Über 200 politische Gefangene in der venezolanischen Haftanstalt El Rodeo 1 haben einen Massenhungerstreik begonnen. Die Protestierenden werfen den Behörden vor, das neue Amnestiegesetz selektiv anzuwenden, da es bisher nur einem Teil der Inhaftierten die Freiheit ermöglicht hat. Die Situation verschärft die Spannungen in einem Land, das sich in einer politischen Transformationsphase befindet, nachdem Nicolás Maduro von US-Streitkräften gestürzt und festgenommen wurde, dessen sofortige Freilassung die derzeitige venezolanische Diplomatie fordert.
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Die Situation im venezolanischen Strafvollzugssystem hat sich nach Inkrafttreten des neuen Amnestiegesetzes drastisch verschlechtert. Nach Angaben von Rechtsorganisationen und Angehörigen der Inhaftierten haben mindestens 214 politische Gefangene im Gefängnis El Rodeo 1 bei Guatire einen Hungerstreik angekündigt. Die Protestierenden, darunter venezolanische Staatsbürger und Ausländer (einschließlich Amerikaner und Spanier), fordern eine Ausweitung der von der Amnestie erfassten Straftatkategorien. Derzeit schließen die Vorschriften Personen aus, die des Terrorismus, des Hochverrats und der direkten Zusammenarbeit mit ausländischen Armeen beschuldigt werden, was nach Ansicht der Streikenden eine Fortsetzung der politischen Repressionen aus der Ära des Chavismus darstellt. Trotz des anhaltenden Protests schreitet die Freilassung eines Teils der Inhaftierten voran. In den letzten Stunden haben mindestens 23 weitere Oppositionsaktivisten und Haktivisten die Gefängnismauern verlassen, wodurch sich die Gesamtzahl der Amnestiebegünstigten auf über fünfzig Personen erhöht. Die Organisation Foro Penal weist jedoch darauf hin, dass Hunderte von Personen weiterhin in Zellen verbleiben, die die neue Verwaltung von Delcy Rodríguez als Verhandlungschips in den Beziehungen zu Washington behandelt. Ein Symbol der Amnestie sollen Renovierungsarbeiten im Helicoide sein, einem ehemaligen Folterzentrum, das nach offizieller Rhetorik in einen öffentlichen Raum für die Bürger umgewandelt werden soll. Auf internationaler Ebene bleibt der Fall Venezuela ein Zankapfel. Während eines UN-Forums verurteilte der venezolanische Außenminister die Maßnahmen der Vereinigten Staaten scharf und forderte die Freilassung von Nicolás Maduro, der sich in US-Gewahrsam befindet. Gleichzeitig weisen US-Medien wie The Wall Street Journal auf den katastrophalen Zustand der vom vorherigen Regime hinterlassenen Wirtschaft und die Herausforderungen hin, vor denen die von den USA unterstützte Opposition steht. Die Stabilisierung des Landes ist entscheidend für die Wiederbelebung des Erdölsektors, doch Massenstreiks in Gefängnissen und Vorwürfe selektiver Gerechtigkeit könnten die Glaubwürdigkeit des demokratischen Übergangsprozesses untergraben.Seit 2014 leidet Venezuela unter Hyperinflation und einer humanitären Krise, die über 7 Millionen Bürger zur Auswanderung gezwungen hat. Das Maduro-Regime wurde mehrfach von der UNO wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.