehen.

Kritiken: Begeisterung und Anerkennung

Die deutschen Medien nahmen den Film mit nahezu einhelliger Begeisterung auf. Die 'Berliner Zeitung' lobt den Auftritt von Krieps, 'ZEIT ONLINE' schätzt die Zärtlichkeit und Nachsicht des Regisseurs, und 'DIE WELT' betont die Aktualität des Themas der Entfremdung im digitalen Zeitalter. Die Kritiker sind sich einig, dass es sich um ein reifes und bewegendes Werk handelt.

Nach dem Gewinn der höchsten Auszeichnung beim Filmfestival in Venedig ist Jim Jarmuschs Film „Father Mother Sister Brother“ offiziell auf der großen Leinwand angelaufen. Das Werk, das über viele Monate große Erwartungen in der Kunstfilmwelt geweckt hatte, bestätigt seinen Status als eines der Schlüsselereignisse der Saison. Jarmusch, seit Jahrzehnten eine Ikone des Independent-Kinos, präsentiert erneut seinen erkennbaren, minimalistischen Stil, den er diesmal auf die Mikrowelt familiärer Beziehungen konzentriert. Im Gegensatz zu gängigen Vorstellungen ist die Familie in seinem Film kein sicherer Hafen, sondern ein Schlachtfeld um Aufmerksamkeit, Verständnis und Authentizität. Jim Jarmusch debütierte 1980 mit dem Film „Permanent Vacation“. Berühmtheit erlangten ihn Titel wie „Stranger Than Paradise“ (1984), der die Goldene Kamera in Cannes gewann, oder „Dead Man“ (1995). Sein Kino, geprägt von langsamem Tempo, treibenden Charakteren, schwarzem Humor und einer starken Verbindung zur Musik, hatte großen Einfluss auf die alternative Kultur. Die deutschen Medien, die die ersten Kritiken veröffentlichten, sind sich in ihrer enthusiastischen Bewertung bemerkenswert einig. Die „Berliner Zeitung“ bezeichnet den Auftritt von Vicky Krieps als Lebenswerk, und „DIE WELT“ betont, dass der Film eine treffende und aktuelle Diagnose der Gegenwart darstellt. Die zentrale Erzählachse ist die titelgebende Familie, deren Mitglieder – die Mutter (Vicky Krieps), der Vater (in dieser Rolle Jarmusch selbst), die Schwester und der Bruder (gespielt von Tom Schilling und Aliocha Schneider) – sich zu einem gemeinsamen Essen treffen. Diese scheinbar gewöhnliche Situation wird zum Anlass, tiefe Gräben, unausgesprochene Ressentiments und allgegenwärtige Entfremdung zu untersuchen, die durch Smartphones angeheizt wird. Wie „ZEIT ONLINE“ anmerkt, wirkt die titelgebende Bitte „Bitte kein Telefon bei Tisch“ wie ein ironischer Kommentar zu unserer Unfähigkeit zu echter Präsenz. „Meine Familie ist anders verrückt” — Vicky Krieps Kritiker weisen auf die außergewöhnliche Zärtlichkeit hin, mit der Jarmusch seine Charaktere porträtiert. Er vermeidet einfache Urteile und billige Dramatisierung und konzentriert sich stattdessen auf bedeutungsvolle Details: beredtem Schweigen, verstohlenen Blicken, kleinen Gesten, die ganze Schichten von Spannungen verraten. „N-tv“ beschreibt den Film als „zärtlich-skurrile Abrechnung mit der Familie“ und hebt seinen charakteristischen, nostalgischen und zugleich humorvollen Ton hervor. Diese Abrechnung ist frei von Bitterkeit; es ist eher eine melancholische Reflexion darüber, wie nahstehende Menschen einander fremd sein können, verborgen hinter alltäglichen Ritualen und Telefonbildschirmen. Jarmusch bietet keine einfachen Antworten oder ein Happy End, sondern lädt den Zuschauer ein zur aufmerksamen Beobachtung und zu eigenen Gedanken über die Natur der Bindungen, die uns verbinden und zugleich trennen. 81 — Ausgabe des Filmfestivals in Venedig, bei der der Film den Goldenen Löwen gewann Der Film, den einige Rezensenten als persönlichstes Werk des Regisseurs bezeichnen, wurde für seine formale und emotionale Reife gelobt. Seine Kinopremiere krönt den Festivalerfolg und bestätigt Jarmuschs bleibende Stellung als eine der wichtigsten und originellsten Stimmen des zeitgenössischen Autorenkinos. „Father Mother Sister Brother“ ist kein lautes Manifest, sondern eine subtile, kammerspielartige Studie der menschlichen Kondition, die – wie die Kritiken zeigen – den Kern moderner Ängste bezüglich Kommunikation, Einsamkeit und der Suche nach Authentizität in einer Welt voller Fassaden trifft.

Mentioned People

  • Jim Jarmusch — Amerikanischer Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler, Schöpfer des Films 'Father Mother Sister Brother'.
  • Vicky Krieps — Luxemburgische Schauspielerin, Darstellerin der Hauptrolle in Jarmuschs Film.
  • Tom Schilling — Deutscher Schauspieler, der in Jarmuschs Film auftritt.
  • Aliocha Schneider — Französisch-kanadischer Schauspieler und Musiker, Mitglied der Filmbesetzung.