Das Bezirksgericht Dublin verurteilte den 26-jährigen Bakuani Diasivi zu 18 Monaten Gefängnis auf Bewährung wegen eines brutalen Angriffs auf einen 11-jährigen Jungen aus Polen. Der Vorfall ereignete sich im Juli 2024 in einem Vorortzug DART, als die polnische Familie in ihrer Muttersprache sprach. Der Täter erhielt trotz einer umfangreichen Vorstrafenliste mit 24 früheren Verurteilungen vom Richter „noch eine Chance“, was eine Welle von Kommentaren in polnischen und irischen Medien auslöste.
Urteil ohne unbedingte Haftstrafe
Das Gericht verhängte eine Strafe von 18 Monaten Freiheitsentzug, setzte deren Vollstreckung jedoch trotz zahlreicher Rückfälle des Täters aus.
Rückfälligkeit und andere Straftaten
Bakuani Diasivi hat 24 frühere Verurteilungen und gestand die Beteiligung an einem anderen, tödlichen Angriff.
Nationaler Hintergrund des Angriffs
Die Aggression begann, weil die polnische Familie in ihrer Muttersprache sprach und sich unbefangen verhielt.
Während der Verhandlung am Dublin Circuit Criminal Court wurden Details des Vorfalls enthüllt, der die polnische Gemeinschaft in Irland erschütterte. Am 2. Juli 2024 setzten sich Bakuani Diasivi und seine Partnerin im Zug der Strecke Sydney Parade – Lansdowne Road neben eine polnische Familie – den 11-Jährigen, seine Mutter und seine ältere Schwester. Die Aggression des 26-jährigen Kongolesen wurde dadurch ausgelöst, dass die Familie Polnisch sprach und lachte, was der Täter als Beleidigung gegen sich auffasste. Nach einem Austausch von vulgären Bemerkungen und einem Handgemenge zwischen den Frauen schlug Diasivi das Kind mit der Faust ins Gesicht. Das Eingreifen anderer Fahrgäste verhinderte weitere Gewalt, und der Täter wurde von Beamten der Gardaí am Bahnhof Lansdowne Road festgenommen. Richterin Orla Crowe entschied sich trotz des Geständnisses des Angeklagten, dass er emotional gehandelt und den wehrlosen Teenager geschlagen habe, für eine Bewährungsstrafe. Diese Entscheidung ist umstritten, da sich Diasivi zum Zeitpunkt des Angriffs auf Kaution befand und bereits eine andere Bewährungsstrafe verbüßte. Darüber hinaus berichten irische Medien, dass der Angeklagte zuvor die Beteiligung an einem tödlichen Messerangriff in Dublin gestanden hatte. Die Verteidigung argumentierte, der Mann bemühe sich, sein Leben zu ändern, was das Richterkollegium dazu veranlasste, die Angemessenheit zu bekunden, ihm eine „letzte Chance“ zu geben. Das irische Rechtssystem basiert auf dem Fallrecht (Common Law), wo Richter über große Ermessensspielräume bei der Strafzumessung verfügen und oft den Schwerpunkt auf die Resozialisierung von Tätern legen, insbesondere bei solchen, die sich in einem frühen Verfahrensstadium schuldig bekennen. Der Verurteilte lebt derzeit in Balbriggan, einem Ort nördlich von Dublin. Die Strafe von 18 Monaten Freiheitsentzug wurde zur Gänze unter der Bedingung ausgesetzt, dass der Verurteilte in den nächsten zwei Jahren einen guten Lebenswandel führt. Der verletzte 11-Jährige erlitt keine dauerhaften körperlichen Verletzungen, doch das traumatische Ereignis wurde zum Symbol für nationale Spannungen in den öffentlichen Verkehrsmitteln der irischen Hauptstadt. „It is hard to understand how a situation could break out on a Dart in relation to people who were travelling into town, but it did and he got involved.” (Es ist schwer zu verstehen, wie eine Situation in einem Dart-Zug in Bezug auf Leute, die in die Stadt fuhren, ausbrechen konnte, aber es geschah und er wurde hineingezogen.) — Orla Crowe
Perspektywy mediów: Liberale Medien legen den Schwerpunkt auf den Resozialisierungsprozess und mildernde Umstände im irischen Rechtssystem. Konservative Medien betonen die kriminelle Vergangenheit des Einwanderers und die angebliche Nachsicht des Gerichts gegenüber Gewalttaten gegen Polen.
Mentioned People
- Bakuani Diasivi — 26-jähriger kongolesischer Staatsbürger, verurteilt wegen Körperverletzung eines Kindes im Zug.
- Orla Crowe — Richterin, die den Fall am Dublin Circuit Criminal Court leitete.